• Ausgabe 14/1990

    Ausgabe 14/1990

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Kleiner Vorgeschmack

    Es ist eine Sache, eine Wahl zu gewinnen, und eine andere, vollmundige Wahlversprechen einzulösen; davon können alle Parteien ein Liedlein singen.

  • Vor der Regierungsbildung in Ost-Berlin

    Anwürfe aus dem Untergrund

    Wer streut den Verdacht, SPD- und CDU-Politiker hätten für den Stasi gearbeitet?

    Von Joachim Nawrocki

  • Rückblick: Rumänien

    Balkanisierung

    Eine Woche nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rumänischen Nationalisten und Angehörigen der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen ist die Lage zwischen den verfeindeten Volksgruppen weiter gespannt.

  • Neuer Anlauf zum Frieden

    Moskau und Washington haben ein Interesse daran, den Bürgerkrieg in Afghanistan zu beenden

    Von Gabriele Venzky

  • Britische Konservative

    Mit Schläue, Charme und Methode

    Michael Heseltine bleibt jetzt, da er sein Lebensziel zum Greifen nahe fühlen darf, kühl bis ans Herz hinein. Mit keiner Miene verrät er, wie wohl ihm die Begeisterung tut, die ihm entgegenschlägt, wann immer sein Autokonvoi in konservativen Hochburgen auftaucht.

    Von Jürgen Krönie

  • Volksrepublik China

    Lernen von Lei Feng

    Der Parteizellensekretär Zheng Zhaoying aus Harbin „fiel plötzlich vornüber auf den Schreibtisch und war tot. Die Untersuchung ergab, daß er an einer Reihe von Krankheiten und völliger Erschöpfung gelitten hatte.

    Von Kai Niepei

  • Worte der Woche

    „Ich mag keinen Broccoli. Und ich habe ihn nicht gemocht, seit ich ein kleines Kind war und meine Mutter ihn mir vorsetzte..

    Von Bundespräsident

  • Sowjetischer Druck auf Litauen

    „Hoffentlich fließt kein Blut“

    Die litauische Führung will auch vor Panzern und Fallschirmjägern nicht nachgeben

    Von Maria Huber

  • Bonner Bühne

    Grenzfälle

    Eine „Friedensgrenze“ solle aus der deutsch-polnischen Grenze werden, schlägt Helmut Kohl jetzt vor. Sobald die Einheit hergestellt sei, werde ein klares Wort zur Oder-Neiße-Linie fällig.

  • Kommunistische Partei der Sowjetunion

    „Reich der Mumien und der Schatten“

    Im Konflikt um Litauen und durch die Wahl Michail Gorbatschows zum Staatspräsidenten ist die Aufmerksamkeit von einer Bestandsaufnahme abgelenkt worden, die über die politische und ideologische Lage in der Sowjetunion eine beklemmende Auskunft gibt.

    Von Christian Schmidt-Häuer

  • Ben Witter

    Angetippt

    Belastungen durch die Vergangenheit, so nennt er sein Problem, Vergangenheitsbewältigung im üblichen Sinn bat nichts damit zu tun.

  • Nachlese: Nicaragua

    Entwaffnung der Contras

    Die gegen die Sandinisten kämpfenden Contras haben sich am vergangenen Wochenende bereiterklärt, noch vor dem 25. April ihre Waffen niederzulegen; an diesem Tag übernimmt Violeta Chamorro das Präsidentenamt von Daniel Ortega.

  • Wahlen in Ungarn

    Wetterhahn statt roter Stern

    Zwischen Kameras und Computern, die den Kontakt mit handgekurbelten Dorftelephonen verweigerten, fieberten in der Hauptstadt Budapest die Profis von Politik und Presse nächtelang einem Ergebnis entgegen, dessen Kern doch jeder schon vorher kannte: Ungarn hat die Freiheit gewählt – sei es unter dem Namen des konservativen Demokratischen Forum, das die meisten und doch nur ein knappes Viertel der Stimmen gewann, sei es im Gewand des sozialliberalen Bundes Freier Demokraten mit zwanzig Prozent.

    Von Hansjakob Stehle

  • Zeitspiegel

    Bis in die Tage des Ersten Weltkrieges lebte Frankreich nach der Sonnenzeit, wie die Greenwich Mean Time von unseren sprachbewußten Nachbarn genannt wurde.

  • Frankreichs Sorge wegen der Deutschen

    Viel Sand im Getriebe

    Trotz aller Beschwichtigung: Das Verhältnis zwischen Bonn und Paris ist gestört

    Von Joachim Fritz-Vannahme

  • Werden die Amerikaner zu Zuschauern der Weltpolitik? Laufen ihnen Japan und Deutschland den Rang ab? Bei einem Studienaufenthalt an der Harvard-Universität suchte unser Redaktionsmitglied nach Antworten.

    Der schläfrige Riese

    Die Befürchtung, an den Rand des Weltgeschehens gedrängt zu werden, bringt in Amerika noch nicht die Massen um den Schlaf. Der mögliche Abschied von der Supermachtrolle beschäftigt vorerst bloß eine elitäre Minderheit.

    Von Dieter Buhl

  • Weltbühne

    Bremser und Temposünder

    Allen voran schreiten die Eidgenossen. Sie haben es am 1. April in der Hand, mittels Volksabstimmung der Zubetonierung ihrer schönen Alpenrepublik Einhalt zu gebieten, die Verkehrsfläche auf dem Stand von 1986 einzufrieren und drei geplante Autobahnteilstücke zu verhindern.

    Von Fredy Gsteiger

  • Ein Hauch von Kreuth

    Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört, auch bei der deutsch-deutschen Parteitaktik. Auf die völlige Okkupation des Wahlkampfs in der DDR folgt die Übertragung bisher bundesdeutscher Rivalitäten und Konflikte.

  • Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit

    Auf einen Nenner?

    Lassen sich das gesellschaftliche, das wirtschaftliche und das politische System der DDR und der Bundesrepublik überhaupt auf einen Nenner bringen? Gäbe es nicht die deutsche Literatur – voran der Autoren aus der DDR, der ausgewanderten und der drüben Gebliebenen –, würde man zweifeln.

  • Wirtschaft
  • Bank und Börse

    Bankiers zum Abschalten

    Rechner einschalten, Betrag eintippen, und der Computer beginnt zu spekulieren. Der Anleger indes schaut betreten zu oder widmet sich still seiner Morgenzeitung.

  • Griechenland

    Europas kranker Mann

    Ähnliche Tone schlägt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris an In den achtziger Jahren zahlte Griechenland zu den Schlußlichtern unter den OECD-Mitgliedslandern; die Wirtschaft wuchs pro Jahr im Durchschnitt um ein halbes Prozent, gerade ein Zehntel des Zuwachses vergangener Perioden.

    Von Bernd Loppow

  • Wiedervereinigung – ein guter Fang

    Was für ein Mensch macht so einen Job? Morgens um halb vier aus dem Bett, zehn bis sechzehn Stunden Arbeit, öfters auch am Samstag oder Sonntag – und dann womöglich vom Ersparten leben.

    Von Detlef Eßlinger

  • Der Erfolg der Un-Politik

    Weniger Subventionen für den Bergbau – doch die Experten streiten über das richtige Konzept

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • Bonner Kulisse

    gung hat Hans-Hilger Haunschild, von Forschungsminister Heinz Riesenhuber 1987 in den vorzeitigen Ruhestand geschickter Staatssekretär, jetzt gefunden.

  • Europa

    Macht Einigkeit zu stark?

    Drei Gespenster gehen um in Europa: das Gespenst vom wirtschaftlichen Großdeutschland, welches die Stabilität der D-Mark auf dem Altar der Wiedervereinigung opfert, damit europaweit die Zinsen nach oben treibt und die Partner in die Rezession drängt; das Gespenst vom einig Vaterland, dessen Unternehmen den Osten des Kontinents überrollen; schließlich das Gespenst vom ökonomischen Riesen, der die wirtschaftlichen Zwerge zwischen Dublin und Lissabon weiter an den Rand zwängt, mit seiner Wirtschaftsmacht die politische Balance innerhalb der Europäischen Gemeinschaft stört und den europäischen Einigungsprozeß behindert.

  • Die Mikatkommission

    Im Anschluß an die Bonner Kohlerunde vom August 1989 erteilte die Bundesregierung den Auftrag, eine Perspektive für die deutsche Steinkohle nach 1995, also nach Auslaufen des Jahrhundertvertrags zwischen Bergbau und Elektrizitätswirtschaft, auszuarbeiten.

  • Chemiefabrik Rabta

    Imhausen im Glück

    Über ein Jahr lang kämpften sich Fahnder des Bundeskriminalamtes, Wirtschaftsgutachter und Ingenieure gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Mannheim durch Berge von Firmenkorrespondenz, Bankbelegen und Blaupausen.

    Von Peter Marx

  • Autoseller

    Der Schein trügt

    Importierte Autos, so scheint es, können nur schwer einen Platz auf der Liste der fünfzehn hierzulande beliebtesten Modelle erobern.

  • Optiker

    Fielmann und die Detektive

    Der Branchenführer wehrt sich mit seltsamen Methoden gegen einen Konkurrenten

    Von Judith Reicherzer

  • Tokio

    Flüchtiges Geld

    Der Mythos der Unverletzlichkeit unseres Aktienmarktes ist dahin“, sorgte sich Teruhiko Mano. Der Chefberater des Präsidenten der Bank of Tokyo sieht gegenwärtig ganz schwarz: „Wir sind in einem Teufelskreis gefangen, der mit steigenden Zinsen, sinkenden Aktienkursen, einem schwachen Yen und Kapitalflucht beginnt.

    Von Helmut Becker

  • Udo Perina:

    Angst vor der Macht am Main

    In der Debatte um den künftigen Sitz der deutschen Regierung taucht neben Bonn und Berlin vereinzelt auch der Name Frankfurt auf.

  • Markt-Report

    Aktien mit „DDR-Phantasie“

    Immer wieder von Gewinnmitnahmen unterbrochen, hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) nahe an seinen bisherigen Jahreshöchststand vom 6.

  • Waffenindustrie

    Opfer des Friedens?

    Daß die Rüstungsindustrie vor großen Umbrüchen steht, ist in der Öffentlichkeit spätestens seit der umstrittenen Fusion von Daimler-Benz und MBB bekannt.

    Von Herbert Wulf

  • Wissen
  • Umwelt / Gesetzeslücke

    Der unkontrollierte Kat

    Nach mehrjährigem Gebrauch sind viele Auto-Katalysatoren teilweise oder ganz zerstört

  • Mathematik

    Rechnungs-Liebende

    Es wird keiner in diese Societät ein- oder angenommen, der nicht zum allerwenigsten Cossam quadratam et cubicam verstehe, dabey aber auch die vornehmsten und nöthigsten Fundamenta Euclidea .

  • Wann geht’s weiter?

    Falls sich die Hängepartie in Ost-Berlin noch lange hinzieht, wird viel politischer Schwung verlorengehen. Erst die Wahlen, dann die Qualen? Die Bürger hatten es sich anders vorgestellt.

    Von Robert Leicht

  • Riskant

    Fast genau ein Jahr nach der Havarie des Tankers Exxon Valdez ist Kapitän Joseph Hazelwood von drei Anklagepunkten freigesprochen worden.

  • Erforscht und erfunden

    Der rätselhafte Rinderwahnsinn, dem in Großbritannien mehr als zehntausend Tiere zum Opfer gefallen sind und der zu einem Exportverbot mancher Fleischprodukte geführt hat, macht auch vor anderen Arten nicht halt.

  • Eine Wohltat

    Jan Jozef Lipski, Professor für Literaturgeschichte und Senator im polnischen Senat, ist ein engagierter Bürgerrechtler. Vor Jahresfrist hat er wenig Beifall und viel Ärger mit einem Artikel erregt: Zwei Vaterländer – zwei Patriotismen, der den Untertitel trug: „Bemerkungen zum nationalen Größenwahn und zur Xenophobie der Polen“.

  • Der Sumpf alten Denkens

    Ausgerechnet Michail Gorbatschow, der große Reformer, schickt sich an, seinen ehrgeizigen Plan für die Modernisierung der Sowjetunion zu verspielen.

    Von Christoph Bertram

  • Herzverpflanzungen / Immunologie

    Die toleranten Babys

    Herztransplantationen bei Erwachsenen haben längst den Beigeschmack des Spektakulären verloren, Herzverpflanzungen bei Kleinkindern oder Säuglingen dagegen stoßen noch immer auf allergrößte Skepsis – nicht nur aus ethischen Gründen.

  • Die Richtung stimmt

    Die Zweifel sind ausgeräumt, das Getuschel sollte aufhören. Was hatten sich die EG-Partner bloß für Sorgen gemacht? Einige sahen Bonn nur noch mit der Wiedervereinigungsarbeit beschäftigt; andere entdeckten die einigungstrunkenen Deutschen schon im europäischen Bremserhäuschen; ganz Ängstliche wähnten bereits ein „Viertes Reich“ im Anmarsch.

  • DIE ZEIT
  • Auf literarischer Spurensuche in dem französischen Dorf Ry

    Madame Bovarys Heimat

    In den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts lebte in Ry, einem Dorf ganz in der Nähe Rouens, das Arztehepaar Eugene und Delphine Delamare.

    Von Thomas Desering

  • Kommunalwahlen

    Die Summe der Provinz

    Da richten sich die Augen aller, jedenfalls für den historisch kurzen Moment eines Wahlabends, auf Äbtissinwisch und Groß Pampau, Goldelund und Kirchnüchel.

  • DIE ZEIT bewertet fünf Führer durch Deutschlands Hotellerie und Küche

    Warten auf Varta

    Sicher nicht der stolz angekündigten Neuheiten wegen. Da ist zum einen ein Anhang „DDR“, in dem schon jetzt nicht alles stimmt und 1991 noch weniger stimmen wird.

    Von Rudolf Walter Leonhardt

  • Schluck für Schluck – auf dem Malt Whisky Trail durch das schottische Hochland

    Selbst die Engel trinken mit

    Am Morgen ein Blick aus dem Fenster der Bed-and-Breakfast-Pension. Der Regen strömt herunter. Schottischer Regen. Selbst beim besten Touristenwillen: Die Gegend sieht traurig aus.

  • Kolossales Eigentor

    Über Pantheon und Colosseum jagen Wolken im Zeitraffertempo. Kein Auto, kein Tourist weit und breit, nur leere Plätze, Stille, Magie des Lichts.

  • Die Linken entdecken das Prinzip Eigennutz

    Bananenkritik

    Auch wer den kategorischen Imperativ unserer Kulturdebatten, den Verblüffungszwang, kennt; wer das Kaleidoskop des rasenden Allürenwandels unter Intellektuellen für eine plausible Einrichtung hält, weil jede, auch die sterilste Aufgeregtheit ein Abfuhrventil braucht, damit es nicht zum Hirnschlag der Kultur komme; selbst der steht doch fassungslos vor der Begeisterung, mit der heute einige Vordenker nicht bloß ihre alten Ideologien konfiszieren, sondern prompt gegen neue austauschen.

    Von Reinhard Merkel

  • Ein Schatz wird geplündert

    Als Charles Darwin im Jahr 1831 nahe Bahia an der brasilianischen Atlantikküste an Land ging, schrieb er in sein Tagebuch: „Freude ist ein schwacher Ausdruck für die Gefühle eines Naturforschers, der zum ersten Mal durch einen brasilianischen Wald streift.

    Von Fritz Vorholz

  • Die Mördergrube

    Früher, das heißt vor langer, langer, langer Zeit, stiegen die Besucher Berlins am Potsdamer Platz aus ihren bunten Berolina-Bussen um auf ein hohes Aussichtsgerüst und schauten über die Mauer nach drüben.

  • Vom Basar in die Karibik

    Eine Fahrt mit dem Doppeldecker durch die englische Hauptstadt ist eine Weltreise im kleinen

    Von Peter Hays

  • Karlsruhe entscheidet über Satire und Symbole

    Der Staat ist nicht heilig

    Der Zufall des politischen Lebens hat es mit sich gebracht, daß in der ältesten Demokratie der Welt, den Vereinigten Staaten, und in einer der jüngsten, der Bundesrepublik Deutschland, fast zur gleichen Zeit Streit über den Wert und die Schutzwürdigkeit von Staatssymbolen ausgebrochen ist.

  • Lesen und Reisen

    Holländische Impressionen

    Es gibt wenige Autoren beim Thema Niederlande, die dem, was sie über dieses Land mitzuteilen haben, so deutlich ihren Stempel aufdrücken wie Günter C.

  • Ehrlich währt am längsten

    Bonns Politiker tun sich schwer mit einer Binsenwahrheit: Die Bundesbürger müssen die Kosten der Einheit tragen

  • Relikt des Kalten Krieges

    Die Europäer laufen jetzt Sturm gegen die Beschränkungen für technische Exporte in der Cocom-Liste

  • Gesellschaft
  • Auf Schienen in die Welt

    Die Weite der Sowjetunion entdecken und zugleich Russisch lernen können Interessierte im Transsibirien-Expreß mit DERTOUR (Postfach 10 07 01, 6000 Frankfurt am Main 1, Tel.

    Von Christine Möllhoff

  • Uraufführung in Wien: George Taboris „Weisman und Rotgesicht“

    Rohrkrepierer aus der Wortpistole

    In der siebten von acht Szenen ist es soweit. Im Akademietheater geht das Licht auch im Saal an, zehn Minuten vor dem Ende der gerade neunzig Minuten dauernden Uraufführung von George Taboris Stück „Weisman und Rotgesicht“, das der 1914 in Budapest geborene Autor und Regisseur einen „jüdischen Western“ nennt.

    Von Rolf Michaelis

  • Der Preis der Arbeitslosigkeit

    Der Aufschwung ist im achten Jahr, und die Zahl der Beschäftigten steigt – doch die Klienten der Arbeitsämter werden kaum weniger.

  • Manager und Märkte

    DG Bank: Geordneter Rückzug MBB: Wachsendes Waffenlager Bundespost: Umstrittenes Monopol

    Von Judith Reicherzer

  • Verfahren gegen die Parteispender

    Mindestens zwei Jahrzehnte lang haben alle großen Parteien der Bundesrepublik über mehr oder minder dubiose Vereine Spenden angesogen und eingestrichen.

  • In den Frühling radeln

    In Bremen starten Fahrrad-Wandergruppen, um acht Tage lang die Gegend „Zwischen Weser und Elbe“ (erster Termin 5. Mai) zu erkunden.

  • Hühnerfarm

    Im Gegensatz zu uns armen Frauen. Für uns bricht jetzt die schrecklichste Zeit des Jahres an, weil wir nicht mehr glauben können, daß der Mai alles neu macht.

  • Ist Sie die Poetin?

    Im April 1761 beklagt sich eine Frau bitterlich bei ihrem Freund über die Last des Ruhms: „Es fehlt mir nicht an Gesellschaften, man sucht mich nur zu oft, aber diese Zerstreuungen sind vor mich weder nützlich noch angenehm.

    Von Doris Maurer

  • Die vergessene Revolution

    Wenn in diesen Tagen manch westdeutscher DDR-Reisender bitter beklagt, wie schnöde doch „die Kommunisten“ drüben oft mit alten Bauten, mit Domen und Schlössern umgegangen seien, dann möge man sich doch daran erinnern, daß auch hierzulande die freien Marktwirtschaftler recht munter gewütet haben.

  • DAS LETZTE

    Kaum eine bundesdeutsche Partei, das muß hier einmal verlautbart sein, hat so viele brillante, fabelhafte, ja geradezu kluge Köpfe wie die F.

  • Wo die Karawanen zogen

    Eine Kamelsafari durch die Wüste Thar ist ein Ausflug in Indiens Vergangenheit und Gegenwart

  • Fernseh-Kritik

    Niedriges Zugangsniveau

    Sie spiegeln sich so gern in sich selbst und finden sich weltweit – die Fernsehmacher. Fernseirollen werden im Fernsehquiz geraten, Fernsehstars von Fernsehtalkmastern befragt, und Fernsehpreisverleihungen laufen zur prime time.

  • Sonnenbaden im Sinai

    Als 1982 der Sinai von den Israelis zurückgegeben wurde, hatten die Ägypter unter Anwar el-Sadat große Pläne mit der Halbinsel: Bodenschätze abbauen, 3000 Quadratkilometer Wüste bewässern und in Kulturland umwandeln, das Land für den Tourismus erschließen.

  • Reiche unter sich

    Daß die Produkte bundesdeutscher Unternehmen im Ausland begehrte Waren sind, liegt angesichts der beständig steigenden Ausfuhren auf der Hand.

  • Fernseh- Vorschau

    Schatten-Ängste

    Die Katze mit dem kupierten Schwanz – der Anblick eines so verstümmelten Tieres ist vergleichsweise harmlos, der Augenschein ist es nicht, der uns die Welt erschreckend deutlich macht, sondern das Fehlen des Augenscheins.

  • Der Stuttgarter Parteispendenprozeß gegen Hans L. Merkle bekommt seinen wahren Gegenstand mit Rechtsmitteln kaum zu fassen: den Mangel an politischer Moral

    Fordern, fördern, fallenlassen

    Die Erklärung des Widerspruchs ist simpel: Zwar wird das falsche Stück gegeben, überdies mit dem falschen Hauptdarsteller. Jedoch, an Geld fehlt es nicht.

  • Kultur
  • Berichte über die Not „derer da drunten“

    Erzählte Geschichte einer anderen Kultur

    Der Fabrik- und Wanderarbeiter Robert Köhler wurde 1841 in Nordböhmen geboren; sein Todesjahr ist nicht eruierbar. 1857 bis 1862 war er auf Arbeitswanderschaft; 1866 erlitt er in der Schlacht bei Königgrätz eine schwere Verwundung.

    Von Hermann Glaser

  • Zeitmosaik

    „Phantastische Stimmen, großartiges Bühnenbild“, lobte Dr. Martin Willich, CDU-Vize-Fraktionschef und Studio-Hamburg-Chef, die Aufführung.

  • Komponisten im Ghetto Theresienstadt

    Selbstbehauptung mit Musik

    Wo das Grauen seine Schatten wirft, kann Kunst nicht mehr blühen. Wo Auschwitz nahe war, begann Musik zu verstummen. Denkt man – und irrt.

  • Tod um Mitternacht: Premiere am Deutschen Theater in Ost-Berlin

    Acht Stunden sind kein Theater

    Keine Inszenierung, eine Demonstration: Heiner Müller, Erich Wonder und Ulrich Mühe zeigen „Hamlet / Maschine“

    Von Benjamin Henrichs

  • JÜRGEN HABERMAS

    Der DM-Nationalismus

    Weshalb es richtig ist, die deutsche Einheit nach Artikel 146 zu vollziehen, also einen Volksentscheid über eine neue Verfassung anzustreben

  • Kunstkalender

    Künstler und Machthaber haben unterschiedliche Tempi. In Bielefeld sieht man das dank der zielstrebigen Aktivität der Galeristin Izabella Salustowicz.

    Von Rene Drommert

  • Über die Klippen

    Im Selbstverlag erschien 1920 „In Stahlgewittern“, der Versuch des damals 25 Jahre alten, völlig unbekannten Autors, seine traumatischen Weltkriegserfahrungen in Form eines stilisierten Tagebuchs zu bewältigen – und heroisch zu überhöhen.

    Von Klaus Modick

  • Kein Avant-Gardemaß: der Kleinmeister

    Fliegender Robert

    Haben wir dieses Buch von Robert Gernhardt eigentlich irgendwo öffentlich glänzen sehen, in den Herbst- und Weihnachtsauslagen unserer Buch- und Kunsthandlungen? Hat man es seiner lichten Bilder wegen in den Kulturmagazinen unserer zahlreichen Fernsehanstalten hochgehoben und mit dem angemessenen Empfehlungsfinger darauf gewiesen? Ist es wenigstens in den Zeitungsfeuilletons ein bißchen nach vorn geschoben worden, und sei es als persönlicher Geschenktip? Nichts von alledem, und da auch der Verlag nur von einer lobenden Erwähnung zu singen weiß, teilt dies augenanziehende „Innen und außen – Bilder/Zeichnungen/Über Malerei“ wohl das traurige Los von ungezählten anderen am Zeitgeist vorbeiproduzierten Wundersamkeiten, nach denen wir gar nicht verlangen können, weil unsere Augen sie nicht sehen.

  • Das allzu imaginäre Museum

    Nein, sagt der Direktor der Kunstsammlungen zu Weimar, was da an den Wänden der Galerieräume herunterbröckelt, ist kein Salpeter, die Kunstwerke sind nicht gefährdet, nur das Schloß muß restauriert werden.

  • Harry Kupfer inszeniert in der Hamburgischen Staatsoper Wagners „Tannhäuser“ als Parabel von suchenden Menschen

    Was könnte uns das Leben sein?

    „Pornographie“ am Anfang, „Blasphemie“ am Schluß – und dazwischen ein Lehr- und Schaustück

    Von Heinz Josef Herbort

  • Wärter des eigenen Gefängnisses

    Vom Leben der Bilder erzählt Wim Wenders in diesem Film, und von der Kunst des Sehens. Die Person des japanischen Modemachers Yohji Yamamoto dient ihm dabei als Spiegel, in dem sich seine Gedanken zu Mode und Metropolen abbilden.

    Von Michael Althen

  • Ungarn nach der Wahl

    Die Donau bleibt

    Nun hat es doch ein Ende gefunden... Seien wir ein wenig gerührt. Das „real Existierende“, in dem niemand und nichts real existierend war – ich glaube, gerade das war das Bedrohliche –, hat ein Ende gefunden.

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Wo andere verkleistern

    Zu einem „Härtetest erster Güte“ werde die Bundestagswahl im Dezember für die Union und für den Kanzler. Und Oskar Lafontaine sei für Kohl ein schwierigerer Gegner, als es Johannes Rau im Jahr 1987 war.

    Von Gunter Hofmann

  • Harry Rowohlt: Pooh’s Corner

    Als ich neulich einen Leserbrief las, endete dieser mit den Worten „... mit anderen Worten: Wir brauchen viel mehr Artikel, die mit den Worten ‚Als ich neulich‘ anfangen, falls Sie verstehen, was ich meine.

  • Ausstellung in Essen: Der Photograph Sasha Stone

    Berlin in den Alpen

    Wie oft, wenn kreative Menschen sich in der Sackgasse fühlen, fällt ihnen als Erlöser die Wissenschaft ein. „Kann man“, hatte der Photograph Sasha Stone die Leser des Kunstblattes 1928 gefragt, „heute noch photographieren?“ Heute noch! Doch weil er meinte, daß „alles, was geht und steht, bereits von oben nach unten, breit und schmal, quer und hoch photographiert worden“ sei, suchte er nach dem Ausweg, bemängelte dabei „das geringe Vorhandensein von Entdeckungen auf dem Gebiete der Lichtstrahlwissenschaft“ und forderte die „optische Wissenschaft“ auf, das zu ändern.

  • Premiere an der Berliner Volksbühne: Hans Neuenfels dreht durch

    Ichundich

    Sonntag, 25. März, abends. Gerhard Stadelmaier, Theaterkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, soeben von den Folgen des Heiner-Müller-Marathons am Abend zuvor genesen, betritt frohgemut die Kassenhalle der Freien Volksbühne in Berlin-West.

  • Länderspiegel
  • Kompostierung

    Das Windel-Recycling

    Gebrauchte Windelhöschen brennen gut. Sie gehören zu denjenigen Müllfraktionen, die für ein anständiges Feuer im Verbrennungsofen sorgen.

    Von Wolfgang Polkowski

  • Entsorgungskriminalität

    Einfach umfüllen und losfahren

    Auf der Autobahn A 8 Richtung Augsburg fährt bei strömendem Regen ein Lastwagen mit drei großen Tanks. Die Tankverschlüsse sind geöffnet, giftige Photochemikalien laufen heraus und werden während der Fahrt gleichmäßig über die Autobahn verteilt.

    Von Klaus Wittmann

  • Etta Schiller und die CDU

    Böse Männer

    Frauen sind gut zur Dekoration. Sie gelten als weniger gut, wenn’s zur Sache geht und um ein bißchen Teilhabe an der Macht.“ Das sagte Etta Schiller vorige Woche vor versammelter Mannschaft des CDU-Kreisparteitages.

    Von Heinrich Billstein

  • Geplantes Grün

    Bäume fällen, Blumen pflanzen

    Die Stadt hat eine Attraktion, die im Bundesgebiet ihresgleichen sucht: eine Baustelle, die man für eine Mark Eintritt besuchen kann, kundige Führung inklusive.

    Von Kay Bandermann

  • Republikanische Studenten

    Das Aus

    Nur elf Monate nach ihrer Gründung im Münchener „Löwenbräukeller“ will sich die offizielle Studentenorganisation der Republikaner Mitte April selbst auflösen.

  • Lebensart
  • Der Sieg ist gefeiert. Doch schon steht die neue Front zur Eroberung an.

    Deutsch exklusiv

    Die Deutschen sind hohen Mutes – nun, da Deutschland zusammenwächst. Wirtschaftlich sind wir ja bereits Export-Weltmeister, politisch gilt uns globales Interesse, und wissenschaftlich holen wir alljährlich einen Nobelpreis.

    Von Hans Schuh

  • Den nordöstlichsten Zipfel der DDR bildet die Ostseeinsel Usedom. Carola Stern, geboren und aufgewachsen in Ahlbeck, hat den heutigen Grenzort nach vierzig Jahren zum ersten Mal wieder besucht.

    „Fru, dat is doch nu egal!“

    Verklärt die Wiedersehensfreude Meer und Strand? Oder hat die Natur die Menschen für die so schmerzlich empfundene Abgeschiedenheit entschädigen wollen? Hinter den letzten Häusern, im Niemandsland der Grenze, nisten Scharen von Raub- und Lachmöwen, ziehen kreischend über den Strand, fallen klatschend in die Ostsee oder tummeln sich zusammen mit Haffenten und aus dem Achterwasser an die See gezogenen Schwänen auf den ufernahen, mit Tang durchsetzten Muschelstreifen.

    Von Carola Stern

  • Kaderwelsch

    nung für Bibliotheks Abteilungen mit „spezieller Forschungsliteratur", die nur mit Sondergenehmigungen ausgeliehen wird.

  • Die zwei Seiten einer Maus

    Wenn ich ein Mann wäre, hätte ich in der Commedia dell’arte sicherlich den Pantaleone gespielt. Diese geizige, hinterhältige, bösartige Figur liegt mir am meisten“, sagt Gardi Hutter, die Schweizer Clownin.

    Von Cornelia Filter

  • Ben Witter

    Nebbich

  • Thorvald Stoltenberg

    Mehr als milde Gaben

    Doppelt so viele Flüchtlinge, halb soviel Geld; sparen, wo es nichts mehr zu sparen gibt; Schulden, die schwerste Finanzkrise und ein kleiner Skandal, daraufhin scharfe Kontrollen; totale Abhängigkeit von den Spenden der reichen Länder.

    Von Margrit Gerste

  • Brief aus Jerusalem

    singen und Pflanzen

    Über Freundschaften, das Recht auf Rückkehr und eine Seifenoper auf dem Bildschirm

  • Zeitlese

    Es kommt, wie es kommen mußte. Wütende Schüler werden sich jetzt an ihnen abarbeiten. Zähe Doktoranden werden sie zu Fußnoten verwursten.

  • Frau Gretchens Augen

    Die Journalistin und Schriftstellerin Hanna Krall wurde 1937 in Warschau geboren. In Polen sind bisher sieben Bücher von ihr erschienen, zwei wurden in den siebziger Jahren von der Zensur konfisziert.

    Von Hanna Krall

  • In und um den Prado herum

    Eigentlich wollte ich nur in den Prado, aber wenn es dort gerade eine Sonderausstellung gibt – warum nicht auch Velázquez? Mein spanischer Verlegerfreund hatte zwar geschrieben: „Wenn Sie planen, die Monster-Exhibition zu besuchen, rate ich Ihnen, all Ihre.

    Von Sybil Gräfin Schönfeldt

  • Es immer wieder versuchen

    Bis zu 6000 Mark für ein Schlupfloch – das profitable Geschäft mit dem Menschenhandel

    Von Frank Bersrei

  • Tribüne
  • Solidarität oder besseres Leben?

    NÜRNBERG. – Die De-facto-Vereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR fand am 9. 11. 1989 statt. Seitdem arbeiten deutsche Politiker an den Details.

    Von William Sheldon

  • Nicht in der ersten Reihe

    NAIROBI. – Der inzwischen viel zitierte und abgewandelte Slogan „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe“ hat eine reale Entsprechung: Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten der Bundesrepublik unterhalten das größte Korrespondentennetz im Weltmaßstab.

    Von Gunter Peus

  • Islam gegen Atatürk

    ANKARA. – Seit meiner Jugend habe ich immer wieder längere Zeit außerhalb der Türkei verbracht. Diese Jahre im Ausland haben mir das Beste vor Augen geführt, das sich ein junges Mädchen – und später eine berufstätige Frau – wünschen konnte.

    Von Duygu B. Sezer

  • Es geht auch ohne Hauptstadt

    BONN. – Zwar noch etwas verhalten, aber doch mit zunehmender Leidenschaft und Akribie ist der Streit um die künftige Hauptstadt der Deutschen entbrannt.

    Von Jürgen Rüttgers

  • unzugeordnet
  • Die größte Tragödie der deutschen Kolonialgeschichte: der

    Plündern, brennen, Felder verwüsten!

    Schwarzafrikas koloniale Vergangenheit ist mit Blut geschrieben: Nur allzuoft entluden sich die Gegensätze zwischen Schwarz und Weiß in blutigen Aufständen der Afrikaner gegen die Fremdherrschaft.

    Von Walter Nuhn

  • Zeitläufe
  • Fliegende Untertassen

    Sie sind noch einmal davongeflogen. Der 27. März, jener Tag, an dem der Mars der Erde seit Jahren am nächsten stand, ist verstrichen, ohne daß „Fliegende Untertassen“ landeten und uns eine Vorhut der Bewohner des kriegerischen Planeten beschert haben.

    Von Claus Jacobi