• Ausgabe 08/1990

    Ausgabe 08/1990

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Kokain-Lieferant Bolivien

    „Es gibt hier nichts anderes“

    Trotz Drogengipfel und Rauschgiftfahndung: Kleinbauern sind auf Coca-Anbau angewiesen

    Von Roger de Weck

  • Wolfgang Ebert

    Deutsche Eiche

    „Ich bin nicht durchgekommen, bei Ihnen war pausenlos belegt.“ „Faule Ausrede, Herr Wichtl. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

  • Einheit sofort?

    Kopflose Hast

    Immer schneller rollt der Zug der deutschen Entwicklung, und die Strecke ist abschüssig. Die Kessel glühen schon. Aber unbeirrt wird neue Kohle nachgeschaufelt.

    Von Christoph Bertram

  • Die chemische Industrie der Bundesrepublik hat in der Vergangenheit viel von ihrem guten Ruf verloren. Inzwischen entdeckte sie den Umweltschutz als „Chefsache“.

    Der Enkel hat’s geschafft

    Hermann J. Strenger: Der Vorstandsvorsitzende des Chemie-Konzerns kommt aus einer alten „Bayer-Familie“

    Von Nina Grunenberg

  • Bonner Bühne

    Ein ziemliches Vergnügen

    Reden über Deutschland, diesmal im Hörsaal 10 der Bonner Universität. Die Studenten laden ein. Kurt Biedenkopf war schon da, Egon Bahr ließ sich nicht lange bitten, und für Willy Brandt ist es, man merkt es ihm an, ein ziemliches Vergnügen.

  • Bonner Wahl- und Wirtschaftshelfer

    Furcht vor neuer Vormundschaft

    Vier Wochen vor der Volkskammerwahl ist die Parteienlandschaft in der DDR ausgeformt. Zur konservativen Allianz für Deutschland, in der Helmut Kohl als Parteivorsitzender der CDU-West den Demokratischen Aufbruch, die DSU und die Ost-CDU zusammengeführt hat, und dem linken Bündnis 90, das Neues Forum, Demokratie Jetzt und die Initiative für Frieden und Menschenrechte ohne Begeisterung eingegangen sind, gesellt sich nun der liberale Bund Freier Demokraten.

    Von Joachim Nawrocki

  • Schwieriger Neubeginn in Bukarest

    Die Last des Erbes

    Ceauşescu ist tot, seine Politik aber wirkt fort: Rumänien trägt schwer an den Folgen der Diktatur. Zwischen den beiden Lagern des katastrophalen Erbes – den Ex-Kommunisten und den alten bürgerlichen Parteien – hat sich eine tiefe Kluft aufgetan.

    Von Helga Hirsch

  • Am kommenden Sonntag wählt Japan ein neues Unterhaus. Wohin steuert der fernöstliche Wirtschaftsgigant?

    Der Riese sucht seine Rolle

    Nippon, finanziell längst eine Supermacht, hat seinen Platz auf der Weltbühne noch nicht gefunden

  • Nachlese: Kirche in Ungarn

    Keime der Freiheit

    Nicht überschäumend vor Freude, doch mit diplomatischem Siegerlächeln hob der vatikanische Kardinalstaatssekretär Casaroli das Sektglas, um mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Németh auf eine „freie Kirche im freien Staat“ anzustoßen.

    Von Hj. St.

  • Kurzportrait: Ariel Scharon

    Selber ausgespannt

    Ariel, Ariel, König von Israel!“ pflegen die ergebenen Jünger des israelischen Falken Ariel Scharon zu rufen. Der bullige und wortgewaltige Ex-Militär hat nun den Bruch mit seinem innerparteilichen Widersacher, Regierungschef Jitzchak Schamir, herbeigeführt.

    Von F. G.

  • Vor der Volkskammer-Wahl

    Anwalt der Bürgerbewegung

    Wolfgang Ullmann von Demokratie Jetzt möchte einen Bund deutscher Länder errichten

    Von Marlies Menge

  • Übersiedler

    Kein Sprung ins kalte Wasser

    Die Nacht hat Peter Wienen (Name von der Redaktion geändert) frierend im Auto vor dem Hamburger Hauptbahnhof verbracht. „Meine Frau hätte kein Verständnis, wenn sie erfährt, daß ich unsere West-Mücken für ein warmes Bett ausgegeben habe“, erzählt er.

    Von Jörn Arfs

  • Weltbühne

    „Wir schlagen sie tot!“

    Seit vier Aids-Infizierte am 31. Januar aus ihrem Haus in der Warschauer Chelmzynska-Straße von Anwohnern vertrieben wurden, kampieren sie mit Schlafsäcken, Lebensmitteln, Fernseher und Radio im Konferenzsaal des polnischen Gesundheitsministeriums.

    Von Helga Hirsch

  • Im deutschen Namen?

    Gewiß: Als Frühjahr 1945 das Reich zusammenbrach und der Gestank menschlicher Leiber aus den Konzentrationslagern zu uns drang, war ich voll Rache gegen die, die das Entsetzliche angerichtet hatten.

  • Wirtschaft
  • Pressevertrieb

    Verhagelt

    Daß Wettbewerb in der Wirtschaft eine mühsame Sache sein kann, das muß die DDR gerade schmerzlich erfahren. Guter Rat von erfahrenen Freunden wird da gern angenommen.

  • Frankfurt

    Pakt mit der Großfinanz

    Noch kennt kaum jemand aus der Alternativszene die Kasseler Straße, geschweige denn jene kahle Stelle, die sich an ihrem Ende hinter einem notdürftigen Bretterzaun verbirgt.

    Von Udo Perina

  • Bundespost

    Auf schwachem Posten

    Der kleine Junge in der großformatigen Anzeige trägt Boxerhandschuhe. Die Stellenofferte, von der Mannesmann Mobilfunk GmbH kürzlich plaziert, läßt ahnen, mit welch harten Bandagen der Konkurrenzkampf um den Milliardenmarkt Mobilfunk zwischen dem Düsseldorfer Konzern und der Bundespost in Zukunft ausgetragen werden könnte.

  • Markt-Report

    Störfeuer aus London

  • DDR/Bundesrepublik

    Der kleine Grenzverkehr

    Immer mehr Geschäftemacher und Schwarzarbeiter pendeln zwischen den beiden deutschen Staaten

    Von Roland Kirbach

  • Schweden

    Modell mit groben Fehlern

    Lob gab es von einem Mann, der die Segnungen der Marktwirtschaft seinem Land erst zukommen lassen will. In Stockholm pries Jiri Dienstbier in der vergangenen Woche das schwedische Modell.

    Von Wolfgang Zank

  • Bank und Börse

    Dollar im Griff

  • Japan

    Das große Geld wählt mit

    Was Eishiro Saito zu sagen hat, nehmen Japans Unternehmensführer ernst, denn er ist Vorsitzender der allmächtigen Vereinigung der Wirtschaftsorganisationen des Landes (Keidauren).

    Von Helmut Becker

  • Bulgarien

    Vor dem Kollaps

    Bulgariens Wirtschaft steht an der Schwelle zum Herzinfarkt.“ Nur böswilligen Feinden des Landes wäre vor wenigen Wochen diese Feststellung zugeschrieben worden.

    Von Thomas Brey

  • EG-Binnenmarkt

    Ins Abseits geraten

    Dem Thema war nur kurzer Glanz beschieden: „Europa 92“. Der Begriff, Sinnbild für große wirtschaftliche und soziale Umwälzungen in Europa, eroberte 1989 zwar zeitweise fast täglich die Schlagzeilen, geriet aber zum Ende des Jahres wieder völlig ins Abseits.

    Von Thomas Hanke

  • Pay-TV

    Abgeschottet

    Monatelang spielten die Kontrahenten, die Bertelsmann-Tochter Ufa und der Münchner Filmhändler Leo Kirch, die Rolle der unerschrockenen Krieger, die keine Angst vor dem Wettbewerb kennen.

  • Wall Street

    Im Schrott versunken

    Riskante Geschäfte stürzten die Investmentbank Drexel Burnham Lambert in eine tiefe Krise

    Von Peter deThier

  • Bernhard Blohm:

    Testfall für Europa

    Die Halbwertzeit der Aussagen bundesdeutscher Politiker nähert sich bedrohlich der Wahrnehmungsschwelle. Was gestern noch gefordert oder für sinnvoll gehalten wurde, zählt heute nicht mehr.

  • Aufmarsch der Enterbten

    Aufmerksame DDRler haben eine westdeutsche Touristen-Invasion der besonderen Art ausgemacht. Alarmiert meldeten Leser dem Neuen Deutschland ihre Beobachtung.

    Von Marie-Luise Hauch-Fleck

  • Argentinien

    Flug ohne Fallschirm

    Die Plakate, die zum Jahreswechsel in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires aufgehängt wurden, verkündeten Optimismus. Präsident Carlos Menem prostete seinen Landsleuten mit einem Glas Sekt zu und verkündete: „Das Vaterland hat sich in Marsch gesetzt, schreiten wir weiter voran.

    Von Carl D. Goerdeler

  • Wenn ein Richter sich verrechnet

    Ein Richter rechnet nicht – so hieß es früher einmal voller Stolz. Aber dieser ehrwürdige Satz stammt aus dem Lateinischen und galt in einer Zeit, als sich die Gerichte noch nicht mit der modernen Baumängelhaftung, den Leasing-Geschäften oder dem Zugewinnausgleich zu plagen hatten.

    Von Rudolf Gerhardt

  • Wissen
  • Mit dem 10. Februar könnte das Jahr 1990 wirklich begonnen haben

    Der erste Tag

    Ein Jahr scheint mit seinem Silvestertag vorbei zu sein. Um null Uhr beginnt ein neues. Und doch ist das alte Jahr oft nicht mit dem letzten Tag beendet.

    Von Ulrich Stock

  • Die DDR war ein Männersystem. Damit soll Schluß sein. Am 17. Februar gründet sich in Ost-Berlin der „Unabhängige Frauenverband“.

    Nun kommen wir

    Fünfzig, sechzig Frauen sitzen gedrängt in zwei Reihen um den Tisch eines muffigen Sitzungssaales. Es sind junge Frauen, einige schlicht und ungeschminkt, viele mit witzigem Haarschnitt, großen Ohrringen, es könnten Frauen aus dem Westen sein, würden sie nicht so anders sprechen als wir.

  • Fachleute zweifeln, ob der Aufwand für die Sanierungsarbeiten immer gerechtfertigt ist

    Zuviel Angst vor Asbest?

    Schon die alten Griechen und Römer staunten über seine Eigenschaften. Ob Plutarch oder Plinius – sie waren fasziniert von jenem Stoff, der etwa in Form „ewiger“ Dochte Tempellampen ständig leuchten ließ.

    Von Hans Schuh

  • Freude und Haß

    In dem Plädoyer, das er vor dem Gericht in Pretoria gehalten hat, das ihn zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilte, sagte Nelson Mandela damals: „Immer habe ich das Ideal einer freien, demokratischen Gesellschaft vor Augen gehabt, in der alle Menschen harmonisch und gleichberechtigt zusammenleben.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Zuckerkranke müssen besser informiert werden

    Der unerwartete Schock

    Ohne Insulin kann ein Zuckerkranker nicht leben, und am Insulin kann er sterben. Das wissen die Leser von Boulevardblättern natürlich schon längst.

    Von Hans Harald Bräutigam

  • Zur Einheit per Diktat?

    Geschichte ist unaufhaltsam – und zwiespältig. Stabilität in Europa, das zeigt sich immer klarer, läßt sich ohne den deutschdeutschen Ausgleich nicht mehr herstellen.

    Von Robert Leicht

  • DIE ZEIT
  • Südindien

    Land der tausend Tempel

    So, als hätten die Götter sie vom Himmel geschleudert, ruhen riesige Felsrücken und kolossale Monolithe aus Granit inmitten der weiten Ebene am meerumspülten Saum der Koromandelküste.

    Von Burkhard Junghanß

  • Mit Sorge blicken die Nachbarn auf das schnelle Zusammenwachsen von Bundesrepublik und DDR. Doch nicht Kleinmut, sondern Kühnheit ist das Gebot der Stunde.

    Deutschlands Einheit, Europas Chance?

    Eine gelungene Wiedervereinigung Von allen Aufgaben, die Europa erwarten, ist dies die wichtigste...........................

  • Noch ein Brief an die deutschen demokratischen Revolutionäre

    Liebe Landsleute,

    tief bewogen von den historischen Ereignissen der letzten Wochen ergreife ich hier die Feder, allein, nicht um den Augenblick zu preisen, sondern weil das Glück der Stunde mir die Pflicht nicht erlassen kann, Ihnen an dieser Stelle Warnendes zu sagen.

  • Hauptsache guter Wille

    Statt der DDR sofort zu helfen, drängt Bonn auf eine risikoreiche Währungsunion

    Von Peter Christ und Klaus-Peter Schmid

  • Treffen von Nato und Warschauer Pakt in Ottawa

    Suche nach dem Kompromiß

    Offener Himmel“ oder sogar „offene Himmel“ (open skies) hieß das Konferenzziel. Das klingt verheißungsvoll. Und ehrgeizig war, was sich die Außenminister der Nato und des Warschauer Paktes für ihr Treffen in Ottawa vorgenommen hatten.

    Von Ulrich Schiller

  • Platt aus der Bütt

  • Universelles Ereignis

    Die Weltausstellung in Sevilla 1992 soll Spanien die Europareife attestieren

  • Der Kanzler und die deutsche Einheit

    Wer zahlt, hat auch das Sagen

    Wie Sinnbilder ihrer Republiken wirken sie, Hans Modrow und Helmut Kohl, nebeneinander im Saal der Bundespressekonferenz. Ihre Gemütslage, aber auch etwas von dem Zustand, in dem sich Deutschland-West und Deutschland-Ost befinden, drückt sich im Erscheinungsbild aus.

    Von Gunter Hofmann

  • Ein Hort der Hanse

    Strahlend und sichtlich erleichtert stürmt mitten in Rostocks Altstadt eine wildfremde junge Frau auf mich zu: „Hallo, da sind Sie ja.

    Von Monika Putschögl

  • Die Bundesregierung macht einen zaghaften Versuch, Verpackungswahn und Müllflut einzudämmen

    Absurdes Theater

    Eine halbe Million Menschen verdienen in der Bundesrepublik ihr Geld damit, Verpackung herzustellen und Produkte in Flaschen und Becher, Kartons und Folien einzuschweißen oder abzufüllen.

    Von Fritz Vorholz

  • Worte der Woche

    „Ich habe heute abend an alle Deutschen eine einzige Botschaft zu übermitteln. Generalsekretär Gorbatschow und ich stimmen darin überein, daß es das alleinige Recht des deutschen Volkes ist, die Entscheidung zu treffen, ob es in einem Staat zusammenleben will.

    Von Ex-König von Bulgarien

  • Heikle Bonner Notizen

    Als die Kieler Staatsanwaltschaft Anfang Januar die Geschäftsräume der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG durchsuchte, glaubte der Vorstandsvorsitzende der Firma, Klaus Neitzke, noch, die Staatsanwälte „werden sehr schnell kalte Füße kriegen“.

  • Keine Straße führt hin: Das „Hotel zum Schweizer Alpenclub“ erscheint dem Wanderer wie eine Fata Morgana

    Der leere Palast

    Wäre nicht erwiesen, daß es Trugbilder bloß in der hitzeflimmernden Wüste gibt, müßten Bergwanderer das „Hotel zum Schweizerischen Alpenclub“ für eine Fata Morgana halten.

  • Zeitspiegel

    Die Historie eilt im Sauseschritt, und selbst die schnellsten unter den rasenden Reportern und die weitsichtigsten unter den Leitartiklern haben oft das Nachsehen.

  • Flensburg

    Ruhm durch Rum

    Das Leben der Fördestadt spielt sich auf der Straße ab – und die Dänen gehören dazu

    Von Gerhard Seehase

  • Kohls Besuch in Moskau

    Freudentanz auf einem Vulkan

    Die Zeit rückte auf Mitternacht vor, Helmut Kohl hatte seine Moskauer Medienshow beendet und war bereits in die Katakomben des für die Olympischen Spiele 1980 gebauten Pressezentrums entschwunden.

    Von Christian Schmidt-Häuer

  • Man-de-la! Man-de-la!

    Die Nachricht hallt über den ganzen Globus: Der südafrikanische Revolutionsführer Nelson Mandela ist frei

  • Gesellschaft
  • Manager und Märkte

    Perrier: Gletscherwasser als Ersatz Guinness: Finanzadel vor Gericht Buderus: Höhenflug mit Flugzeugküchen

  • Gezähmter Narrentanz

    Im vergangenen Sommer verwandelten 200 000 Rockfans den Markusplatz von Venedig in eine gigantische Mülldeponie. Damit sich dieser Alptraum beim bevorstehenden Karneval nicht wiederholt, haben die Stadtväter der Lagunenstadt vorgesorgt.

    Von Horst Schütter

  • Uraufführung in München: „Sturmspiel“ von Gerald Thomas

    Abgestürzt

    Die Insel, sagt Caliban, ist voll Lärm und süßer Lieder. So steht es in Shakespeares Komödie „Der Sturm“. In Gerald Thomas’ „Sturmspiel“ ist von Calibans Behauptung nur noch die erste Hälfte wahr.

  • Ein Minidrama aus der Fernsehwelt

    Deutsche Freiheit

    Mit der Meinungsfreiheit verhält es sich wie mit dem lieben Gott und dem Grundgesetz: Jeder kann sich darunter vorstellen, was er will, alles weitere regeln die Expertei.

  • Lustbar

    Die pfiffigen unter den alpenländischen Fremdenverkehrsdirektoren interessiert der Schnee von gestern kaum noch. Sie denken längst in anderen Kategorien.

    Von Bernd Loppow

  • Zwischen Kneipen und Klöstern

    Das englische Norwich hat für jeden Sonntag des Jahres ein Gotteshaus und für jeden Werktag eine Schänke

    Von Peter Säger

  • Fernseh-Kritik

    Aus der Dose

    Eine blühende Landschaft, wenn’s geht mit Palmen, hübsche, tüchtige Menschen und ihr Schicksal, ein paar Bösewichter und de Strafe, Liebe, Drama und Musik und Dialoge aus der Dose – das verlangt für seine TV-Serie der Massengeschmack.

    Von Barbara Sichtermann

  • Leise Zweifel

    Es ist ein merkwürdiges Phänomen. Mit der friedlichen Revolution in der DDR stieg auch der Kurs der D-Mark an den internationalen Devisenmärkten.

  • Museum für Hochprozentiges

    Seit mehr als tausend Jahren ist der Whiskey für die Iren das „Wasser des Lebens“. Um 600 nach Christus brachten missionierende Mönche die Kunst des Destillierens auf die Grüne Insel und erfanden ein trinkbares Elixier aus Gerste und Wasser, das sie Uisce beatha (Isch-ke-ba-ha) nannten, gälisch für das Wasser des Lebens.

  • DAS LETZTE

    Daß Politik eine erotische Affäre ist und Wiedervereinigung die Ekstase schlechthin – wir haben es an dieser Stelle immer wieder (und immer wieder vergeblich) beschworen.

  • Frauen in Frage stellt

    Verschärfen oder streichen?

    Embryonenforschung und Abtreibungspille entfachen den Streit um den Schwangerschaftsabbruch neu

  • Marokko auf eigene Faust

    Beim 2. Internationalen Tourismus-Salon, der Mitte Januar in Casablanca stattfand, trat ein Profi auf, der ehrlich aussprach, wo die Misere liegt.

  • „Wie weit könnten wir ohne die Invasion heute sein!“

    Vor einem Jahr sagten Sie – bei einer Pressekonferenz in Bologna – sinngemäß, daß die letzten zwei Jahrzehnte eine verlorene Zeit für die ČSSR gewesen seien.

  • Fernseh- Vorschau

    Schein um Schein

    Das Kabelfernsehprogramm 3 Sat hatte ein großangelegtes Experiment gestartet, einen ganzen Sendetag lang ging es um das Thema „Geld“.

  • Campingurlaub in der DDR

    Wer im Sommer Campingurlaub bei den deutschen Nachbarn machen machte, sollte seinen Platz rechtzeitig reservieren. Weil das Campingjahr in der DDR nur von Anfang Mai bis Ende September dauert, ervartet der ADAC, auch wegen der geringen Hotelkapazitäten, eine Überbelegung aller Campingplätze besonders in den Monaten Juli und August.

  • Kultur
  • Zeitmosaik

    mitten in der düsteren Periode der fünfziger Jahre, als ich sechzehn oder achtzehn Jahre alt war, in einem Land, wo man praktisch keinerlei kulturellen oder anderen Kontakt zur Außenwelt hatte, da widerfuhr mir das Gluck, „Warten auf Godot“ zu lesen.

  • Avantgardist Puschkin

    Im Jahre 1859 erschien Iwan Gontscharows berühmter Roman „Oblomow“. Oblomow ist der Typ eines begabten, energielosen, verträumten, erfolglosen adligen Gutsbesitzersohns.

  • Am 14. Februar 1989 verurteilte Chomeini den Schriftsteller Salman Rushdie zum Tode. Seitdem lebt der Autor der „Satanischen Verse“ im Untergrund. Seitdem lebt die literarische Welt unter der Drohung des Terrors. Das Jahr 1989:

    Das Jahr Rushdie

    Ginge es um Literatur, könnte man sagen: 1989 war das Jahr, in dem eine neue Form von Buchrezension Premiere hatte – der Aufruf zum Autorenmord.

    Von Burkhard Müller-Ullrich

  • Die Leipziger Schule – 225 Jahre Tradition für 45 Lehrer und 85 Studenten

    Langer Weg zum kurzen Abschied?

    Das Gebäude sieht aus wie ein humanistisches Gymnasium. Nicht nur die gründerzeitliche Fassade mit breiter Freitreppe, auch die zweigeschossige Innenhalle mit Arkaden und der Nike von Samothrake in Gips auf hohem Sockel sind eindeutige Insignien einer deutschen Bildungsstätte mit ungebrochener Tradition.

    Von Barbara Gaehtgens

  • Widerstandskämpfer oder Jugendbande?

    Ein vertiefender, nicht aber entscheidender Beitrag zur „Kölner Kontroverse“ um die Edelweißpiraten

    Von Joachim H. Knoll

  • Kino: „Geboren am 4. Juli“ von Oliver Stone, „Die Verdammten des Krieges“ von Brian de Palma

    Zum letzten Mal: Vietnam

    Niemand weiß genau, wieviel Zeit eigentlich vergehen muß, bis einer nachts nicht mehr schreiend aus dem Schlaf aufschreckt und alles noch einmal sieht: die Schüsse, die Explosionen, die Toten, die Verwundeten, die Krüppel, das Blut.

    Von Andreas Kilb

  • Kino: „Mein 20. Jahrhundert“

    Poesiealbum

    Mein 20. Jahrhundert sieht natürlich ganz anders aus, deins wohl auch und das der anderen ohnehin. Das macht aber nichts, das ist sogar gut so.

  • Kleine Kulturkinetik

    Und sie bewegen sich doch

    Unsere ganze auf das Jahrhundertende zusteuernde Kultur sei wie die der Fliegen bei Winteranfang. Verträumt und verwirrt, ohne Agilität, drehten sie sich langsam vor der Scheibe in den ersten eisigen Morgennebeln.

    Von Hans-Joachim Müller

  • Das Museum Schloß Friedenstein in Gotha

    Liebespaare und Aufklärer

    Das berühmteste Bild, der Superlativ ist leicht zu vergeben, das in Gotha zu sehen ist, ist das „Gothaer Liebespaar“. Gemalt um 1480 vom Hausbuchmeister, dieser immer noch rätselhaften Gestalt unter den altdeutschen Künstlern der Generation vor Dürer, trotz der umfassenden Ausstellung, die ihm vor fünf Jahren das Rijksmuseum Amsterdam und das Frankfurter Städel gewidmet hatten.

    Von Gottfried Sello

  • Zeit zum Hören

    Technisch hervorragende Fußballspieler sind am besten, wenn sie leicht verletzt wurden. Sie gehen jedem unnötigen Zweikampf aus dem Wege, spielen schnell ab und konzentrieren sich auf das Wesentliche.

    Von Konrad Heitkamp

  • Pea Fröhlich: „Marie steigt aus dem Fenster“

    Verlorene Leben

    Ein unscheinbares Bändchen aus der Reihe „Frau in der Literatur“ des Ullstein Verlages, blau der Umschlag, darauf der Ausschnitt eines Frauengesichtes.

  • VOR VIERZIG JAHREN

    Hot Club 1950

    Es ist selten in der Geschichte vorgekommen, daß ein Musikstil die Gemüter so erregte, wie dies dem Jazz seit rund dreißig Jahren mühelos gelingt.

    Von Josef Müller-Marein

  • Das Schwinden des Schweigens

    Je rarer Neuentdeckungen werden, desto mehr sind wir auf Wiederentdeckungen angewiesen......................................

    Von Peter Hamm

  • „Du bist die Ausnahme“

    Die Briefe Siegfried Jacobsohns an Kurt Tucholsky erschrecken, weil sie hellsichtig sind

  • Länderspiegel
  • Keine Turnhose von Glorias Gnaden

  • Ein Adler als Nestbeschmutzer: Der WDR kippt eine Glosse

    Sensibler Vogel

    Der Abschied vollzog sich in Raten: Mit einem „Leben Sie wohl“ beendete der Bundesadler in der Aktuellen Stunde (AKS) von West 3 seinen satirischen Sonntags-Kommentar über die Wiedervereinigung.

    Von Heinrich Billstein

  • In einer überfüllten Unterkunft warten 400 Asylbewerber auf eine bessere Zukunft

    Tod im Auffanglager

  • Trübe Aussicht

    Das Videogerät versprach etwas Kurzweil. Die Spende des Deutschen Roten Kreuzes sollte den Aus- und Übersiedlern auf dem Wohnschiff Casa Marina im Altonaer Fischereihafen einige Abwechslung bieten.

    Von Hans-Ulrich Stoldt

  • Lebensart
  • Neue Art im Grenzgebiet

    Euphorievogel

    Darwin irrte. Seine Lehre von der Entstehung der Arten durch Evolution wird heute im deutsch-deutschen Grenzraum täglich ad absurdum geführt.

  • Ben Witter: Gefahren heim Gehen

    Ohne Ausweichmanöver

    Ich stand vor einem Schaufenster und ging, noch ganz in Gedanken an das Schaufenster, zum nächsten, als ein Mann aus der Ladentür kam.

  • Volker Schlöndorff

    Er ist ein Läufer

    Vorhang auf. Wir sehen in eine Münchner Altbauwohnung. Hell und weitläufig, schöne Biedermeierstücke auf dem Parkett, gute Bilder an der Wand.

    Von Sibylle Zehle

  • Vom Schreibtisch ins Grüne

    Bin jetzt Rentner

    Wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, daß Sie hinreichend Zeit für das finden, was Ihnen wichtig ist...“ Eine letzte Ermunterung aus der Betriebs-Beletage, mir auf den Weg in den Ruhestand mitgegeben.

    Von Uwe Storjohann

  • Bernhard Wördehoff: Das gab’s doch mal

    Geschirr der Nacht

    Sein Verschwinden ist, sagen wir es frei heraus, nicht zu beklagen, seine Erwähnung sogar ein wenig degoutant geworden, obgleich er doch vielen Generationen unentbehrlich und bis in dieses Jahrhundert hinein ein öffentlich behandelter Gegenstand war, bevor er als eher verschwiegenes Relikt von leicht anrüchiger Komik in den sechziger Jahren schließlich auch aus ländlichen Gasthöfen verschwand.

  • Agenturen und ihre Photomodelle – das Geschäft mit den Ikonen der Vergänglichkeit

    Tausend Mark für einen Tag

    Nennen wir sie Kathy, 80-60-86, die 1,78 Meter große Dunkelblonde, die zur Vorstellung in die Redaktion der Frauenzeitschrift Viva gekommen ist; 18 Jahre alt ist die Norwegerin, Beruf: Photomodell, oder im Jargon der anglizierten Branche: Model.

    Von Anna von Münchhausen

  • Brief aus Jerusalem

    Hallo auf Hebräisch

    Es ist kalt in Jerusalem. Dunkle Wolken jagen über den Himmel oder hängen knietief zwischen den Hügeln, auf denen die Stadt erbaut ist.

    Von Viola Roggenkamp

  • Zeitlese

    Jeder, der schon mal die New Yorker U-Bahn benutzt hat, wird unvergeßliche Erinnerungen hegen: das Kreischen der Züge, der schwindelerregende Dunstkreis von Schweiß und Urin, das Ellenbogenballett an den Schaltern.

  • Zeitläufe
  • Die Provinz feiert sich selbst

    FRANKFURT. – Es hat in diesem Jahrhundert noch keine Zeit gegeben, in der die politische Phantasie derart herausgefordert wurde wie heute.

    Von Wilhelm A. Kewenig

  • Wann wacht Dornröschen auf?

    WEST-BERLIN. – Das erhebende Gefühl, ganz vorn zu sein, konnte jedermann in Berlin ungestört genießen, solange die Stadt weit draußen lag, im Abseits seit der Blockade, aber subjektiv avantgardistisch: ein Exempel ohne Probe.

  • Hauptstadt nur für die Künstler

    PARIS. – Man stelle sich vor, eines Tages verkünden die Morgennachrichten, der Umzug der Bundesregierung und des Bundestages nach Berlin stehe unmittelbar bevor.

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Wohlstand half der Demokratie

    Blick zurück aus gegebenem Anlaß: Fast auf den Tag vor vierzig Jahren trifft der französische Außenminister Robert Schuman in der gerade erst gegründeten Bundesrepublik ein.

    Von Gerhard Spörl

  • Macher und Wendehals

    Hjalmar Schacht, einer der schillerndsten Bankiers des Jahrhunderts: In Weimar wie bei Hitler stets sein eigener Kreis