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Ausgabe 16/1990

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
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Massenkundgebung in Tel Aviv
Nicht ganz koscher
Israels Präsident Chaim Herzog hat die Hand am Puls der Bürger. Nicht der Friedensprozeß in Nahost, auch nicht die fortdauernde Skepsis über die deutsche Vereinigung machten ihm die größten Sorgen, vertraute er vergangene Woche Hans-Jochen Vogel in Jerusalems Präsidentenpalast an – obschon der SPD-Vorsitzende der erste deutsche Spitzenpolitiker war, der seit dem Umbruch in der DDR den jüdischen Staat besuchte.
Von Fredy Gsteiger
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Deutsche Wirtschafts- und Währungsunion
Scharf gerechnet
Dies ist die Stunde der Rechner. Nicht wenige Bonner Beamte müssen Ostern völlig vergessen. Sie haben Urlaubssperre. Bis sofort nach den Feiertagen die Verhandlungen mit der neuen DDR-Regierung über die ersten und entscheidenden Schritte zur Einheit beginnen können, sind noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen.
Von Carl-Christian Kaiser
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Rückblick: Wahlen in Ungarn
Wende zur Demokratie
Frohgemut, doch ohne triumphale Siegerpose, genoß der Geschichtsprofessor Jozsef Antall das Geschenk, das Ungarn und ihm zuteil wurde: Im zweiten Wahlgang wurde die Wende des Landes zur parlamentarischen Demokratie und der Auftrag an Antall, die Regierung zu bilden, endgültig besiegelt.
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Weltbühne
Willkommen im Paradies
Eigentlich hatte alles schon im Dezember mit jener denkwürdigen Aktion „Patenschaft der Herzen“ begonnen, die eine Hamburger Wochenillustrierte im nationalen Überschwang ausschrieb: Die Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer war noch frisch; und die Redaktion drängte es zu grenzüberschreitenden Taten, um den befreiten Brüdern und Schwestern aus der DDR zu helfen.
Von Volker Mauersberger
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Genscher in Washington
Das gute Klima nutzen
Wie sich die Zeiten ändern können: Wer sich noch des unverstellten, ja feindseligen Mißtrauens erinnert, mit dem Hans-Dietrich Genscher im April vorigen Jahres in Washington empfangen wurde, kann sich jetzt nur erstaunt die Augen reiben.
Von Robert Leicht
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Worte der Woche
„Wenn alle Verhandlungen mit der neuen Regierung der DDR einigermaßen glatt verlaufen, kann ich mir gut vorstellen, daß unsere Landsleute die D-Mark bereits in der Hand haben, wenn sie zum Sommerurlaub etwa in den Schwarzwald oder nach Rimini aufbrechen.
Von in der Bundesrepublik
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Nicht bloß Erfüllungsgehilfe
Hatte es ein Verzeichnis der hundert mächtigsten Manner im Staate Erich Honecker gegeben, der Name Hans Modrows dürfte darin nicht gefehlt haben.
Von Manfred Rexin
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Bonner Bühne
Aller Abstieg ist schwer
Was für ein Titel – und wer anders als Apel käme auf den Gedanken, den eigenen Niedergang nachzuzeichnen, ohne großes Selbstmitleid, ohne übermäßige Selbstüberschätzung? Als der SPD-Politiker noch in Blüte stand, schrieb Rolf Zundel über ihn: „Zum reinen ‚homo politicus‘, der so vollständig in seinem Amt aufgeht, daß der Mensch kaum noch sichtbar wird, hat Hans Apel nicht das Zeug.
Von Gerhard Spörl
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Lernen im hohen Amt
Sabine Bergmann-Pohl vertritt als Volkskammerpräsidentin ein Stück der neuen DDR
Von Marlies Menge
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In den äthiopischen Provinzen Tigray und Eritrea droht wieder eine Hungersnot. Addis Abeba behindert die Hilfe.
„Die Welt hat unsere Schreie nicht gehört!“
Vor einer Katastrophe am Horn von Afrika: Die Geberländer müssen radikal umdenken
Von Bartholomäus Grill
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Krise in der Sowjetunion
Der Leidensweg des Baltikums
Moskau mobilisiert die Enkel der stalinistischen Kolonisierung gegen die Balten
Von Christian Schmidt-Häuer
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Nachlese: Wahlen in Griechenland
Brüsseler Spitzen
Griechenland hat wieder eine handlungsfähige Regierung. Mit dem Mandat einer Splitterpartei erreichte die konservative Nea Dimokratia bei den Parlamentswahlen am Sonntag die absolute Mehrheit der Abgeordneten-Sitze.
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Drei Wochen nach den Wahlen bekommt die DDR ihre erste und letzte demokratische Regierung
Die Mannschaft betritt das sinkende Schiff
Nach schwierigen Verhandlungen stellt Lothar de Maizière sein Koalitions-Kabinett vor
Von Christian Wernicke
- Wirtschaft
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Klaus-Peter Schmid:
Schöne Aussichten
Besser hätte es gar nicht kommen können. Die ausländische Nachfrage nach deutschen Waren schwächt sich ab, höhere Zinsen lassen eine langsamere Expansion der Inlandsnachfrage erwarten – da sorgt die deutsche Einigung auf wunderbare Weise für neuen Schwung.
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Währungskonferenz
Unglücklich
Zum Schluß standen die unglücklichen Japaner alleine da. Ohne konkrete Absprachen, den Kursverfall des Yen zu stoppen, endete am vergangenen Wochenende das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrienationen in Paris.
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Markt-Report
Die Euphorie klingt ab
Die schon in der Vorwoche oftmals ruhige Geschäftstätigkeit am deutschen Aktienmarkt ließ erkennen, daß die „Deutschland-Phantasie“ zunächst einmal an Anziehungskraft eingebüßt hat.
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Börsenspiel
Mit Ost-Phantasie an die Spitze
Tim Schmiels Einschätzung der Wertpapiermärkte wurde bislang voll bestätigt. Trotz der Irritationen aus Fernost müsse man voll auf deutsche Aktien setzen, meinte der Aktienexperte der Westfalenbank bereits zu Jahresbeginn.
Von Reinhold Rombach
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KSZE-Konferenz
Glücklich
Schlußdokumente internationaler Konferenzen haben, wenn die Treffen nicht platzen, meist Konsenscharakter: In der Regel einigen sich die Teilnehmer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.
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Rudolf Engen
Zur Strafe kein Kohl
Immer wenn irgendwo in der Welt ein Regime schweres Unrecht tut, erklären andere Regierungen, dagegen müsse etwas geschehen: Sanktionen verhängen! Wann und wie Sanktionen zu verfügen sind und welche Wirkung sie haben, ist umstritten.
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Frankfurter Börse
Himmlische Zustände
An der Frankfurter Börse herrscht helle Aufregung. Nicht spektakuläre Kursbewegungen erregen diesmal die Gemüter, sondern die Entlassung eines alten Börsenhasen.
Von Udo Perina
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Zeitliches aus Dänemark
Umarmung in Düppel
Die Deutschen stehen bei ihren nordischen Nachbarn seit dem Krieg in der Kreide
Von Wolfgang Zank
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Bonner Kulisse
Lange zerbrach sich Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle den Kopf, wie er 436 000 Tonnen Milch vom deutschen Markt wegbekommen könnte.
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Apokalypse am Amazonas
Brasiliens Urwald stirbt weiter – die sanfte Nutzung bleibt vorerst ein Traum
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Deutsche Einheit / Europäische Einigung
Neues Selbstbewußtsein
Pierre Bérégovoy ist keine ängstliche Natur. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister sieht die deutsche Einheit als „eine gute Sache für Europa“ – und für die eigene Handelsbilanz mit dem großen Nachbarn.
Von Joachim Fritz-Vannabme
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Rückzug auf leisen Sohlen
Alles sah nach einem friedlichen Sonntag morgen aus. Es war noch früh und ein bißchen kühl, doch schon füllten sich die Plätze von Dubrovniks bildschöner Altstadt.
Von Dirk Kurbjuweit
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Nicht auf Kosten des Südens
Warnke: Aus der Frage spricht ein gewisser Kleinmut. Die Ost-West-Entspannung ist doch eine große Chance für die Dritte Welt.
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Entwicklungsländer
Ängste der Armen
Ruanda ist ein armes Land, aber für die deutsche Einheit gibt es gerne das wenige, was es hat: Eine Tonne Kaffee spendete Botschafter Juvenal Renzaho, um Übersiedlern aus dem Osten in ihren Lagern eine Freude zu machen.
Von Detlef Eßlinger
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Umtauschkurs
Die Bundesbank auf dem Holzweg
Niedrige Löhne sind nicht ausschlaggebend für den Wiederaufbau der DDR-Wirtschaft
Von Harry Maier
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Sozialklima in der DDR
Die alten, neuen Herren
Da kamen die Leute zur Gewerkschaft gerannt und schrien: Wir werden verkauft!
Von Roland Kirbach
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Carlo De Benedetti
Glückloser Stratege
Bei spektakulären Aktionen mußte der italienische Finanzjongleur etliche Schlappen einstecken
Von Friedhelm Gröteke
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Vereinigte Staaten
Der verkaufte Leser
Nicht nur mit den neuen Medien, sondern auch mit der alten, traditionsreichen Tageszeitung lassen sich gute Geschäfte machen.
Von Stephan Russ-Mohl
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Wirtschaftsbuch
„Gott im Maschinensaal“
Bibel, Biedermänner und Bilanzen: Als Schwaben noch ein Entwicklungsland war
Von Irene Mayer-List
- Wissen
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Todesfahrt
Feuer wird auch auf Schiffen immer wieder ausbrechen. Aber der Brand, der auf dem dänischen Fährschiff Scandinavian Star am Wochenende möglicherweise 200 Menschenleben gefordert hat, darf nicht als schreckliches Unglück verharmlost werden.
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Die Geschichte wechselt ihr Tempo
Erst rapider Umsturz, dann zäher Aufbau: Die deutsche Einheit braucht noch Zeit
Von Theo Sommer
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Paläontologie
Ein Friedhof für urige Wale
Der Ort Groß-Pampau in der Nähe von Schwarzenbek in Südholstein ist so klein, daß die Bundespost ihn weder mit einer eigenen Leitzahl noch im Telephonverzeichnis gesondert zur Kenntnis genommen hat.
Von Harald Steinert
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Noch ein Anlauf
Im ersten Anlauf hat er es nicht geschafft. Bei den peruanischen Präsidentenwahlen verfehlte der Schriftsteller Mario Vargas Llosa am vergangenen Sonntag die notwendige absolute Mehrheit.
Von Horst Bieber
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Teure Treue
Treue kann teuer werden. Das hat jetzt John M. Poindexter erfahren müssen. Der frühere Sicherheitsberater Präsident Reagans wurde von der Jury eines Bundesgerichtes in Washington für schuldig befunden, den amerikanischen Kongreß belogen und hinters Licht geführt zu haben.
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Japans Stärke und Schwäche
Wer sich gern vor japanischen Markteroberungen gruselt, wird die Anzeichen wirtschaftlichen Verschnupfung in Tokio mit einem kräftigen Schuß Schadenfreude registrieren.
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Epidemiologie
Falsch verstandener Datenschutz
Für die Gesundheitspolitik ist es von zentraler Bedeutung, die Verbreitung von Krankheiten und ihnen zugrundeliegende Risikofaktoren möglichst exakt zu kennen.
Von Hans H. Bräutigam
- Reisen
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Paradiesvogelblumen
Zum letzten Mal lauschte der König dem Plätschern des Wassers. Die Palmwedel, die Schatten über den alten Monarchen warfen, dampften das weiße Licht.
Von Johannes Voswinkel
- DIE ZEIT
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Ein Plädoyer für die Ehrlichkeit
Erst erinnern, dann vergeben
Vo mir liegen Photos aus Rostock vom März: Motive aus der Stasi-Zentrale. Es sind aktuelle Photos: leere Gänge, leere Tische, Sie.
Von J>
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Eine Autorität auch ohne Macht
Jeder zollt ihm Respekt, viele verehren ihn wegen seiner nachdenklichen Reden, seinem abgewogenen Urteil, seinem Stil. Auch ich verehre den Bundespräsidenten wegen dieser Qualitäten, aber wirklich bewundern tue ich Richard von Weizsäcker um einiger Geschichten willen, die auf seine frühe Zeit zurückgehen.
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Fünfeichen war die Welt geworden . . .
Hier liegt Fünfeichen, das Sanatorium!
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Wahlen in Slowenien
Weg vom Einheitsstaat
Auch ohne Säbel war das Rasseln zu hören, mit dem sich Generaloberst Kadijevič, der Verteidigungsminister Jugoslawiens, just am Vorabend der Wahlen in Slowenien nach Ljubljana (Laibach), der Hauptstadt der selbstbewußten Alpenrepublik, „zur Truppeninspektion“ begab.
Von Hansjakob Stehle
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Beziehungen zu Polen
Unsere Beziehungen zu Polen harren seit dem Kriege der Bereinigung und Wiederanknüpfung. ... In diesen Zusammenhang gehört das Oder-Neiße-Problem, das aus wohl verständlichen, sachlich aber nicht gerechtfertigten Gründen bei uns oft als eine isolierte Frage behandelt wird.
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Besser mit Business
Euphorische Touristen, spartanische Sitze, Einheitskost und schreiende Babies – beim Gedanken an einen Langstreckenflug in der Economy Class sträuben sich vielen Geschäftsreisenden die Nackenhaare.
Von Andreas Werk
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Der Bär ist los
Das ZDF hat sich mit tiefen Kratzern in der grünen Patina verewigt, irgendein Robert, Klaus und Fred tätowierten den Hintern der Siegesgöttin mit einem Filzstift. Nike hat gelitten, der Lorbeerkranz ist gerupft.
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Nordlichter in Rom
Alle sieben deutschen Päpste hatten eines gemeinsam: Die Zeit ihrer kurzen Pontifikate war ausgefüllt bis zum Rande. Gäbe es erschöpfende Quellen, könnte jedem ein Buch gewidmet sein.
Von Karl Mittermaier
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Nach fünf Monaten als Ministerpräsident übergibt Hans Modrow die Regierungsgeschäfte an Lothar de Maizière. Die ZEIT veröffentlicht seine Rechenschaft vor sich selbst. Zwei weitere Beiträge folgen.
Bilanz nach 150 Tagen
Wann und wie hat die friedliche Revolution in der DDR eigentlich begonnen? Historiker werden diese Frage später gründlich zu beantworten haben.
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Keine Ruhe nach dem Sturm
Am Dorfplatz von Forstenried ist die Großstadt München vorbeigewuchert. Wie eh und je stehen dort die Kastanien, die den Biergarten des „Alten Wirts“ beschatten, der Feuerwehrgeräteschuppen und das 260 Jahre alte Forsthaus mit dem mächtigen Geweih über der Eingangstür.
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DDR: Ostern in den vergessenen Dörfern der Oberlausitz
Halleluja hoch zu Roß
Es war noch im Jahre 1 vor Leipzig – das letzte vorrevolutionäre Ostern. Der Grenzer am Kontrollpunkt Drewitz begann eine schnelle Befragung, Typ Kurzgeplänkel: Ob ich dort, in der Oberen Lausitz, schon gewesen sei? Und wie oft? Und das Photogerät – ob ich Hobbyphotograph sei? Oder mehr? Ich sage: Meesta, nu man sachte, ick will zu den Ostersorben.
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Zu Uwe Johnsons Text aus dem Roman „Jahrestage“
Fast kein Tag in den letzten Wochen, an dem auf dem Gebiet der DDR nicht ein neues Massengrab entdeckt wurde. Entdeckt? Wiederentdeckt? Wie können Hunderte, Tausende Menschen ermordet werden, verhungern, elend umkommen, ohne daß die Bevölkerung der Umgebung das wußte oder weiß? Es waren ja meistens große Lager in der Nähe dieser Gräber, oft Gefangenenlager der deutschen Wehrmacht für Kriegsgegner aus Amerika, England, Frankreich, am häufigsten aus der Sowjetunion.
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Tausend Eier pro Brunnen
Osterbrauchtum in der Fränkischen Schweiz, einer durch und durch deutschen Landschaft
Von Ernst Hess
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Garantiert reserviert
Ärger auf der ganzen Linie. Das Flugzeug hat sich verspätet, am Hotelempfang ein bedauerndes Schulterzucken: „Nein, leider, das gebuchte Zimmer ist vergeben, es ist ja schon 19.
Von Heide Ilka Weber
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Wolfgang Ebert
Fürs Vaterland
Ostern liegt in der Luft. Von Osterhasen und -eiern flankiert, schlendere ich auf unserem Luxusboulevard. Plötzlich bremst neben mir ein Golf, heraus springt Rudi Herzblatt, total gestreßt.
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Aber ach, welch ein Anblick!
Die Forschungsstation des Moskauer Zoos: eine Realsatire aus der Wissenschaft
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US-News sind längst zu Infotainment mutiert. Und bei uns?
Finales Fernsehen
Als ich noch klein war und vom Leben träumte, dachte ich, das Leben mache Spaß. Dann erhielt ich ein Poesiealbum aus rotem Kunstleder mit einem elterlichen Spruch: „Ich erwachte und sah, das Leben ist Pflicht.
- Gesellschaft
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Fliegen ohne Qualm
Schon Goethe fällte ein wenig schmeichelhaftes Urteil über seine rauchenden Zeitgenossen: „Es liegt im Rauchen eine arge Unhöflichkeit, eine impertinente Ungeselligkeit.
Von Uschi Triller
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Oper in Brüssel: Anja Silja inszeniert „Lohengrin“
Wie ich die Legende sehe
Irgendwann erreicht es sie. Sie haben Hunderte von Malen in diesen Werken auf der Bühne gestanden; sie haben in endlosen Proben sich die Überzeugungen von Regisseuren aneignen, deren Philosopheme, Hermeneutiken, Experimente, verknöcherten Ansichten, Obsessionen, Egozentrismen, Neurosen und Enthusiasmen verstehen, übersetzen, darstellen, mit Leben erfüllen, sich also nach deren Vorstellungen verhalten und dabei höllisch darauf achten müssen, daß da nichts durcheinandergeriet; haben in unterschiedlichsten Kostümen mal jung, mal alt, mal modern, mal historisch wirken sollen: Sie durften alles sein – nur nicht sie selber.
Von Heinz Josef Herbort
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Das Provisorium macht mobil
Falls es ganz schlimm kommt, wird Friedel Drautzburg das „Amadeus“ einfach dichtmachen, so schwer es ihm auch fallen mag. Seit zwanzig Jahren ist er nun in Bonn Kneipier, hat die ganze sozial-liberale Ära erlebt, die Wende durchlitten und eines dabei gelernt: daß sich in Bonn mit einer Kneipe, noch dazu einer, die ihren Gästen als Spezialität Ziegenbraten anbietet, das große Geld nicht verdienen läßt.
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Manager und Märkte
Neue Heimat: Immobilienboom verdreifacht den Preis Chrysler: Der Chef bittet zum Aktienkauf Daimler-Benz: Einen Partner zum Gegner gemacht
Von Heinz Bliithmann
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Fernseh-Kritik
Und die Musik macht quack-quack
Es ist kegelförmig, plüschweich, hand- oder kniehoch, hat an der Spitze eine Art Gesicht und unten zwei Entenfüße. Kennen Sie das Ding? Nein? Es heißt „Boing“ und dient in der neuen Familien-Spiel-Show des Bayerischen Rundfunks als Sitzgelegenheit und als Gewinnausweis.
Von Barbara Sichtermann
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DDR nach Noten
Historische Orgeln stehen im Mittelpunkt der Fahrten von Theodor Müller Reisen (Georgenstraße 19, 8000 München 40, Tel. 089/33 36 48).
Von Christine Möllhoff
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Ausstellung in Paris: Daniel Spörri
Der Sammler als Künstler
Nach dem Essen soll man ruh’n oder eine Kunsttat tun. Wenn sich Daniel Spörri nur lange genug über den Tisch mit den Resten bestandener Tafelfreuden beugte, dann war ihm im seligen Verdauungstraum die Mahlzeit zur Malzeit verschwommen.
Von Hans-Joacbim Müller
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Neues von der Bahn: Täglich Warschau
Am 27. Mai tritt der Sommerfahrplan der Bundesbahn in Kraft. Mehr Züge fahren in Richtung Osten; mehr Inter Regios kommen auf die Schiene.
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DAS LETZTE
Alle sagen es, und also wird es stimmen: Michael Bogdanov, Intendant des Hamburger Schauspielhauses, ist ein liebenswerter Mann.
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Gebremster Aufschwung
Die Wirtschaft in der Bundesrepublik ist im Aufwind. Optimistisch sagen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten für 1990 und 1991 jeweils etwa 3,75 Prozent Wirtschaftswachstum voraus – sofern es zu einer Wirtschafts- und Währungsunion mit der DDR kommt.
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Wer zuletzt kommt
Bei den Reiseveranstaltern bin ich ein gerngesehener Kunde. Denn als ordentlicher Mensch plane und buche ich meinen Urlaub sehr früh.
Von Klaus J. Scheidler
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Fernseh- Vorschau
Einfache Leute
Zehn Jahre lang hat der französische Regisseur Louis Malle in den USA gelebt und gearbeitet; das Faszinosum Amerika hat er zunächst mit den Mitteln des Spielfilms zu ergründen gesucht.
Von Martin Ahrends
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Computerkurs und Pantomime
Im Trend liegen Computerkurse. Erfolgversprechender, als zu Hause die Bedienungsanleitung seines PCs durchzuarbeiten, ist für den Anfänger zweifellos ein Ferienkurs.
- Kultur
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Zeitmosaik
Wer hat mir das Fenster zum Garten der deutschen Dichtung hin geöffnet? Ein polnischer Germanist in Bromberg, der später von den Deutschen erschossen wurde.
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Fast • Leiser • King Baumgart • Breuer • Dürrenmatt • Morshäuser Zielinski • Virilio • Gibson
Kino im Kopf
Vor hundert Jahren hat die Literatur die aufkommende Film- und Kinokultur nicht selten als Konkurrenzmedium verstanden, gefürchtet und bekämpft.
Von Klaus Modick
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der Contessa Maria“
Aus gutem Haus
Das Florentiner Bürgertum ist die eigentliche Hauptperson im Werk dieses Schriftstellers. Aldo Palazzeschi wurde 1885 in Florenz geboren und starb 1974 in Rom; er gehört zu den modernen Klassikern der italienischen Literatur.
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Weimar am Neckar: Ein Jubiläum
Effi Bie 80
Effi Bierdrzynski, die alle, die das Glück haben, sie zu kennen, nur Effi Bie nennen, wird achtzig Jahre alt. Es ist ganz im Sinn dieser so klugen wie diskreten Herausgeberin, Lektorin, gründlichen Leserin, die man „Literatin“ zu nennen sich scheut, daß kein Handbuch, kein „Personal-Archiv“ Auskunft über Effi Bie erteilt.
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Ausstellung in München: „Die Malerei der Filmregisseure Rußlands“
Als die Bilder still standen
Alexander Dowschenko war überzeugt, daß er mit einer soliden akademischen Ausbildung in der Malerei Bedeutenderes hätte leisten können, als er beim Film erreicht hat.
Von Helmut Schneider
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Monographie über Gabriele d’Annunzio
Erotiker und Ästhet
Zu den wirklich geglückten Bänden aus Rowohlts Monographien-Reihe gehört die biographisch orientierte Studie über Gabriele d’Annunzio – das ist in diesem Fall besonders erfreulich, weil der ehrgeizige, exzentrische Dichter und Schriftsteller, Erotiker, Ästhet und Parvenü, Politiker, Rhetor und Aktionist hierzulande nur eben dem Namen nach bekannt und immer noch mit Vorurteilen behaftet ist; seine Werke wurden zudem nur spärlich und zum Teil sehr schlecht übersetzt.
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Versumpfung der Welt
Wenn man den Politikern glauben darf, sind wir eben in eine Dekade des Schulterschlusses eingetreten und werden im europäischen Haus als siamesische Zwillinge und Drillinge bald kaum noch durch die Türen passen.
Von Ulrich Horstmann
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Das Angermuseum
Im Gesamtkunstwerk
Erfurt: Man denkt fluchtig an Sämereien und Gartenschau, an die Goethezeit und das „Voilà un komme“, mit dem Napoleon hier den Weimarer Dichter begrüßt haben soll.
Von Günter Metken
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Uraufführung in München: Achternbuschs Revolutionsfarce „Auf verlorenem Posten“
Servus Herbert
Es war am Anfang von Achternbuschs Karriere, in dem Film „Die Atlantikschwimmer“, als zwei Todessüchtige, zwei Lebenstolle, Herbert (Achternbusch) und Heinz (Braun) durch den Zoo spazierten.
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Uwe Kochs Roman Der Mann aus Sand
Eine alte Geschichte
Jeder Held hat Doppelgänger, Komplementärfiguren, die auf ihrem Weg durchs Leben eine Abzweigung zuviel oder zuwenig genommen haben und dann mit anderen Mitteln zu einem anderen Ziel gekommen sind.
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Selbstzufriedenheit der Demokratie
Was es kostet, intellektuelles Gewissen der Nation zu sein – eine Antwort an Jürgen Habermas
Von Christoph Türcke
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Zum Tode von Alfred Sohn-Rethel
Der letzte Marxist
Nein, es ist ihm nicht in die Wiege gelegt worden, zum Marxisten zu werden. Alfred Sohn-Rethel, geboren 1899 in Paris, hat immer gerne erzählt, daß er aus altem Kultur- und Geldadel stammt: Waren es auf der einen Seite Generationen von Malern – der bekannteste unter ihnen Alfred Rethel –, die seinen Lebensweg im voraus festzulegen schienen, so waren es auf der anderen Seite Industrielle und Bankiers, die einen bestimmten gesellschaftlichen Rahmen vorgaben.
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Wehret den Anfängen! Aber welchen?
Extremismus bezeichnet in der politischen Alltagssprache, in der verfassungsrechtlichen Judikatur und in politikwissenschaftlichen Handbüchern das Gegenteil unserer Demokratie: als Einstellung, die in dogmatischer Verbohrtheit das Pluralismus- und Kompromißgebot verletzt, als Doktrin, die entweder für sich selbst oder in der Wahl der Mittel undemokratisch ist, als Strategie und Aktion, die demokratische Spielregeln außer Kraft setzt, als Organisation, die für dies alles wirbt und arbeitet.
Von Martin Greiffenhagen
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Stalins KPD-Opfer
Bücher haben nicht nur ihre Geschichte, manchmal machen sie auch Geschichte. Da richtet der Mannheimer Professor Hermann Weber, der westdeutsche Fachmann für die Geschichte des deutschen Kommunismus, zusammen mit anderen nichtkommunistischen Intellektuellen, eine Petition an die Sowjetregierung, endlich jene Hunderte von deutschen Kommunisten zu rehabilitieren, die ein Opfer der stalinistischen „Säuberungen“ geworden sind.
Von Karl-Heinz Janßen
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Texte und Bilder von Breyten Breytenbach
Wahrheit: nicht mehr
Breyten Breytenbach, der seit Anfang der sechziger Jahre im Pariser Exil lebende südafrikanische Schriftsteller, ist in Deutschland bekannt geworden durch seine politischen Schriften und Romane.
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Robert B. Parkers Versuch, ein Chandler-Fragment zu vollenden
Marlowe, verheiratet
Der Unterschied ist einfach: Parker kennt Marlowe, Chandler kannte ihn nicht. Das macht den Unterschied zwischen den Kriminalromanen Raymond Chandlers und der Fortsetzung eines Chandler-Fragments von Robert B.
Von Ralph-Rainer Wuthenow
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Andersrum
Chopin oder Bach, Duke Ellington oder Miles Davis, Bob Dylan oder Elvis Costello? Der Kopf ist müde, das Radio wird zur Zuflucht.
Von Konrad Heidkamp
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Steven Spielbergs Film „Always“
Eine Himmelfahrt
Frißt nun auch Hollywood seine Kinder? Selbst der große Tycoon hat seine Probleme mit Kollegen und Kritikern: Kaum einer mag ihn, kaum einer versteht ihn noch.
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Zum Tode von Sarah Vaughan
Alles ist gesungen
Nachrufe beginnen mit einem Gefühl, einer Episode, einem Hauch von Trauer. Bei Sarah Vaughan fehlt das alles. Der eine erinnert sich an einen Konzertauftritt, der andere an ihre Bitte, das Mikrophon abzuschalten, weil es zu laut sei, und alle schwärmen von ihrer unvergleichlichen Stimme.
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Notorisch unzufrieden
Bürgerkrieg im Libanon, Spannungen zwischen Syrien und Jordanien, offener Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, Diktatur in Libyen, Unruhen in den Ländern des Maghreb und in Ägypten – solche Meldungen gehören seit Jahren zum politischen Alltag.
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Emmanuel Boves kleine Erzählung
Vater und Sohn
Wer ist Emmanuel Bove? Als 1981 der kleine Roman „Meine Freunde“ in der Übersetzung von Peter Handke (in der Bibliothek Suhrkamp) erschien, folgte bundesdeutsche Neugier dem französischen Wiederentdecken eines Autors, der in den zwanziger und dreißiger Jahren vehement auf die literarische Bühne getreten war.
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Kresnik, Helnwein und die Münchner Schlafoper
Ein Preis – und eine Posse
Der 1939 in Bleiburg (Kärnten) geborene Bergbauernsohn Hans Kresnik, einer der bedeutendsten Choreographen des zeitgenössischen Tanztheaters, nennt seine Art, „auf der Bühne weiterzukämpfen“: „Choreographisches Theater“.
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Zeit zum Hören
Am 26. Februar 1788 notierte der Leipziger „Musikalische Almanach für Deutschland“ aus Wien: „An diesem Tage wurde Ramlers Cantate, die Auferstehung und Himmelfahrt Christi nach der vortrefflichen Composition des unvergleichlichen Hamburger Bachs bey dem Grafen Johann Esterhazy ‚ von einem Orchester von 86 Personen in Gegenwart und unter Leitung des großen Kenners der Tonkunst, des Freyherrn von Swieten, mit dem allgemeinsten Beyfall aller vornehme! Anwesenden aufgeführt.
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Rolf Dieter Brinkmann: Am 16. April wäre er 50 Jahre alt geworden...
Das Zittern des Sterns
Eine Entdeckung: unveröffentlichte, einer Schulfreundin gewidmete Gedichte Brinkmanns
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Auge, Herz und Verstand
Unter den Zweiäugigen sind diese Dreiäugigen Könige. Seit die Agentur Magnum Photos, Inc. existiert, gegründet 1948 in New York und Paris von den drei Photographen Henri Cartier-Bresson, David Seymour und Robert Capa, ist das Zeitalter eines neuen Bildjournalismus angebrochen.
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Die Sensation der Saison: Maxini Billers Erzählungen „Wenn ich einmal reich und tot bin“
Tucholskys Enkel
Das hätte uns nicht passieren dürfen, es ist zu peinlich. Aber woher hätten wir wissen können, daß die Süddeutsche Zeitung Maxim Biller zum Schriftsteller der Saison ausrufen würde? Wir hatten uns, in spöttischer und zugleich argloser Laune, über einen in der Zeitschrift Tempo gedruckten Biller-Text hergemacht und ein Glösslein mit dem Titel „Der Furz“ fabriziert, da erschien ein Tag später die Frühjahrsbeilage der SZ, und von der Titelseite blickte uns dreispaltig und vorwurfsvoll Maxim Biller an, das Haupt in die Hand gestützt.
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Hilde Spiels Erinnerungen
Berufene Zeugin
Niemand, der Hilde Spiel als Autorin kennt, sei es als Literatur- und Theaterkritikerin, als Essayistin, als Journalistin oder als Roman- und Stückautorin, wird, wenn er sich daran macht, den ersten Band ihrer Lebenserinnerungen zu lesen, ein anderes als ein ebenso unterhaltendes wie lehrreiches, ein ebenso spannendes wie informatives, ein ebenso amüsantes wie gescheites, ein ebenso scharfsinniges wie poetisches, ein ebenso anschauliches wie gründliches Buch erwarten.
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Herzseite verdeckt vorm Publikum
Berühmt. Was heißt das schon? Persil ist berühmt, hat der gute Wedekind gesagt.“ Das hat Will Quadflieg alias Karl Joseph in dem Stück „Besucher“ von Botho Strauß zu sagen.
Von Brigitte Landes
- Länderspiegel
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Immer wieder Fundis gegen Realos
Und nun: Frauenpolitik
Nach der Spaltung plant die ehemalige Fraktion der Grün-Alternativen-Liste einen Neuanfang
Von Heide Soltau
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Mit Ballons gegen Tiefflieger
Heiliger Zorn der Pfarrer
Der katholische Pfarrer Peter Mayr spricht: „Tiefflüge sind die eklatantesten, unsinnigsten, auf die Nerven geltendsten Fehlleistungen abendländischen Geistes und deutscher Technologie – wir dürfen uns das nicht länger bieten lassen!“ Im Kursaal von Oy-Mittelberg wird es mucksmäuschenstill.
Von Klaus Wittmann
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Oecotec-2000
Dreck - porentief sauber
Das gute Stück heißt OECOTEC-2000, soll sechzehn Millionen Mark kosten und im Herbst dieses Jahres in Hamburg mit der Arbeit beginnen.
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Jedes legt noch schnell ein Ei, Und dann kommt der Tod herbei.
Ei, Ei
Wenn auch statistisch betrachtet jeder Bundesbürger fünf Eier wöchentlich verzehrt, so ist es doch mit dem guten alten Ei nicht zum besten bestellt.
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Kinder in Frauenhäusern
Geschlagen wie die Mütter
Die erste Untersuchung über „Kinder in Frauenhäusern“ geht an die Nieren. Cordula Winkels und Christine Nawrath haben sich im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit Kindern beschäftigt, die im Schlepptau ihrer geschlagenen Mütter eines Tages an der Tür eines Frauenhauses läuten, auf der Flucht vor dem Tyrannen.
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Ich hab' den Horror satt
Vier wehren sich gegen die Staatsmacht, die statt der Armut die Armen bekämpft
Von Ernst Klee
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Lüneburg darf sich nicht mehr „Heilbad“ nennen
Luftholen ist gefährlich
Ein Ort der Superlative: Die Prospekte des Werbe- und Verkehrsamtes sprechen von einem „unzerstörbaren Kleinod der nordischen Backsteingotik“ mit einem „Stadtbild von unverwechselbarer Schönheit“.
- Lebensart
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Zeitlese
„Tauben gehören zu unserem Stadtbild. Wir freuen uns an ihren Flugkünsten und ihrer Zutraulichkeit. Wenn es aber zu viele werden, sind sie lästig und richten Schaden an .
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Schmuck, seine Käufer und Verkäufer
Dieses tückische Glitzern
Fraglos läßt es sich nicht leugnen, daß die „Geschenke der Liebe“ das Herz oft sehr viel länger erfreuen als die Liebe selber.
Von Esther Knorr-Anders
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Häusliches Gebären, Stoffwindeln, Tragetücher?
Geburt auf italienisch
Mein Sohn Claudio kam in Rom zur Welt. Ich geriet somit nicht nur in den typischen Konflikt zwischen Mutter, Schwiegermutter und Tochter, die sich nur noch schwer über die richtige Behandlung des Babys verständigen können.
Von Stephanie Schulze
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Indien kämpft gegen Analphabetismus. Jetzt gibt es eine Volksbewegung des Lehrens und Lernens.
Das Schreibwunder
Shakuntala hockt in ihrem ausgewaschenen Sari auf dem Boden, vor ihr liegt ein Stück Papier, ihre rissige, abgearbeitete Hand umklammert einen kleinen Bleistift.
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Kaderwelsch
„Echt import“, las man oft in Zeitungsannoncen, klein geschrieben, also adverbial gebraucht: „Verkaufe Panorama-Kinderwagen echt import.
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Toujan Faisal
Mit Allah wider die Mullahs
So könnte eine Bilderbuchgeschichte beginnen: Eine kluge und schöne Frau – ein „hübsches Bildschirmgesicht“, wie sie selbst sagt – aus wohlhabendem Haus, verheiratet mit einem Gynäkologen und Mutter dreier Kinder, kehrt der Karriere als Fernsehstar den Rücken, um sich der Politik zuzuwenden.
Von Fredy Gsteiger
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Veraltete Krankenhäuser, Wartezeiten für Operationen, viel Bürokratie: Das englische Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Über die Therapie wird jetzt gestritten
Visite im Nadelstreifen
Der Weg zum Krankensaal des Royal Maternity Hospital in Liverpool ist eng und verwinkelt, es riecht nach Desinfektionsmitteln.
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Hinrichtung verschoben
Gerangel um den Tod
Am Dienstag vergangener Woche sollte Robert Alton Harris, des Mordes überführt, in der Gaskammer von San Quentin umgebracht werden.
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Unser Autor half im Kuhstall beim Ausmisten
Die Rinder-Brigade
Meine Freundin und ich hatten auf einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Arbeit gesucht und gefunden. Da die Fahlhorster Brigade auf dem Rinderobjekt der LPG um sechs Uhr früh, am Wochenende sogar um fünf, mit dem Ver- bzw.
Von Helmut Höge
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Haarsträubende kleine Geschichten von Zeitungsverlegern
Vom Drang nach Macht
Von allen Redaktionen der großen Zeitungen in dieser Republik hat die Redaktion der Süddeutschen Zeitung das größte Pech mit ihren Verlegern.
- Leserbriefe
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". . . ins Unbestimmte der Nation verdunstet"
Aus meiner Kenntnis der Situation kann ich die Hoffnung Ulrich Gremers nähren, daß die DDR Bürger in ihrer Mehrheit wohl die Einheit der Nation in Form der D Mark wünschen.
- Tribüne
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Das Versagen der Parteien
LONDON. – Seit den Revolutionen vom Herbst 1989 wird im Westen immer wieder die Frage gestellt, ob die Völker Osteuropas für die Demokratie reif genug sind, ob die republikanischen Vorkriegstraditionen in Mitteleuropa noch überleben oder von jahrzehntelanger Einparteienherrschaft erstickt wurden.
Von Michael Ignatieff
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Deutsche Firmen verhelfen der Dritten Welt zu gefährlichen Waffen
Made in Germany
WASHINGTON. – Als Libyens Giftgasfabrik vor kurzem in Flammen stand, atmete mancher im Westen erleichtert auf. Dabei hätten alle guten Grund gehabt, darüber mindestens so entsetzt zu sein wie über die neuesten Enthüllungen aus der Tschechoslowakei: Die inzwischen abgesetzte kommunistische Regierung hatte tausend Tonnen des hochexplosiven Sprengstoffs Semtex nach Libyen verfrachtet.
Von Gary Milhollin und Jennifer Weeks
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Auch wir sind das Volk
ISNY. – In der DDR hat eine demokratische Revolution das Zwangsexperiment Staatssozialismus beendet und zu freien Wahlen geführt – so weit die gute Nachricht.
Von Till Bastian
- unzugeordnet
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Chance zur Wende
Der Mann aus Bonn ließ alle radikal-ökologischen Wunschträume wie Seifenblasen zerplatzen: „Um Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen, müssen Investitionen in der DDR nach exakt den gleichen Kriterien genehmigt werden wie in der Bundesrepublik.
Von Fritz Vorholz
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Die falsche Marschroute
Diese Entscheidung ist nur noch eine Formsache: Die Löhne, Gehälter und Renten der DDR-Bürger werden eins zu eins umgestellt.
- Zeitläufe
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VOR VIERZIG JAHREN
Traum
Mir ist ein Traum preisgekrönt worden. Wir saßen in einem größeren Kreise um einen Tisch, und einer sagte: „Dies ist die Zeit, von Träumen zu leben.
Von Josef Marein