• Ausgabe 18/1990

    Ausgabe 18/1990

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Fünf Monate lang hat Hans Modrow die DDR regiert In der letzten Folge seines Rechenschaftsberichts zieht er eine Bilanz dieser Zeit des Übergangs.

    Viele Fragen ohne Antworten

    Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme der Vereinigung – Ein Dokument der Zeitgeschichte (III)

    Von Hans Modrow

  • Worte der Woche

    „Wir müssen uns unsere seelischen Schäden bewußt machen, die sich in Haß, Unduldsamkeit, in neuem, nun antisozialistischem Opportunismus, in Müdigkeit und Verzweiflung äußern.

    Von Ddr-Ministerin für Familie und Frauen

  • Weltbühne

    Hoffen auf ein Wunder

    Der Dichter-Präsident zitierte den Papst-Poeten mit einem jugendbewegten Vers, der nun welthistorische Wirklichkeit beschreibt: daß Geschichte auf die Dauer „nicht gegen den Strom des Gewissens fließen kann“.

  • Rückblick: Wahlen in Slowenien

    Sozialismus ohne Dogma

    Ein „Kommunist“ als Sieger bei freien Wahlen – diese politische Weltpremiere kann die kleine, aber stets schon auf feine Unterschiede bedachte jugoslawische Republik Slowenien feiern: Der 49jährige Milan Kučan, der bereits zwei Wochen vorher seinen sozialdemokratischen Hauptkonkurrenten Joze Pucnik weit überrundet hatte, erreichte in der Stichwahl am 22.

  • Nach der Freilassung Robert Polhills

    Bush bleibt hart

    Die vertrauten Bilder suggerieren, das alles habe sich erst kürzlich so abgespielt: die Landung des amerikanischen Militartransporters in Frankfurt/Main, Willkommenstransparente im Luftwaffenhospital in Wiesbaden, der Präsident am Telephon, Reporter, die bei den Angehörigen irgendwo im Lande auf den ersten Anruf warten.

    Von Ulrich Schiller

  • Der DDR-Außenminister in Warschau und Bonn

    Zum Anfang eine Dienstreise

    Betend verneigt er sich vor dem Grab, andächtig zieht er die weiß-goldenen Schleifen an dem Chrysanthemen-Gebinde zurecht. Hunderte flackernde Kerzen leuchten an diesem kühlen Montag abend den Warschauer Friedhof aus, während Markus Meckel jenes polnischen Priesters gedenkt, der 1984 von den Schergen der Sicherheitspolizei entführt und ermordet wurde und seither wie ein Märtyrer verehrt wird: Jerzy Popieluszko war 37 Jahre alt, als er starb – so alt ist Meckel heute.

    Von Christian Wemicke

  • Das Machtzentrum der Sowjetunion

    Gorbatschows neue Garde

    Der Präsidialrat soll den Entscheidungen des Kreml-Chefs zusätzliche Legitimität verleihen

    Von Christian Schmidt-Häuer

  • Bonner Bühne

    Erhellendes Unwissen

    Zum Glück müssen hiesige Chronisten sich nicht allzuoft, denkend an Sokrates, darauf hinausreden, daß sie wissen, was sie nicht wissen.

    Von Gerhard Spörl

  • Nachlese: Putschversuch in Nigeria

    Kreislauf der Gewalt

    Ein Militärputsch gegen den nigerianischen Präsidenten, General Ibrahim Babangida, ist in der Hauptstadt Lagos am vorigen Sonntag gescheitert.

  • Wolfgang Ebert

    Schuld und Sühne

    Kein Zweifel – die Welle der Schuldgeständnisse im ehemaligen Ostblock bereitet dem Weißen Haus weitaus mehr Kopfzerbrechen als die Ozonloch-Hysterie der Europäer bei der gerade beendeten Klimakonferenz in Washington.

  • Solidarność-Kongreß in Danzig

    Der Königsmacher will Kaiser werden

    Lech Walesas Präsidentschaftsambitionen stoßen auf den Widerstand seiner Freunde

    Von Helga Hirsch

  • Neue Regierung in Kathmandu

    Ein Meister der Finesse

    Umgeben von ausgestopften Tigern und unter staubschützenden Glasglocken gelagerten Gastgeschenken vereidigte er in der vergangenen Woche Nepals neuen Premierminister Krishna Prasad Bhattarai in seinem Palast.

    Von Gabriele Venzky

  • Wirtschaft
  • DDR-Wirtschaft

    Keine Schonfrist

    ZEIT: Der neue Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière, möchte zum Schutz der DDR-Wirtschaft Übergangs- und Sonderregelungen mit der Bundesrepublik vereinbaren.

    Von Gunhild Freese

  • Bonner Kulisse

    Finanzminister Theo Waigel (CSU) war sicher nicht erfreut darüber, daß die Sozialausschüsse der CDU unter ihrem Bundesvorsitzenden Ulf Fink vergangene Woche gleich an mehrere Steuertabus rührten.

  • Mária Huber:

    Die Offensive der Marxisten

    Die Leser der bedeutendsten sowjetischen Tageszeitung Iswestija trauten ihren Augen nicht. Zu Lenins 120. Geburtstag fanden sie im Reformblatt nicht nur das obligatorische Photo des Staatsgründers in Klassenkampfpose.

  • Bayern

    Land der Müllberge

    Für die Politiker in der Münchner Landesregierung, die stets so gern ein Bild von der heilen Welt in Bayern zeichnen, ist der Freistaat schlicht das Land des technischen Fortschritts, des schnellen Wachstums und des wirtschaftlichen Wohlstands.

    Von Karl-Heinz Büschemann

  • „Vorher waren sie selbstsicher, jetzt sind sie arrogant“

    Die Deutschen und Europa: ZEIT-Gespräch mit dem französischen Manager und Publizisten Alain Mine

  • Magerkost für Sparer

    Viele Fonds mit dem Schwerpunkt „deutsche Renten“ haben nach 27 Monaten noch keinen Gewinn erzielt

  • Markt-Report

    Jetzt zählen die Fakten

    Von den deutschen Aktienmärkten ist die bisher kurstreibende Ostphantasie gewichen. Die Ernüchterung, ausgelöst durch die Vorschläge der Bundesregierung zur Währungsumstellung in der DDR, führte zu deutlichen Rückschlägen.

  • Bäume für die Enkel

    Noch flimmert die Hitze über der Dorfstraße von Noh Bec. Aber der angrenzende Regenwald liegt schon im Schatten. Erst fallen einzelne Tropfen, dann prasselt der tropische Regen.

    Von Andrea Steinert

  • Japan

    Untergehende Sonne

    Die einst so siegessichere Wirtschaft Nippons ist von Selbstzweifeln geplagt

    Von Helmut Becker

  • German Wings

    Gute Nerven

    German Wings ist ein hartnäckiger Herausforderer für die übermächtige Lufthansa. Mit überraschender Zähigkeit trotzen die aufmüpfigen Neulinge bisher allen frontalen und hinterlistigen Attacken.

  • Asbest

    Ein halbherziges Verbot

    Als Rainer G. das erste Mal zum Arzt ging, waren es nur Atembeschwerden. Leichte Asbestose, hieß die Diagnose, ganz normal nach all den Jahren auf dem Bau, aber kein Grund zur Aufregung.

    Von Detlef Eßlinger

  • Großbritannien

    Die nukleare Pleite

    Beim Verkauf der Elektrizitätswerke bleibt die Regierung auf ihren Atommeilern sitzen

    Von Wilfried Kratz

  • Hamburg

    Privat unter die Elbe

    In der Bundesrepublik war es bisher nicht üblich, öffentliche Straßen privat zu finanzieren. Doch Anfang der Woche machte die Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Unternehmensverbände den ersten Vorstoß gegen dieses Tabu.

    Von Judith Reicherzer

  • Werbung

    Gute Sitten

    Für die Werbewirtschaft scheint sich plötzlich eine neue Spielwiese aufzutun: Die Brüsseler EG-Kommission möchte in allen zwölf Mitgliedsländern der Gemeinschaft vergleichende Werbung erlauben.

  • Verkehrspolitik

    Stopp für die Bahn

    In der Mitte Deutschlands, zwischen Kassel und Halle, ist derzeit am besten zu besichtigen, wie die beiden deutschen Staaten schnell zusammenwachsen können – durch Arbeit.

    Von Heinz Blüthmann

  • Finanzausgleich

    Giftige Lobby

    Die Bundesländer wehren sich gegen eine Kostenbeteiligung an der deutschen Einheit

    Von Klaus-Peter Schmid

  • Wissen
  • Blau ohne Blaulicht

    Niemand anderes als Dr. Hedwig Lerchenmüller-Hilse stellt diese Woche im Bonner Restaurant am Tulpenfeld“ ein paar neue Forschungsergebnisse zum Thema „Freizeitwünsche und ihre illegale Verwirklichung“ vor, und uns fällt natürlich nichts Besseres ein, als die arme Wissenschaftlerin dafür ordentlich zu geißeln.

  • Arme Muse von Manila

    Schon vor dem Prozeßbeginn im Center Court an der Südspitze von Manhattan hatten die Karikaturisten der New Yorker Tageszeitungen ihre Federn gespitzt.

    Von Barbara Ungeheuer

  • Erforscht und erfunden

    Hat sich die untere Erdatmosphäre bereits als Folge des befürchteten Treibhauseffekts erwärmt? Nicht jedenfalls innerhalb der letzten zehn Jahre, wie Satellitenmessungen ergaben.

  • Referendum als Ritual

    Auch viele Sozialdemokraten wissen nicht so recht zu sagen, weshalb sich einige Sprecher ihrer Partei immer mehr auf einen Volksentscheid vor der deutschen Vereinigung kaprizieren.

  • Mark um Mark

    Der „Vertrag über die Schaffung einer Währungsunion, Wirtschafts- und Sozialgemeinschaft“ zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird gewiß als kardinales Dokument in die Geschichtsbücher eingehen.

    Von Roger de Weck

  • Auf dem Weg zu einem maßgeschneiderten Abwehrstoff gegen das HIV-Virus konnte ein Hindernis fortgeräumt werden

    Die Dekoration täuscht nicht

    Ein gentechnisches Bravourstück und das Prinzip Hoffnung trieben vor einem Jahr die Aktien der amerikanischen Firma Genentech um fünfzehn Prozent in die Höhe: Eine Wissenschaftlergruppe um Daniel Capon hatte erstmalig aus Teilen zweier menschlicher Gene ein maßgeschneidertes neues „Designer-Gen“ konstruiert.

    Von Barbara Ritzert

  • VI. Internationaler Schmerzkongreß

    Ablenkung schließt das Tor der Pein

    Der begeisterte Beifall galt dem kanadischen Schmerzforscher Ronald Melzack von der McGill Universität in Montreal. Gemeinsam mit Patrick Wall hat er vor 25 Jahren die Gate-Control-Theorie des Schmerzes, über die noch zu sprechen sein wird, entworfen.

    Von Hans Harald Bräutigam

  • Tragödie

    Vorsicht siegt über Spontaneität, realpolitisches Kalkül verdrängt Solidarität. Trotz gegenteiliger Erwartungen verzichtet auch Präsident Bush auf Sanktionen gegen die Sowjetunion; vorerst zumindest, denn er behält sich weitere Schritte ausdrücklich vor.

  • Und wenn die ganze Welt verbrennt?

    Europa findet endlich seinen Frieden – jetzt muß unser Krieg gegen die Natur ein Ende haben

    Von Theo Sommer

  • Abgeblockt

    Zu den Verleumdungen, denen der damalige Oppositionsführer und heutige schleswigholsteinische Ministerpräsident Björn Engholm auf Betreiben seines Amtsvorgängers Uwe Barschel ausgesetzt wurde, gehörte eine anonyme Strafanzeige, er habe Steuern hinterzogen.

  • DIE ZEIT
  • Pindos-Gebirge und Zagoria

    Zu griechischen Gipfeln

    Schwindelerregende 800 Meter tief liegt zu unseren Füßen der Taleinschnitt der Vikos-Schlucht. Eine Stunde werden wir brauchen, um bis zur Sohle hinunterzusteigen.

    Von Ulrich Junghölter

  • Fessel aus Papier

    Die einen reden von zwei plus vier, die anderen beharren auf der Addition vier plus zwei: Die Franzosen glätten diese Arithmetik aus Politik und Prestige und sprechen lieber von der Sechserkonferenz über ein vereinigtes Deutschland.

    Von Joachim Fritz-Vannahme

  • Ein Schauspiel für alle Sinne

    Von Bamako nach Timbuktu, von den Diula zu den Dogon / Von Jochen R. Klicker

    Von Jochen R. Klicker

  • Sozialismus, dein Reich komme

    Wie aus einem Kampftag ein Feiertag wurde: die wechselvolle Geschichte des 1. Mai

  • Doppelter deutscher Parlamentarismus

    Nachruf auf einen Anfang

    Inzwischen hat de Maizière mit Helmut Kohl in einer ersten Runde bereits über den Staatsvertrag zur Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion gesprochen, der in Bonn formuliert worden ist und den die DDR wohl auch nicht ändern will oder kann.

    Von Gunter Hofmann

  • Vorerst keine Landeszentralbanken in der DDR – auch in der Bundesrepublik sind einige überflüssig

    Nur drüben Reformen?

    Da arbeiten Bonner Beamte an einem Staatsvertrag über die Errichtung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen beiden deutschen Staaten und machen im Grunde doch nichts anderes, als die hier geltenden Normen und Gesetze auch in der DDR einzuführen.

    Von Bernhard Blohm

  • Die Gespräche über die deutsche Vereinigung stehen bevor. Welche Positionen werden Paris und London vertreten?

    Neue Ordnung und alte Sehnsucht

    Die Regierung Thatcher hat in den vergangenen Monaten einen weiten Weg zurückgelegt. Sie hat, nicht immer aus freien Stücken, eine Position nach der anderen räumen müssen.

    Von Jürgen Krönig

  • Während Washington noch High-Tech-Lieferungen an Moskau blockiert, knüpfen amerikanische Kaufleute erstaunliche Verbindungen nach Sibirien. Russische Eisbrecher sollen den USA sogar eine revolutionäre Seeroute über den Nordpol öffnen.

    Am Ende der Welt bricht das Eis

    Die Perestrojka läßt neue Wirtschaftsbeziehungen zwischen Sibirien und Alaska entstehen

  • Ein neues Ziel für die Gemeinschaft

    Wenn der Europäische Rat an diesem Samstag sein Pensum erfüllen will, muß er Akkordarbeit leisten. Ganze acht Stunden, Mittagessen inklusive, haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft eingeplant, um einer überbordenden Tagesordnung Herr zu werden.

  • Die letzte Chance

    Streik oder nicht Streik – das ist die große Frage, die derzeit niemand beantworten kann. Glaubt man dem immer lauter werdenden Kampfgeschrei von Gewerkschaften und Arbeitgebern, dann sind Arbeitskämpfe in der Metallindustrie ebenso zwangsläufig wie in der Druckbranche.

    Von Erika Martens

  • Viele Pläne für das europäische Haus

    Europas künftige Friedensordnung: kein uniformes Sicherheitssystem, sondern ein Cefüge von Interessen und Institutionen

  • Segelurlaub für Behinderte und Nichtbehinderte

    Blind auf Kurs

    Jonas nimmt den Kopfhörer, setzt sich an die Pinne, mit der das Schiff gesteuert wird und hält Kurs Richtung Bregenz. „Wenn es im Hörer still ist, bist du auf Kurs; bei Abweichungen nach Steuerbord hörst du helle und nach Backbord dunkle Pfeiftöne.

  • Gesellschaft
  • Magadan in Sibirien

    Magadan ist ein Oblastj (Gebiet) der Russischen Föderativen Sowjetrepublik der UdSSR. Es hat eine Fläche von 1,2 Millionen Quadratkilometern und ist damit fünfmal so groß wie die Bundesrepublik.

  • Der Kaiser ist zurück

    Jetzt können die Römer ihren Mark Aurel wieder auf dem Kapitol besuchen. Saß der Philosoph und Imperator auf seinem stolzen Roß früher im Freien, so hat die Bronzestatue nun in einem Saal der kapitolinischen Museen Herberge gefunden.

  • Fernseh- Vorschau

    Offene Zeiten

    Geschichte ist das Geschehene. Es ist meist unerfreulich und lastet auf den Schultern. Gerade dieser Otto von Bismarck, diese finstere preußische Miene des ungeliebten und pflichtbewußten Deutschen, läßt kein unterhaltsames Fernseh-Spiel erwarten.

  • Manager und Märkte

    Banken: Spielraum in der DDR Siemens: Krach ums Geld Fernsehen: Abkehr von der Norm

    Von Rainer Hupe

  • Schwarzrotgoldene Grenzsteine

    Neben den Ruinen am Flußufer hängt sie wettergeschützt in einem eigens für sie errichteten Turm – die mächtige Friedensglocke an der Oder in Frankfurt.

    Von Jochen Arntz

  • Wer zu spät kommt

    Selbstverständlich kenne ich diese Weisheit, die der Herr Gorbatschow seinem Ostberliner Gastgeber damals unmißverständlich klargemacht hat.

    Von Andreas Werb

  • Julien-Green-Uraufführung in Frankfurt

    Die Brut von Messina

    Die Kirche, die Kathedrale der alten Zeit, hat offenkundig von nichts eine Ahnung. Doch das Kino, die Kathedrale der Neuzeit, hat die Zeichen der Endzeit erkannt.

    Von Benjamin Henrichs

  • Gesundheit

    Neue Sorgen für Blüm

    Höhere Kosten kommen auf die gesetzlichen und privaten Krankenkassen zu. Grund: Die stationäre Krankenhausbehandlung wird in diesem Jahr erheblich teurer sein.

    Von Helmut Oevermann

  • Fernseh-Kritik

    Wir Pessimisten

    Atomtechnologie gehört nicht an die Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit versteht nichts davon und macht Panik, sobald Worte wie „Notabschaltung“, „Kontamination“ oder „Leckage“ an ihr Ohr dringen.

  • Osteuropas Tourismus in der Krise

    Über sechs Jahre war Oldrich Freidinger im tschechoslowakischen Handelsministerium für den Tourismus verantwortlich und damit der ranghöchste Fremdenverkehrspolitiker seines Landes.

    Von Willi Bremkes

  • Vom Pudding zum Profil

    Ob Touropa, Scharnow, Hummel, Dr. Tigges oder Transeuropa. Viele Urlauber, die sich ihre Ferienreise von einem Veranstalter organisieren lassen, haben irgendwann in ihrem Leben über einen Katalog dieser Anbieter gebucht.

  • Eisbrecher revolutionieren die Handelsschiffahrt

    Der neue Seeweg

    So sehr diese sowjetische Geste gleichsam wie nebenher ausgeführt wurde, so deutlich veranschaulichte sie doch der Welt, wer im Arktischen Ozean die dominierende Seemacht ist.

  • DAS LETZTE

    Aus der erdrückenden Fülle geistig-moralischer, penibel sortierter und hingebungsvoll recherchierter Themen, die wir in dieser Woche allein unter dem Buchstaben P angelegt haben – aus diesem Katalog des Geistes wählt unser Glossencomputer jetzt nach dem Zufallsprinzip das einzig wahre und wichtige Wochenthema aus: Polen .

  • Ein Amerikaner macht sibirische Rentiere weltmarktfähig

    Ren mit Gütesiegel

    Kann ein Amerikaner in Sibirien Millionär werden? Das ist nicht ausgeschlossen, wenn es sich um Doug Drum handelt, um den Mann, der sich mit seiner kleinen Fleisch- und Wurstfabrik bei Anchorage auf die Verarbeitung von Rentieren spezialisiert hat.

  • Teure Quittung

    Allen Beteuerungen des amerikanischen Präsidenten George Bush zum Trotz scheint es mit der Sanierung des Staatshaushalts nicht recht voranzukommen.

  • Kultur
  • Zeitmosaik

    Natürlich war er in St. Petersburg zur Welt gekommen, natürlich liebte er die knabenhaften Mädchen und die mädchenhaften Knaben, natürlich war der Künstler und Dandy Aubrey Beardsley sein Vorbild und natürlich hieß er nicht Erte, sondern Romain de Tirtoff.

  • Hannover träumt seiner Weltausstellung im Jahre 2000 entgegen

    Hasardierende Idee

    Ja, das waren noch Zeiten! Als der geniale Dilettant Joseph Paxton die Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer das Staunen lehrte und die Ästheten in Verzückung versetzte: mit seinem Kristallpalast auf der Weltausstellung 1851.

  • Wer war und wurde wer?

    Nur selten hat man „große Namen“ als Schall und Rauch so schnell vergehen, aber auch aufsteigen sehen wie in der osteuropäischen Szenerie der letzten Monate.

    Von Hansjakob Stehle

  • Zum Tod von Anne Philipe

    Zwei Leben

    Während Katzen bekanntlich mindestens neun Leben haben, haben Frauen bedeutender Männer oft nur zwei: das Leben vor dem bedeutenden Mann und das danach.

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Wort-Gefechte im Weißen Haus

    Nachdem viele wichtige oder sich wichtig nehmende, intelligente, ernste, eitle Männer aus dem Weißen Haus die Reagan-Jahre bewertet und sich selber ins rechte Licht gerückt haben, hat sich nun eine Frau daran gemacht, das Geheimnis jener Präsidentschaft zu lüften.

    Von Dieter Buhl

  • Das Staatliche Lindenau-Museum

    Als Lehre, zur Freude

    Als die heilige Katharina zur Röntgenreihenuntersuchung kam, stellte sich heraus, daß sie auch ganz anders heißen könnte Mit einem Mal fehlte das Marterrad mit den Haifischzähnen, das sie wie ein Abendtäschchen an sich gedrückt hatte.

    Von Hans-Joachim Müller

  • Mordsliebe

    Zu viert kommen sie in die kleine spanische Stadt. Der Mann, die Frau, das Kind, die Frau. Es wird Abend. In der Stadt ist ein Mord geschehen: Rodrigo Paestra hat seine junge Frau und deren Liebhaber erschossen.

    Von Iris Radisch

  • Zum Tod von Ulrich Becher

    Leben unterwegs

    Rascher Start, jäher Abbruch. Ulrich Becher, 1910 in Berlin geboren, ist gerade 22 Jahre alt, als bei Rowohlt sein Erzahlungsband mit dem schönen Titel „Männer machen Fehler“ erscheint.

  • Zeit zum Hören

    A: „Ich finde dein Appartement sehr hübsch.“ B: „Es ist angenehm, aber nur für eine Person oder vielleicht zwei, die sich sehr nahe stehen.

    Von Konrad Heidkamn

  • Die Engländer in Löwen verwandelt

    Ist Churchills Platz in der Geschichte gesichert? Wurde er nicht – Relikt des 19............................................

    Von Karlheinz Dederke

  • Solo für drei

    Dies ist kein Film wie das Leben, weil er von einem Leben erzählt, das es nur im Kino gibt. Das bedeutet, daß er einen Großteil seiner schmerzhaften Schönheit aus der Einsicht bezieht, daß im wirklichen Leben weit und breit kein Jazz zu hören ist, wenn man nach einer miesen Nacht frühmorgens nach Hause kommt.

    Von Michael Althen

  • Norbert Eberleins Roman

    Flottes Debüt

    Wann immer Liebesromanheld Felix Mohr seinen Arbeitsplatz, die Poststelle der Berufsgenossenschaft, betritt, ist von einem die Rede – schließlich verbringen viele Berufstätige mehr Zeit mit Arbeitskollegen als mit ihren Lebensgefährten.

  • Bücher statt Apfelsinen

    Das Bild vom DDR-Bürger mit der Plastiktüte voller Südfrüchte täuscht über Bedürfnisse hinweg, die den Hunger nach Wohlstand begleiten, sich der Öffentlichkeit aber weit weniger spektakulär darbieten.

    Von Birgit Dankert

  • Auf der Höhe der Zeit

    Jedes Jahrzehnt hat seine Zauberformel. Was einst die „gesellschaftliche Relevanz“ war und fürderhin „Authentizität“, ist heute „ironische Distanz“, die ein Werk aufweisen muß, um auf der Höhe der Zeit zu sein.

    Von Hajo Steinert

  • Man kann sogar ein Erdbeben verpassen

    Am 22. Januar 1990 war sie nach vielen Anläufen endlich gefunden, die Gleitformel für den weichen Rutsch ins postkommunistische Zeitalter.

    Von Peter Schneider

  • Theater in Wien – Botho Strauß: „Die Zeit und das Zimmer“

    Allzwecktraumfrau, diesmal robust

    Cesare und Daniele Lievi beweisen die Stadttheatertauglichkeit des mysteriösen Stücks

    Von Reinhard Baumgart

  • Ausstellung in Bremen: Zeniuk

    Geplante Bilder

    Eigentlich muß man von Jerry Zeniuk immer zwei Bilder sehen oder drei oder eine ganze Ausstellung. Das hat nichts damit zu tun, daß das einzelne Bild nicht weit genug trüge, ein Fragment sei oder Teil eines Zyklus.

    Von Petra Kipphoff

  • Länderspiegel
  • Multikulturelle Geschäfte

    Manchmal gerät die Karawane auf der west-östlichen Handelsstraße ins Stocken. Dann ist ein kleiner Unfall passiert: Beim Überqueren der Fahrbahn ist der hochbeladene Einkaufswagen über den Bordstein gekippt, die Fracht geriet ins Trudeln, die Paletten kamen ins Rutschen, dreißig Bierdosen wollten eingesammelt sein.

    Von Gabriele Riedle

  • Bischofsheim und die Ostgebiete

    Dzierzoniow nie

    Das Corpus delicti ist in taubenblaues Leder gebunden. Bürgermeister Berthold Döß bewahrt es in einer schmucklosen Pappbox im Wandschrank seines Arbeitszimmers auf.

    Von Michael Reinhard

  • Theater im Theater

    Asbest auf der Bühne

    Der 7. April sollte ein großer Tag für das Kölner Schauspielhaus werden. Nachdem das Theater anderthalb Jahre wegen Asbestverseuchung geschlossen war, glaubten die Schauspieler um Intendant Klaus Pierwoß, endlich wieder vor ihr Publikum treten zu können.

    Von Klaus Scheffer

  • Wahlkampf in Niedersachsen

    Wenn Schröder kommt

    Der Kandidat kann einem leid tun. Morgens Besuch der Bremerhavener Hochschule, mittags Kekse in der Regionalzeitungsredaktion, nachmittags Kekse in der Lokalzeitungsredaktion, abends Mineralwasser in der Festhalle zu Neuhaus-Oste.

    Von Gerd Oltermann

  • Lebensart
  • Jugendweihe – 1990? Doch, es gibt sie noch. Zum letzten Mal. Wegen der erwarteten Geschenke bestanden die meisten DDR-Schüler darauf. Das Gelöbnis bleibt ihnen diesmal erspart.

    Seid ihr bereit . . .?

    Noch einmal stolpern bei der Stellprobe vierzehnjährige Mädchen und Jungen kichernd über die Bühnen von Kulturhäusern, Kinos und Aulas in der Hoffnung, ein paar Tage später zum Kreis der Erwachsenen gezählt zu werden.

  • Conlon Nancarrow

    Klavier für eine Geisterhand

    Das Tagebuch eines amerikanischen Einsiedlers wäre zu schreiben. Die Saga eines musikalischen Genies, das nach vierzig Jahren im Exil endlich weltweit entdeckt wird.

    Von Konrad Heidkamp

  • Flüchtlings-Starthilfe

    Barbaras Schützlinge

    Wie ist es zu „Barbara bittet“ gekommen? Und wer eigentlich ist jene Barbara? Sie ist die Tochter von General Hans Oster, der auf Befehl Hitlers nach dem 20.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • „Wie gefällt Ihnen diese Geschichte?“

    Im Irrgarten der Vergangenheit

    Beim Abschied drückte mir Dr. Teichman fest die Hand und umarmte mich. Ich hatte ihn an einem College im Staat New York kennengelernt, wo er Vorlesungen über klassische und zeitgenössische Kurzgeschichten hielt.

    Von Anita Högner

  • Dieser Bericht beschreibt die Große Siebenbürgische Jagd, kriegsmäßig ausgerichtet nach dem strategischen Plan „Falke – Oktober 1984“, in den Görgényer Alpen. Die Jagdgeschichte ist, trotz ihrer Parodiehaftigkeit, ein authentisches Dokument der Ceauşescu-Diktatur, ein Lehrstück über die Technik der Machterhaltung.

    Ceauşescu und der Bär

    Nicolae Ceauşescu, der „tapferste Mann Rumäniens“, der „scharfäugigste Falke der Karpaten“, lebte in ständigem Krieg nicht nur mit seinem Volke, sondern auch mit dem Bären.

  • Kaderwelsch

    Die Linie (eigentlich: Generallinie) der Partei (womit vor der Wende stets die eine und einzig führende Partei der DDR gemeint war), „die Linie“ also ist die Umschreibung für die aktuelle politische Richtung der Partei nebst der dazugehörigen ideologischen Rechtfertigung.

  • Was ist das Abitur wert?

    Da ist wieder Musik drin“, freute sich Bundesbildungsminister Jürgen Möllemann Anfang April über die Bildungspolitik. In seinen Ohren klang die Musik dann auch gleich wie eine „volltönende Zukunftssinfonie“.

    Von Sabine Etzold

  • Ho-Chi-Minh-Stadt ist wieder Saigon

    Fluch der Perestrojka

    Es gibt gewisse Orte, an denen es einen erwischt, ganz unverhofft: Orte, in die man sich verliebt, auf den ersten Blick. Für mich war ein solcher Ort eine Bar in einem Hotel in Ho-Chi-Minh-Stadt.

  • Tribüne
  • Nur Offenheit schafft Vertrauen

    Nicht die wirtschaftliche Konkurrenz. Wenn sie auf einem gesunden freien Markt aufbaut, sollte sie heilsam sein. Auch nicht ein mögliches neues Streben nach einem „Platz an der Sonne“; für preußischen oder nationalsozialistischen Militarismus ist die heutige Generation der Deutschen nicht mehr empfänglich.

    Von William Safire

  • Der Kalte Krieg war nicht umsonst

    PARIS. – Die Frage, wie das Ende des Kalten Krieges abgewickelt werden soll, verursacht der Politik Kopfzerbrechen und Unbehagen.

    Von Flora Lewis

  • Zeitläufe
  • Führers Geburtstag

    Seit fünf Jahren ist Hitler tot, doch am 20. April hätte er das ehrbare Alter von 41 Jahren erreicht, wenn nicht... Da es Leute gibt, die es nicht lassen können, den Führers-Geburtstag zu feiern, wollen wir uns wenigstens (schaden-)freuen, daß es diesmal keine Deutschen, sondern Dänen waren.

  • Synode in Berlin

    Die Evangelische Kirche Deutschlands hat ihren Entschluß wahrgemacht und die dritte gesamtdeutsche Synode in der Höhle des Löwen abgehalten, im Ostsektor von Berlin.