• Ausgabe 13/1990

    Ausgabe 13/1990

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Murren in den eigenen Reihen

    Margaret Thatcher ist auch bei den Konservativen nicht mehr unumstritten Von Jürgen Krönig

    Von Jürgen Krönig

  • Nachlese: Feuer in Rabta

    Ghaddafis Brandreden

    Die libysche Regierung bleibt bei ihrer Behauptung: Das Feuer, das am Mittwoch voriger Woche in der Chemiefabrik in Rabta ausbrach, war ein Sabotageakt.

  • Die Enttäuschung der Aufrechten

    Es war am Tag nach der Wahl. Sie war in mein Büro gekommen, und als ich den Kaffee und das Knäckebrot auf den Tisch stellte, sah ich, daß ihr Tränen übers Gesicht liefen.

    Von Marlies Menge

  • Worte zur Wahl

    „Kohl hat einen sehr hohen Erwartungshorizont gesetzt: Für die Menschen in der DDR, daß alles sehr schnell gehe, und für die Menschen hier, daß dies ohne Belastungen möglich sei.

  • Appell an die Gemeinsamkeit

    Ich hab’ genug, ich will raus“, schreit ein junger Mann am wild umkämpften Eingang, aber andere wollen hinein zur CDU-Wahlparty im Restaurant „Ahornblatt“ auf der Ostberliner Fischerinsel, das seinen Namen dem gewölbten, fünfzackigen Betondach verdankt.

    Von Joachim Nawrocki

  • Parteitag in Rennes

    Haus ohne Hüter

    Allein Parteichef Pierre Mauroy schwenkte eine welke Rose. Am Ende des Kongresses der französischen Sozialisten im bretonischen Rennes mochte keiner der übrigen Spitzenpolitiker auf der Tribüne mehr zum Symbol der Partei greifen.

    Von Joachim Fritz-Vannahme

  • Zuversicht in der Niederlage

    Der SPD-Vorsitzende Ibrahim Böhme will das „soziale Gewissen der Einheit“ verfechten

    Von Christian Wemicke

  • Nach 23 Jahren des Kampfes

    Aufbruch in die Freiheit

    Noch nie waren irgendwo in Afrika so viele wichtige Persönlichkeiten aus Ost und West zugleich versammelt wie in diesen Tagen in Namibia.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Von der Blaupause zur Wirklichkeit

    Wie die Bonner Regierung die praktischen Probleme der Vereinigung bewältigen will

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Rückblick: Kommunalwahlen in Bayern

    Nicht über einen Kamm

    Gegen die erste freie Wahl in der DDR kamen die bayerischen Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag natürlich nicht an, weder an Wichtigkeit noch an Aufmerksamkeit.

    Von Robert Leicht

  • Bonner Bühne

    Bekannte Gesichter

    Spitzes Klopfen der Journalisten mit ihren Kugelschreibern, freundlich und ein bißchen ironisch zugleich, begrüßte die Rückkehr des verlorenen Bonner Sohnes.

    Von Gunter Hofmann

  • Ein Votum für die Einheit

    Die Wähler in der DDR haben die erste freie und geheime Wahl durch eine ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung (93,2 Prozent) besonders eindrucksvoll legitimiert.

    Von Manfred Berger, Wolfgang G. Gibowski und Dieter Roth

  • Amerika und die deutsche Einheit

    Etappe auf einem langen Weg

    Ein enger Berater von Präsident Bush schüttelt verwundert den Kopf. Eben hat er in einer europäischen Zeitung gelesen, daß Amerika, einst unangezweifelte Welt- und Supermacht, an die Peripherie der Ereignisse gerückt sei.

    Von Christoph Bertram

  • Mitleid mit den Politikern: Die Konzernherren bewegen mehr. Mit dieser Betrachtung endet die Serie über „die Chefs“.

    Die Olympier des Kapitals

    Die Verpackung ist so glorios, daß menschliche Schwächen schon keine Rolle mehr spielen. Aber niemand ist kapriziöser als die Chefs, wenn das öffentliche Licht auf sie fällt.

    Von Nina Grunenbere

  • Freude in der alten Trutzburg

    Zum ersten, zum zweiten, zum dritten – die sechsbändige Marx-Ausgabe geht für 890 Mark weg. Das ist nicht viel, denn die blauen Bände dürften einen hohen Sammelwert besitzen, da sie aus dem Allerheiligsten stammen, dem Politbüro der ehemaligen SED.

    Von Michael Schweben

  • Regierungskrise in Israel

    Gelähmtes statt gelobtes Land

    Israels Regierungskoalition „der nationalen Einheit“ ist vergangene Woche zerbrochen. Likud und Arbeiterpartei vermochten sich nicht auf eine Antwort auf den amerikanischen Vorschlag für Verhandlungen mit den Palästinensern zu einigen.

    Von Fredy Gsteiger

  • Nervenkrieg um Litauen

    Bedrängt von allen Seiten

    Gorbatschow kann die einseitige Erklärung der Unabhängigkeit nicht tatenlos hinnehmen

  • Erik Blumenfeld wird 75

    Dem Freunde

    Erik Blumenfeld, geboren 1915, gehört zum ersten Rang der Hamburger CDU-Politiker. Er war Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, des Bundestages und des Europaparlaments.

    Von Gerd Bucerius

  • Weltbühne

    Gefährliche Wahrheit

    Trotz aller Bitten, internationaler Appelle und diplomatischer Proteste ist am Donnerstag vergangener Woche im Irak der Journalist Farsad Bazoft gehenkt worden – in einem Prozeß, der allen rechtsstaatlichen Prinzipien Hohn sprach, als „Spion“ angeklagt und nur durch ein erpreßtes Geständnis überfuhrt.

    Von Horst Bieber

  • Begegnung in Spindlermühle

    Ein Mann für Europa

    Auch bei seinem Treffen mit Lech Walesa bemühte sich Václav Havel um die europäische Versöhnung

    Von Helga Hirsch

  • Wirtschaft
  • Vietnam

    Ein Kater unter Tigern

    Saigon boomt. Die Stadt, die eigentlich Ho Chi Minh-City heißt, die aber kaum einer ihrer vier Millionen Einwohner so nennen mag, will den Anschluß an alte Tage wiederfinden.

    Von Christian Tenbrock

  • Edgar Most

    Der 1940 in Thüringen geborene Bankfachmann hat eine eindrucksvolle Karriere hinter sich. 1954 begann er als Lehrling bei der Deutschen Notenbank, der Vorläuferin der heutigen Staatsbank der DDR.

  • Zeit und Geld

    Kein Interesse am Gold

    Vollständig verflogen ist die Hausse-Stimmung am Markt für Gold und andere Edelmetalle. Vor zwei Wochen rutschte der Goldpreis zeitweise sogar unter die Marke von 400 Dollar, die als „Schallmauer“ gilt.

  • Bank und Börse

    Mit Bullen-Scheinen auf Dax-Jagd

    Neue Spekulationsinstrumente ermöglichen auch die Absicherung gegen Kursverluste

  • Ausbildung

    Jagd auf die Jugend

    Schulschwester Christel hat die Altersgrenze für Auszubildende weit nach oben verlegt: Ihr ältester Lehrling ist schon über fünfzig.

    Von Dirk Kurbjuweit

  • EG-Umweltpolitik

    Behörde ohne Biß

    Mit Haken und Osen focht die Brüsseler EG-Zentrale gegen das Europaparlament, um ihre dürren Plane für eine Europaische Umweltagentur über die Runden zu retten.

    Von Stefan Wichmann

  • Gutachten

    Allergie

    Das Ritual findet jährlich mindestens einmal statt. Und so unvermeidlich wie der Bonner Auftritt des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Reaktion darauf: Die Regierung sieht ihre Politik im Votum des Rates bestätigt, die Opposition in ihrer Kritik daran.

  • Gunhild Freese:

    Wettbewerbshüter auf schmalem Grat

    Wird die Münchner Allianz eines Tages zum Monopolisten in der DDR? Da verkündet Deutschlands mächtigster Versicherungskonzern den Einstieg in die Staatliche Versicherung der DDR, ein absolutes Monopolunternehmen.

  • DDR

    Banken in Not

    Die Reform des maroden Kreditwesens wird die Bonner Regierung Milliarden kosten

    Von Bernhard Blohm und Peter Christ

  • Bonner Kulisse

    Der U-Boot-Untersuchungsausschuß des Bundestages kann nach mehr als einjähriger Tauchfahrt – CDU/CSU und FDP hatten die Beweisaufnahme blockiert – vollen Kurs auf das Ziel, die Wahrheit, nehmen.

  • Frieden durch Vernetzung der Staaten und der Konzerne? Dafür plädierte vergangene Woche Daimler-Benz-Chef Edzard Reuter in der ZEIT. Doch Macht, auch ökonomische, muß gezähmt werden.

    Recht schafft Frieden

    Ein neues Netz für den Frieden hat Edzard Reuter mit Blick auf die Wirtschaftskonferenz der KSZE-Staaten vorgeschlagen. Sein Plädoyer für mehr Partnerschaft setzt auf ein neuartiges Sicherheitssystem durch ökonomisches Zusammenwachsen der Völker.

    Von Kurt Biedenkopf

  • DDR

    „Das ist schon eine Revolution“

    ZEIT-Interview mit Edgar Most, dem Chef der ersten privaten Großbank in der DDR

    Von Bernhard Blohm und Peter Christ

  • Für Rentenerhöhungen, die Arbeitslosenversicherung und das Gesundheitswesen wird man fünfzig Milliarden Mark benötigen.

    Erbetene Einmischung

    Aber besteht nicht die Gefahr, daß zu viele DDR-Bürger die gleiche Marktlücke suchen und sie dann überfüllen; daß alle Entlassenen vom VEB Sternradio einen Reparaturbetrieb aufmachen, obwohl sich die Reparatur von Billigradios gar nicht lohnt; oder daß von 2000 Kneipen, die in Ost-Berlin neu aufgemacht werden, 1000 ohne Kundschaft bleiben? „Das ist im Prinzip ja nichts anderes als bei uns“, meint Pieroth, „aber im Übergang wird das wohl häufiger der Fall sein.

    Von Joachim Nawrocki

  • Hypotheken

    Alptraum

    Anfang der Woche berichteten die deutschen Hypothekenbanken über ihr insgesamt glänzendes Geschäft, doch dann stellten sie nüchtern fest, daß ihnen der private Wohnungsbau Sorgen bereite.

  • Reichtum ist fad

    Wenn Ökonomen über das Wohl der Menschheit nachdenken, gehen sie meist von einem recht simplen Menschenbild aus. In den volkswirtschaftlichen Modellen haben die Leute unendlich viele materielle Wünsche und können diese nur mit Geld verwirklichen.

    Von Irene Maver-List

  • Benzinzusätze

    Einigkeit macht schwach

    Trotz Unterstützung der Industrie zögert Bonn mit einem Verbot von Giftstoffen

    Von Fritz Vorholz

  • Markt-Report

    Gewinne nach der Wahl

    Der Ausgang der Wahlen in der DDR hat bei den deutschen Aktien für einen weiteren Kursschub gesorgt. Er brachte den Deutschen Aktienindex (Dax) in die Nähe seines bisherigen Jahreshöchststandes.

  • Brasilien

    Alles auf eine Karte

    Sein Trumpf heißt Schnelligkeit. Nur 24 Stunden nach seiner Amtsübernahme präsentierte vergangene Woche Brasiliens neuer Präsident, Fernando Collor de Mello, der überraschten Nation seinen Plan einer radikalen Wirtschaftsreform.

  • Rudolf Engen

    Was heißt hier Nato?

    Immer wenn die Weltgeschichte sich heißläuft und deutsche Politik zum unvorhersehbaren Happening wird, wendet sich Bonn vertrauensvoll an die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA), um polititschen Rat einzuholen.

  • Mitten im Umbruch von der Plan- zur Marktwirtschaft wählen die Ungarn am Sonntag ein neues Parlament

    Zwischen den Stühlen

    Die Reformer in Budapest zahlen heute die Rechnung für den Gulaschkommunismus

    Von Michael Reitz

  • Neuerscheinungen

    Großbritannien und Europa – Großbritannien in Europa. Sicherheitsbelange und Wirtschaftsfragen in der britischen Europapolitik nach dem Zweiten Weltkrieg.

  • DDR

    Eins plus eins ist drei

    Manchem in der Bundesrepublik ist das Tempo schon lange nicht mehr geheuer, mit dem das Volk der DDR zur Wiedervereinigung strebt.

    Von Nikolaus Piper

  • Wissen
  • Erforscht und erfunden

  • Sturmzeichen

    Der Kommunismus ist tot. Doch die Führung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde bemüht sich noch immer verzweifelt, dem Leichnam neues Leben einzuhauchen.

  • Der Kandidat

    Natürlich gab es für die Bonner SPD keine Alternative zu Oskar Lafontaine. Doch gerade weil seine Nominierung zum Kanzlerkandidaten so unausweichlich geworden war, wirken ihre Begleitumstände alles andere als motivierend.

    Von R. L.

  • Androgene/Männliches Klimakterium

    Hormon für den Mann

    Von Hans Harald Bräutigam

  • Kosmologie

    Kein Rülpser im Urknall

    Eine perfekte Bestätigung der Urknall-Hypothese bereitet den Theoretikern Kopfzerbrechen

    Von Rainer Kayser

  • Vor der Einheit: Einigkeit bei uns, Einigung mit anderen

    Das Signal ist deutlich und unerwartet kräftig ausgefallen: Die Masse der DDR-Bürger will die deutsche Einheit, eine klare Mehrheit will sie ohne jeden weiteren Verzug.

  • Einsichtig

    Nun ist auch die eisenharte Lady weich geworden. Margaret Thatcher, die Protagonistin unbedingter Wehrhaftigkeit, tat sich sichtlich schwer, Abstriche am westlichen Rüstungsarsenal hinzunehmen.

  • Reisen
  • Zwischen den Wassern

    Kühn und kraftvoll schwingt sich mit einem weitausholenden Anlauf die 8678 Meter lange Spannbetonbrücke über die immer noch strombreite Verengung, die den gewaltigen Maracaibo-See vom Golf von Venezuela immer Tief unten im Wasser ruht der Reichtum des Landes, das Erdöl, das aus der Kleinstadt Maracaibo eine hochhausbespickte geschäftige Metropole gemacht hat, die zweitgrößte Venezuelas.

    Von Monika Putschögl

  • DIE ZEIT
  • Aufstieg und Fall der Mittelmäßigen

    Biographien aus der Nazizeit – und wieder kein Wort über die konservativen Kollaborateure

    Von Volker Ullrich

  • Britische Parlamentarier stellten einen denkwürdigen Rekord auf

    Das große Schweigen

    Das Elend der Demokratie ist die Geschwätzigkeit. Der ehemalige britische Premier Clement Attlee drückte dies vornehmer aus: „Demokratie ist Regierung per Debatte.

    Von Reiner Luyken

  • Eine heitere Stadt-Oase

    Am Sonntag im Retiro ist die Welt noch in Ordnung. Im berühmtesten der Madrider Parks spürt man weder etwas von der gefährlichen Luftverschmutzung einer der dreckigsten Hauptstädte Europas noch vom betäubenden Lärm achtspuriger Straßen.

    Von Martin Spiewack

  • Erstmals können westliche Touristen mit einem Schiff der Taiga-Flotte von Jarkutsk aus den Fluß Lena befahren

    Sibirische Kreuzfahrt

    Nach 8500 Kilometern Flugreise von Moskau beginnt in Jakutsk eine einzigartige Reise auf einem Strom, der bisher für einen westlichen Touristen unbefahrbar war.

  • Die Welt der Hanni R.

    Härter als das Leben

    Als in der Gegend von Pregarten im oberösterreichischen Mühlviertel um 1900 die Ruhr ausbrach, ließ Johann Lampelmaier die Peitsche schnalzen.

  • Unbekanntes Italien

    Südtirol ist trotz schmerzender Bausünden und schleichender alpiner Umweltkatastrophen noch immer eine der schönsten Regionen Europas, und hier zu wandern könnte ein Vergnügen sein.

    Von Astrid von Friesen

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Was wir nicht wissen sollen

    Eine gewisse Neigung zur Renitenz ließ Flottillenadmiral Elmar Schmähling auch schon früher erkennen, mit seinem Buch „Der unmögliche Krieg“ hat er nun aber die Grenzen des Truppengeschmacks überschritten.

  • Schritt um Schritt zur Einheit

    Verständigung mit den Nachbarn, Solidarität im Inneren: Was Bonn und Ost-Berlin als nächstes anstreben müssen

    Von Helmut Schmidt

  • Frühlings-Erwachen

    Fahrerflucht: Wer an seinem Geburtstag oder an seinem Hochzeitstag vor allzuviel Trubel fliehen möchte, sollte kurzfristig die Feierlichkeiten nach Serfaus in Tirol verlegen.

  • Antritt nach dem Schock

    Oskar Lafontaine hatte sich das Umfeld seiner Kanzlerkandidatur anders vorgestellt

    Von Gunter Hofmann

  • Innere Sicherheit in der Bundesrepublik

    Weiter schnüffeln

    Auf dem mühsamen Weg zur deutschen Einheit zeichnet sich ein schweres Handicap ab: Er wird von Juristen gepflastert werden müssen.

    Von Hans Schueler

  • Reiseland DDR

    Besuch bei Preußens

    Für Potsdam gab es in diesem Jahr keinen Winterschlaf: Nach knapp dreißig Jahren Insulanerleben grassiert bei den Westberlinern das Ausflugsfieber.

    Von Ulrike Meyer

  • Der alltägliche Massenmord

    Die „Euthanasie“-Aktion war der Probelauf für den Judenmord – Der Kreis der Opfer wurde bis Kriegsende immer mehr erweitert

    Von Ernst Klee

  • Alle fühlten sich unschuldig

    Glücksritter der Barbarei

    Wenn wir Nachgeborenen diejenigen, die von der Zeit erzählen könnten, nach ihren Erfahrungen im Nationalsozialismus befragen, haben sich Erinnerungen meist verflüchtigt, zu Anekdoten verdichtet oder zum Blick auf das eigene Schicksal verengt.

  • Leben auf Pump

    Hunderttausende von Bundesbürgern sitzen in der Schuldenfalle. Monat für Monat stottern sie Raten ab, doch ihr Soll wird nicht weniger.

    Von Udo Perina

  • Gripsholm und andere Schlösser

    Schade, daß es seinerzeit noch keine Yellow Press gab – er hätte Klatschstoff für Jahre hergegeben, jener Erik XIV., der zweite Wasa-König von Schweden.

    Von Klaus Sehönefelt

  • War was, ist was?

    Ein Werbeprospekt verspricht „Urlaub fürs Gemüt“: In Clausen, einem „der schönsten deutschen Orte“, erwarte den Kurgast „die Ruhe des Waldes, der frische Duft grüner Wiesen“ und „eines der romantischsten Gewässer überhaupt“.

  • Gesellschaft
  • Ein neues Angebot auf der Frankfurter Kunstmesse

    Der Besucherschulmeister

    Es ist ja nicht so, daß wir nicht immer noch etwas lernen wollten. Zumal wenn Bazon Brock an der Tafel steht. Die „Besucherschulen“, die der Wuppertaler Ästhetikprofessor zu mancher documenta veranstaltet hat, unterschieden sich stets angenehm vom museumspädagogischen Lehrplan und führten die Teilnehmer aus ihrer vorschulähnlichen Kunstarglosigkeit an geradem Weg zur Rezipientenreife.

    Von Hans-loachim Müller

  • Fernseh-Kritik

    Ein Pyrrhussieg

    Wahlen sind nichts für die Glotze. Der Vorgang selbst ist optisch unergiebig und obendrein geheim. Die Würdigung seiner Konsequenzen verlangte jene Weile und Nachdenklichkeit, die in einer aktuellen Fernsehsendung nicht zur Verfügung steht.

  • Manager und Märkte

    Banken: Eifriger Nachwuchs Lastwagen: Peinliche Anzeigen Computer: Giftiger Müll

    Von Rainer Hupe

  • Warner, Windmacher, Wissenschaftler

    Die Karriere einer Hiobsbotschaft offenbart das gestörte Verhältnis zwischen Forschung und Öffentlichkeit

    Von Michael Haller

  • Warum auch unser staatlicher Sicherheitsdienst sich überlebt hat

    Ausgeschnüffelt

    Daneben hat sich die Republikanerpartei noch eines anderen Blattes bemächtigt, welches zwar nur Unterhaltungsblatt zu sein scheint, aber bei seiner ungemein starken Verbreitung höchst gefährlich werden kann, sobald der Augenblick gekommen sein wird, die jetzt vorgehaltene Maske abzuwerfen: nämlich der Gartenlaube.

  • Fernseh- Vorschau

    Mut oder Angst

    Das „Park-Hotel“ in einem kleinen Schwarzwaldkurort ist pleite gegangen. Das vulgäre Wort „pleite“ paßt nicht zu diesem Haus, das einst für die feine Gesellschaft errichtet wurde.

    Von Petra Kipphoff

  • Notbremse gezogen

  • Tabakwerbung

    Lobby unter Dampf

    Von Thomas Hanke

  • Die deutsche Vereinigung – keine dramatische Dichtung

    Nothochzeit

    Manchmal, ganz selten, ist die Geschichte eine Romanze – begeisternd, zu Tränen rührend. Meistens ist die Geschichte bloß ein Geschäft.

  • Ich will die Katastrophe aufhalten

    Über das tödliche Risiko des Schriftstellers, Ein ZEIT-Gespräch mit Mario Vargas Llosa

  • Türkei: Die Kehrseite des Booms

    Der Bauboom, angeheizt durch Spekulanten aus Istanbul und Izmir, hat an der Küste unübersehbare Narben hinterlassen. Die Geschäftsleute sind aber bereits wieder auf dem Rückzug, denn sie haben sich gewaltig verschätzt.

    Von Peter Kemnitzer

  • „Wer heiratet, lebt gesünder“

    Der 24. Januar 1990 bescherte den Ehemännern und Ehefrauen dieser Republik eine frohe Botschaft, den Junggesellen aber Kümmernis: Unter der Überschrift „Wer heiratet, lebt gesünder“ brachten auflagenstarke Zeitungen eine Nachricht aus der Wissenschaft.

  • DAS LETZTE

    Man kann uns ja manches nachsagen, aber eines nicht: daß wir Feinde der freien Marktwirtschaft seien. Denn wir hier sind die ersten, die nach dem 18.

  • Ausstellung in Ost-Berlin: Robert Rauschenbergs „ROCI"

    Pelikan in Preußen

    Im zentralen Kuppelsaal des Berliner Alten Museums, mit dem Friedrich Schinkel seinem den Göttern Griechenlands abgeschauten Kunsttempel die römische Note gab, hängt ein buntes Tuch von der Decke.

  • Test-Saison

    In Berlin, wo Touristiker aus beiden Teilen Deutschlands zusammensaßen, entstanden wahre Horrorszenarien, wenn von der bevorstehenden Reisesaison die Rede war.

  • Privat schlafen in der DDR

    Nicht nur Experten erwarten in diesem Jahr einen Touristenansturm auf die DDR. Der Reiseboom birgt allerdings Probleme: Es gibt zwar rund 900 Hotels und Gasthöfe, doch nur 50 davon besitzen gehobenen Standard, und 100 sind Mittelklasse-Hotels.

    Von Christine Möllhoff

  • Schöner wohnen im Ferienhaus

    Auf Ferienunterkünfte für Anspruchsvolle spezialisiert ist Brigitta Diekmann (Seestraße 5, 8757 Karlstein, Tel. 06188/771 34), die in ihrem Katalog rund fünfzig Häuser von Nordfriesland bis Oberbayern, aber auch in Spanien und Irland, in Dänemark und Frankreich präsentiert.

  • Kultur
  • Zeitmosaik

    Sein Vater war ein berühmter Kunsthistoriker, sein Sohn ist Theaterregisseur, er selber spielte begeistert Kammermusik, in der englischen Literaturwissenschaft hat er sich internationale Anerkennung erworben: Wolfgang Clemen, der am 16.

  • Miß Daisy und ihr Chauffeur

    Im Juli vorigen Jahres lief Spike Lees letzter Film „Do the right thing“ in den deutschen Kinos, mit mäßigem Erfolg. Der Film war nicht wirklich gut; aber in der Erinnerung wird er immer besser.

  • Vom demokratischen Locus Classicus zum Lokus

    Erbaulicher Parcours durch die Criminal-Abenteuer der Weisswäscherei Schweiz

  • Das Schweizer Künstler-Duo Fischli/Weiss: Von der Enzyklopädisierung der Welt zur metaphorischen Kettenreaktion

    Die werden staunen!

    Hunderte von Leuten lächeln geheimnisvoll, als sei der Münchner Kunstverein ein Treffpunkt zum Leben erweckter Mona Lisas. Einige, die es genau wissen wollen, beklopfen einen schwarzen Sitzquader, der ledern aussieht, aber nicht aus Leder ist.

    Von Ulf Erdmann Ziegler

  • „Dead Bang“, „Powerplay“: John Frankenheimers verlebte Kino-Helden

    Die alten Wilden

    Als Jack Knowles von einem Untergebenen zu lasch gegrüßt wird, erklärt er ihm, was das Salutieren einst bedeutete: Wenn sich früher zwei Ritter auf offenem Feld begegneten, dann hoben sie die Hand zum Kopf, um entweder ihr Visier zu öffnen, was Frieden signalisierte, oder um es zu schließen, was Krieg bedeutete.

  • Mary Ellen Jordan Haight

    Im Quartier

    Auf den ersten Blick: noch ein Führer durch Paris, sehr systematisch, mit Plänen, Routenvorschlägen, Sehenswürdigkeiten. Doch dieser läßt Eiffelturm und Notre Dame links liegen, er leitet und begleitet durch einen literarischen Mikrokosmos.

  • Eine ungewöhnliche Ausstellung in Genf

    Und dieser Mensch werde ich sein

    Was ist eigentlich, so könnten doch die Akademie von Dijon oder die für ihren Scharfsinn berüchtigte von Darmstadt heute einmal fragen – was ist eigentlich ein Intellektueller? Nun, würden wir antworten, nun.

    Von Benedikt Erenz

  • Karl Münchinger

    Das Alte neu

    Er war einer der Männer einer ersten Stunde. Als der braune Spuk vorbei war, mußte (und konnte) sich ja auch das Musikleben neu orientieren – sich lösen von den Sinfonischen Seelen-Festveranstaltungen im Dienste (rein-)rassistischer Denk- und Gefühlsorientierung.

  • Verlieben muß man sich

    Tun S’ mir den G’falln und lesen S’ des Buch net politisch“, rät mir Gershon Shaked, Professor für hebräische Literatur in Jerusalem.

    Von Susanne Schlötelburg

  • Ein erstaunliches literarisches Debüt

    Vogel im Ohr

    Wer so anfängt, spielt mit hohem Einsatz. Die poetische Prosa einer Erzählung, deren „Fabel“ nur sehr schwer nachzubuchstabieren wäre, ist kühn bis zum Kitsch, bizarr in den am Surrealismus geschulten, gewagten Bildern und von höchster Musikalität – bis in Reimwörter, Stabreime, Assonanzen, manchmal nur gesuchte, oft aber glücklich gefundene Kadenzen im Rhythmus von Dreier-Formeln („ .

  • Wie man aus dem Leben ein Gedicht macht. Wie man den anderen durch Scherze den Spaß am Lebensernst verdirbt

    rare

    Hand in Hand Auge in Auge Erinnerungen wie Sterne und Träume, vergessen und wiedergefunden. Nichts ist verloren Staub der Erinnerung verirrte Briefe es genügt einzuschlafen.

  • Länderspiegel
  • Die Erzieherinnen der Kindertagesstätten verlangen bessere Arbeitsbedingungen

    Total verfahren

    Wir streiken weiter – auch ohne euch!“ Hitzig ging es zu auf der Streikvollversammlung der Westberliner Kita-Erzieherinnen vergangenen Freitag.

    Von Ulrike Helwertb

  • Schleswig-Holstein wählt am 25. März

    Im Wartburg unterwegs

    Stellen wir uns einmal vor, wir seien nicht gelangweilte Bundesbürger (Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein? Gähn!) sondern interessierte Demokraten aus der DDR, die nach vollbrachter Abstimmung daheim einmal schauen wollen, wie der politische Alltag nebenan so abläuft.

  • Ende einer Affäre: Uwe Barschels Schreibtisch unter dem Hammer

    Das Schnäppchen

    Uwe Barschels Licht leuchtet wieder. Es scheint aus seiner Stehlampe auf seinen bogenförmigen Kirschholzschreibtisch und seinen ledernen Chefsessel, eine Maßarbeit für den Ministerpräsidenten.

    Von Walter Wüllenweber

  • Lebensart
  • Gelegenheit macht Diebe

    Wenn das Geld im Kühlschrank liegt

    Drei Männer empfingen mich, jeder von origineller Gemütsart. Sie waren berufserfahrene, mit den Betriebsamkeiten eines bestimmten Milieus bestens vertraute Verbrechensbekämpfer und somit prädestiniert als Mitarbeiter in einer „Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle“.

    Von Esther Knorr-Anders

  • Freud und Leid eines Klinikarztes in der DDR

    Das „Orchester“ spielt noch

    Montag früh komme ich von der Schnellen Medizinischen Hilfe, wo ich seit Sonntag früh in der Kreisstadt Dienst hatte. Verkehrsunfälle, Patienten mit Vergiftungen, Luftnot, Bewußtlosigkeit und wie fast jeden Sonntag eine Alkoholvergiftung.

    Von Heiner Frenkel

  • Harry Kupfer

    Menschensorger müssen bleiben

    Das Land braucht, nach dem Schock der Freiheit, seine Künstler, findet Opernregisseur Harry Kupfer: „Das Theater ist dazu da, Utopien durchzuspielen.

  • Drogen, Killer, weiße Kittel

    Geschichten über Marseille dürften nicht jugendfrei sein: Es kommt zuviel Gewalt darin vor. Jeder Fernsehbericht, jeder Zeitungsartikel über die Phönizierstadt scheint sich an die französischen Serie-Noir-Filme anzulehnen.

    Von Fredy Gsteiger

  • Kaderwelsch

    Freiwillig bedeutete in offiziellen Texten oft die formale Freiwilligkeit, den Pionieren, der FDJ, dem FDGB beizutreten oder sich an der Schule der sozialistischen Arbeit, der Maikundgebung oder an Volks wählen zu beteiligen.

  • In den dunklen Jahren 1942 bis 1944 versteckten mutige Belgier 2700 jüdische Kinder bei Familien, in Klöstern und Internaten

    Du darfst nie sagen, daß du Rachel heißt

    Vier alte Frauen, belgische Widerstandskämpferinnen, erinnern sich an die dramatischsten Jahre ihres Lebens

  • Der stille Krieg

    In den Dörfern der philippinischen Insel Negros wüten Militärs und bewaffnete Banden grausam gegen die Bevölkerung

    Von Sabine Wenke

  • Vor allem Leute

    Nur eine Sache der Musik ist der Rock nie gewesen. Schon damals, 1967 in Haight Ashbury, San Francisco, ging es um die Erfindung von Lebensstilen, auch wenn man das noch nicht so nannte.

  • Brief aus London

    Harte kalte Nächte

    Vor ein paar Monaten hat in den englischen Medien ein merkwürdiger Schlagabtausch zwischen Robert Runcie, dem Erzbischof von Canterbury, und Premierministerin Margaret Thatcher stattgefunden.

    Von Julia Tugendhat

  • Zeitlese

    „Ein Sofa ist ein Sofa ist ein Sofa“, murmelte meine Freundin Rita neulich, als sie niedersank und sich ihrem Laster hingab: Gertrude Stein.

  • Tribüne
  • Die Legionäre kehren zurück

    Denn in Osteuropa hat die Kettenreaktion der Perestrojka eine mächtige Druckwelle erzeugt – die „Russen-Phobie“. Überall wird nun das osteuropäische Beispiel nachgeahmt – von afrikanischen Obristen, die nach dem Traum des Marxismus-Leninismus die Vorteile ethnischer Vorherrschaft wiederentdecken, bis zu den baltischen Sowjetrepubliken.

    Von Wladimir Kulistikow

  • Deutschland in der Nato: warum nicht?

    MOSKAU. – Das Ende des Nachkriegseuropa konnte nicht umhin, die Frage der Vereinigung Deutschlands konkret zu machen. Erste Schritte werden bereits auf dem Weg zu ihrer Lösung unternommen, und es gibt eine Vielzahl der verschiedensten Fragen.

    Von Alexander Bowin

  • Die Angst vor den Germanen schwindet

    HELSINKI. – In jüngster Zeit wird viel über die politischen Schwierigkeiten spekuliert, mit denen sich Michail Gorbatschow herumschlagen muß.

    Von Max Jakobsen

  • unzugeordnet
  • Bewährung für Kohl

    Es wird ernst mit der deutschen Währungsunion. Was jetzt zwischen Bonn und Berlin ausgehandelt wird, berührt aber auch die Partner in der Europäischen Gemeinschaft.

    Von Thomas Hanke

  • Der lange Weg zum Markt

    Gesetze, Institutionen, Verhaltensweisen – in der DDR muß sich fast alles ändern

    Von Klaus-Peter Schmid

  • Zeitläufe
  • Von unserem Korrespondenten

    Werner Finck, Parteigründer

    In der Taberna Academica zu Berlin war die „Radikale Mitte“ zu Gast. Sie hatte wenig Mühe, die über tausend Plätze des Saales zu füllen, wiewohl sie nicht einmal mit Plakaten und Inseraten Reklame gemacht hatte.

    Von unserem Korrespondenten