-
Ausgabe 19/1990

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
-
Rückblick: Israel
Schamirs scharfe Töne
Schimon Peres, Führer der israelischen Arbeiterpartei und für seinen langen Atem bekannt, ist bei seinem Versuch gescheitert, mit linken und streng religiösen Parteien eine arbeitsfähige Regierung zu bilden.
-
Ein Jahr nach dem Tiananmen-Massaker
Eine Führung fürchtet ihr Volk
Peking hält an seinem starren Kurs fest, doch die Ruhe im Land ist trügerisch
Von Matthias Naß
-
Kommunalwahl
Erstmals ganz unter sich
Zynisch zugespitzt läßt sich der Urnengang an diesem Sonntag als erste freie DDR-Wahl beschreiben, die die Burger jenseits der Elbe wirklich alleine treffen.
Von Christian Wernicke
-
„Aus Grenzen sollen Brücken werden“
Richard von Weizsäcker in Warschau – Auszüge aus seiner ersten Rede in Polen
-
Worte der Woche
„Ich wollte Herrn Lafontaine töten, damit ich vor Gericht gestellt werde und damit das in die Presse kommt. Es war von mir eine private politische Entscheidung.
Von Ddr-Außenminister
-
Nachlese: Nicaragua
Brüchiger Frieden
Nur eine Woche nach der Amtsübernahme der neuen nicaraguanischen Präsidentin Violeta Chamorro droht die Regierungskoalition aus vierzehn Parteien – die Nationale Einheit der Opposition (UNO) – auseinanderzubrechen.
-
Unter der Last der Erinnerung
Der nationale Traum als Trauma
An dem Novemberabend vorigen Jahres, als die Berliner Mauer zu bröckeln begann, saß Edgar Hilsenrath in einem Frankfurter Hotelzimmer und freute sich zuerst einmal darüber, daß die „unterdrückten Freunde jetzt frei sind“.
Von Gisela Dachs
-
Zeitspiegel
Merkwürdig verlaufen manche Welthandelsströme. In London wollte Rupert Neudeck, der Vorsitzende der humanitären Organisation Komitee Cap Anamur, Getreide für die Hungernden in Äthiopien kaufen.
-
Moskau vor den Zwei-plus-vier-Verhandlungen
Poker zum Beginn
Der Kreml signalisiert Beweglichkeit, aber verlangt Rücksicht auf seine Lage
Von Christian Schmidt-Häuer
-
Litauen und die sowjetische Wktschciftsblockade
Hungern für die Freiheit?
Ein junger Russe kam am vergangenen Samstag mit zwei überladenen Tellern an den Frühstückstisch. Vom schwedischen Buffet des Hotels „Lietuva“ hatte er sich bergeweise Brot und Blinis, Spiegeleier und Schichtkäse, Wurst und Warenje geholt.
Von Maria Huber
-
Bonner Bühne
Nase vorn
Nein, es ist unmöglich, dem deutsch-deutschen Thema auszuweichen. „Wir machen unser Land zur Nr. 1 in Deutschland“, verspricht Johannes Raus SPD im nordrhein-westfälischen Wahlkampf.
-
Ein Aufsteiger in Ost-Berlin
Neuer Besen, altes Reisig
Bisher ist er vor allem durch flotte Reden und forsche Sprüche aufgefallen. In der neu gewählten Volkskammer sorgte Peter-Michael Diestel gleich nach seinem Amtsantritt für Aufregung, weil er die DDR-Verfassung in Bausch und Bogen ablehnte.
Von Joachim Nawrocki
-
Weltbühne
Feilschen um die Geiseln
In das nahöstliche Geiseldrama ist wieder Bewegung gekommen – endlich einmal zum Positiven: Nach der Freilassung eines französisch-belgischen Paares und seiner kleinen Tochter sowie des Amerikaners Robert Polhill ist am Montag dieser Woche dessen Landsmann Frank Reed freigekommen.
Von Fredy Gsteiger
- Wirtschaft
-
Autoseller
Triumph der Japaner
Die auf dem deutschen Markt erfolgreichsten Autotypen schneiden nicht unbedingt auch am besten ab, wenn es um Langlebigkeit und Zuverlässigkeit geht.
-
ZEIT-Prognose
Die Mark bleibt stark
Wir wissen nicht, wir raten“, sagt der Philosoph Karl R. Popper über die Verläßlichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis. Sicher ist nicht einmal, ob die Sonne morgen aufgeht.
Von Udo Perina
-
Zeitliches aus Großbritannien
Kampf den Ferkeln
Die Old Kent Road in Southwark hat einen Preis bekommen, mit dem sich die Stadtväter dieses Bezirks im Londoner Südosten lieber nicht schmücken würden.
Von Wilfried Kratz
-
Springer gegen Kirch
„Ich werde gelinkt“
Vielleicht hat der gar nicht begriffen, worauf er sich eingelassen hat“, orakelte düster ein Manager der Bremer Zigarettenfirma Martin Brinkmann, als Werner E.
Von Marie-Luise Hauch-Fleck
-
Verhandlungen Bundesrepublik / DDR
Ein Unabhängiger in der Pflicht
Da soll sich einer zurechtfinden. Bis zum Donnerstag vergangener Woche liefen zwischen Bonn und Ost-Berlin lediglich „Expertengespräche“.
Von Klaus-Peter Schmid
-
Bonner Kulisse
Genau ein Jahr ist Bundesfinanzminister Theo Waigel jetzt im Amt. Gewissenhaft, wie der CSU-Chef ist, legte er eine Bilanz mit 45 Posten vor.
Von Klaus-Peter Schmid
-
Wall Street
„Bar oder per Scheck?“
Die Meinungen über den Delinquenten sind nicht die besten. „Michael Milken wäre über die Leiche seiner eigenen Mutter gegangen, wenn ein gutes Geschäft dabei herausgesprungen wäre“, glaubt Frederick Joseph, der ehemalige Chef der in Konkurs gegangenen Investmentfirma Drexel Burnham: „Daß er dann wegen einiger Wertpapierbetrügereien in Tränen ausbricht, glaubt doch kein Mensch.
Von Peter deThier
-
Japanfonds am Ende
Viele Investmentfonds für internationale Aktien liegen über dem Durchschnitt
-
Bernhard Blohm:
Suche nach den Schuldigen
Das Ärgernis: An den internationalen Kapitalmärkten strebten die Zinsen in den vergangenen Monaten kräftig nach oben. Allein in der Bundesrepublik stieg etwa die Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere von sieben Prozent im Oktober vorigen Jahres auf derzeit fast neun Prozent.
-
Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit:
Heraus aus der Nische!
Man hätte gedacht, mit dem Vorschlag der Bundesregierung für den Geldumtausch eins zu eins bis 4000 „Mark der DDR“, darüber zwei zu eins, wäre der Streit zu Ende.
-
Gewinne schmelzen
Im April sind von den deutschen Aktienkursen die bis zum März eingetretenen Kursgewinne bis auf einen kleinen Rest wieder abgeschmolzen.
-
Sowjetunion
„Wir müssen weg vom Staatseigentum“
ZEIT: Alle Welt wartet darauf, daß die Wirtschaftsreformen in der Sowjetunion schneller voran kommen. Jetzt sieht es so aus, als seien auf der jüngsten gemeinsamen Sitzung von Präsidial- und Föderationsrat in Moskau die Uhren noch einmal angehalten worden.
Von Maria Huber
-
Spanien
Kampf oder Kompromiß?
Nach jahrelangem Streit versuchen Gewerkschaften und Regierung eine Annäherung
Von Volker Mauersbereer
-
Illegaler Geldhandel
Der goldene Schnitt
Als die Polizei kam, verschwanden alle Geldbündel blitzschnell in den Hosentaschen. Die Schwarzhändler vor der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank am Bahnhof Zoo taten so, als stünden sie hier nur herum, um sich eine Zigarette anzuzünden.
Von Dirk Kurbjuweit
-
„Wir können uns nicht davonstehlen“
Schmidbauer: Die Bundesrepublik emittiert jährlich knapp 700 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid, das sind etwa 3,5 Prozent der weltweiten Emissionen.
Von Judith Reicherzer und Fritz Vorholz
-
Luftverkehr
German Wings am Boden
Noch vor wenigen Wochen schwärmte Peter Kimmel: „In zehn Jahren belegen wir im Konzert der europäischen Airlines einen sicheren Platz.
Von Heinz Blüthmann
-
Skandal im Dunkeln
Schwer erträglich war längst, daß die juristische Schuld an euer jahrzehntelang geübten Parteispendenpraxis beinahe ausschließlich den Gebern, also der Indutrie, angelastet wurde.
-
Feldmühle
Eine Art Präzedenzfall
Die Rechnung beläuft sich auf vier Milliarden Mark. Es handelt sich denn auch um die größte Übernahme einer deutschen Firma durch einen ausländischen Käufer: Bei Feldmühle Nobel ist der schwedische Papierfabrikant Stora zum Zuge gekommen.
- Wissen
-
Neue Materialien
Leicht und stabil
Aluminium-Lithium oder faserverstärkte Kunststoffe, das ist hier die Frage. Um Treibstoff zu sparen, sollen Flugzeuge immer leichter werden, aber sie müssen so stabil und belastbar bleiben wie bisher.
Von Henning Engeln
-
Soll die Metropole Hauptstadt werden?
Berlin oder Bonn: Deutschland muß Rücksicht auf die Sorgen seiner Nachbarn nehmen
Von Marion Gräfin Dönhoff
-
Auftakt in Bonn
Die Minister sollen aushandeln, wie die Vorbehaltsrechte der „Großen Vier“ gegenüber den Deutschen auf ein vereintes, souveränes Deutschland übertragen werden.
Von Christoph Bertram
-
ZEIT-Prognose
Steigen die Zinsen noch höher? Fällt die D-Mark? Was macht die Börse? Wie entwickelt sich der Goldpreis? Antworten auf diese Fragen finden sich künftig in der ZEIT- Prognose zu Beginn jeden Monats im Wirtschaftsteil.
-
Fremd geworden in der Heimat
„Leute mit gefärbtem Pelz“ seien das, kann man von manchen der polnischen Nachbarn hören, die am Ende des Krieges aus den verlorengegangenen ostpolnischen Gebieten in das „wiedergewonnene“ Schlesien umgesiedelt waren.
Von Helga Hirsch
-
Anschlag
Nur um Haaresbreite hat die Arzthelferin Adelheid Streidel mit ihrem im Blumenstrauß verborgenen Messer die Halsschlagader Oskar Lafontaines verfehlt.
-
Versöhnung
Die zweite Chance gilt es zu nutzen, nachdem die erste auf peinliche Weise verspielt worden war. Als Ende 1988 die Planungen für einen Staatsbesuch des Bundespräsidenten in Polen eingeleitet wurden, spürte man in Bonn, daß sogar die damals noch kommunistische Regierung zu einem Ausgleich größeren Stils bereit war: im Blick nach vorn, nicht allein im Bewußtsein der bedrückenden Vergangenheit.
-
Lob und Tadel für das Weltraumteleskop
Teurer Blick in die Unendlichkeit
Nach dem gelungenen Start: Wird Hubble der Astronomie lange genug erhalten bleiben?
Von Jeanne Rubner
-
Läßt sich TED, das Teledialog-System, manipulieren? Die Post sagt nein.
Gehackte Ente
Sind 86 Prozent der Bundesdeutschen gegen den DDR-Währungsumtausch zum Kurs von eins zu eins? Dies war bei einer elektronischen Blitzabstimmung herausgekommen, während im ZDF unser Bundesbanker Karl Otto Pohl interviewt wurde.
- DIE ZEIT
-
Südfrankreich
Drei Käse aus grauem Granit
Unheimlich diese Stille: Nicht einmal das Zwitschern eines Vogels ist zu hören, nur hin und wieder ein dumpfes Grollen irgendwo in der Ferne.
Von Michael M. Moser
-
Die Krise kam schnell
Die Kundin ist verärgert: „Im Westen kostet dieser Mist ’ne Mark, uns knöpfen sie das Vierfache ab.“ Sagt’s, stapelt drei Tafeln Sarotti-Schokolade, das Stück für vier DDR-Mark, in ihren Einkaufswagen und steuert die Kasse des Kaufhauses Centrum am Ostberliner Alexanderplatz an.
-
Endlich konnte der Bundespräsident nach Polen reisen. Der Besuch steht im Schatten der Vergangenheit und im Vorzeichen der deutschen Einheit
Eine Probezeit für Deutsche und Polen
Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki im Gespräch mit der ZEIT: „Wir haben niemals aufgehört, über die Notwendigkeit von Versöhnung und Zusammenarbeit zu reden.“
Von Helga Hirsch und Robert Leicht
-
Kolumbien
Wie im Roman
Die Zinnen und Türme stießen gleißend weiß wie eine Fata Morgana aus dem Indigoblau der Karibischen See. Die spanische Festung schien auf dem Wasser zu schwimmen.
-
Die fünfte Jahreszeit
Eric Rohmers „Frühlingserzählung“ oder Ein Film ist ein Film, auch wenn er nichts Bestimmtes erzählt
Von Andreas Kilb
-
Im Reich der Reiher und Schilfgeister
Abgeschieden von der Welt – Stille Paddeltage auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Von Martin Ahrends
-
Heinz Werner Hübners Vogelalmanach (58): Der Star
Kollege Landstreicher
Amsel, Drossel, Fink und Star...“ – an dieser anmutigen Strophe, in der die Vögel als Boten des Frühlings begrüßt werden, stimmt eigentlich nichts.
-
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Karl Dedecius
Großer Fensterputzer
Ost ist Karl Dedecius, der am 10. Mai 1921 als Sohn eines Beamten in Lodz geboren wurde und in einer deutsch-stämmigen Familie zweisprachig aufgewachsen ist, nach dem Krieg in sein polnisches Geburtsland heimgekehrt.
Von Rolf Michaelis
-
Spanien als Vorbild für den demokratischen Wandel
Amnestie statt Abrechnung
Der SPD-Ehrenvorsitzende Willy Brandt kam ausgerechnet an jenem Tag nach Madrid, da die Zeitungen aus Ost-Berlin den Rücktritt des als Stasi-Kollaborateur verdächtigten Ibrahim Böhme von allen Parteiämtern meldeten.
Von Volker Mauersberger
-
Ben Witter
Nebbich
-
Ben Witter
Angetippt
Im Januar 1947 bereiteten die Engländer seine Reise nach London vor; er sollte dort Spazierengehen und immer nur deutsch sprechen.
-
Litauens Präsident fordert Unabhängigkeit von Moskau
Für Demokratie oder Weltreich?
Guter Rat, wie das litauische Problem zu lösen sei, ist in diesen Tagen nicht knapp. Doch um es zu lösen, muß man es erst einmal verstehen.
Von Vvtautas Landsbergis
-
Rekruten auf Reisen
,,Schütze Wuppertal, tu mir mal’n Bier!“
Die jungen Männer auf Bahnsteig 13 des Hamburger Hauptbahnhofes wollen nach Hause. Wochenende. Manche stecken noch in den Uniformen – so eilig hatten sie es, aus der Kaserne fortzukommen.
-
EG-Gipfel in Dublin
Niemand will die Queen verjagen
Politische Union: Die Gemeinschaft setzt sich ein neues Ziel, aber sie muß es noch definieren
Von Dieter Buhl
-
Irakische Superkanone
Stopp in letzter Minute
Den Experten, die sich zunächst über die sogenannte irakische Superkanone mokierten, ist das Lachen vergangen. Dabei war ihre Reaktion durchaus verständlich.
Von Jürgen Krönig
-
Russischer Nationalismus
Diktatur mit Thron und Kreuz
Wenn der große und massige Mann, immer flankiert von zwei Leibwächtern, die Bühne betritt, herrscht einen Augenblick lang völlige Stille, bevor stürmischer Applaus aufbrandet.
Von Alexander Furman
-
AUCH ICH WAR BEI DER STASI
Deutsches Theater in echt. Und die Welt schaut zu. Das Stück hat keiner geschrieben und keiner inszeniert. Wir ahnen nur: Es kommt aus einer dunklen Tradition.
-
Kultur und Ökonomie
Alchimie des Reichtums
Selbst wenn überall Marktwirtschaft herrscht, bleibt ein Wohlstandsgefälle in Europa
Von Meinhard Miegel
-
Schon wieder sollen die Bürger der DDR zur Urne gehen. Am Sonntag werden die Kommunalparlamente bestimmt.
„Es ist ja alles so trübe . . .“
Dresden vor der ersten freien Gemeindewahl: Nach dem Rausch der Revolution nun der große Katzenjammer
- Gesellschaft
-
Manager und Märkte
Asko: Pakt mit Metro abgesegnet Veba: Mit hohem Gewinn getröstet Bayerische Vereinsbank: Aufmüpfige Köpfe gesucht
Von Erika Marxens
-
Voith
Erben im Clinch
Heidenheim ist ein friedliches Städtchen. Daß die knapp 50 000 Einwohner der im Grenzbereich zwischen Baden-Württemberg und Bayern liegenden Kreisstadt ihr Auskommen haben, liegt zum großen Teil an der J.
Von Karl-Heinz Büschemann
-
Kein Gesetz regelt in der Bundesrepublik die Transplantationsmedizin
Recht der lebenden Leichen
Eigene Organe gegen Geld für eine Transplantation herzugeben ist in der Bundesrepublik nicht verboten. Selbst der Handel mit Körperteilen ist nicht strafbar.
Von Michael Kneissler
-
Irak: Werben um Urlauber
Das nahöstliche Land zwischen den biblischen Flüssen Euphrat und Tigris, das sich gerne als „Wiege der Zivilisation“ bezeichnet, bemüht sich mit seinen Werbeaktivitäten vor allem um westliche Touristen.
Von Rainer Schauer
-
Pferde nicht nur für Sattelfeste
Der spanische Ort Jimena de la Frontera liegt, wie der Veranstalter versichert, „mitten in der andalusischen Wildnis“. Dort warten die „trittsicheren Pferde“, die auch ungeübte Reiter durch steinige Schluchten tragen sollen.
-
Zwischen Disneyland und Bundesgartenschau
Von weitem schon zieht die ungewöhnliche Silhouette den Blick an und weckt die Erwartung, dem Besucher werde sich nun eine Stadt der Zukunft mit einer nie gesehenen futuristischen Architektur präsentieren: Metallisch schimmernde Riesenkugeln sind zu sehen, gewölbte Dächer, die an windgeblähte Segel erinnern, weitgespannte Bögen, deren Funktion unklar bleibt.
-
Küchenkabinett
Wir haben ja nie zu diesen Leuten gehört, die in Italien nach Sauerkraut krähten und in Hongkong nach Schweinshaxe schrieen, die in Frankreich Frankfurter Würstchen forderten und in Spanien Sauerbraten.
Von Monika Putscbögl
-
Fernseh-Kritik
Freund von Beruf
Denver“ war eine Innovation: die Heldin ein Scheusal, das Familienleben ein Alptraum. Der neue Serienrenner „Nachtfalke“ markiert die Rückkehr zu vertrauten Mustern: Der Held ist edel, und das Gute siegt.
Von Konrad Heidkamp
-
Wiener Grotesken: Tex Rubinowitz, Max Goldt & Co. versuchen sich an Alan Bennetts „Kafkas Franz“
Kuß! Kuß! Kuß!
Ah, Kafka. Immer wieder Kafka. Jetzt, das heißt vor vier Jahren, hat der englische Dramatiker Alan Bennett ein Stück geschrieben – „Kafka’s Dick“, also deutsch etwa, etwa, etwa Kafkas Dings, „Kafkas Franz“, wie auch immer: Der geniale Prager Hustenkünstler und sein emsiger Dichterkollege (und Freund!) Max Brod erscheinen sechzig beziehungsweise zwanzig Jahre nach ihrem Tod einem Versicherungsmenschen und hingebungsvollen Hobby-Kafkaologen namens Sidney und dessen Frau Linda, auch Vater und Mutter Kafka tauchen im hübschen Wahnzimmer der beiden auf, am Ende (das im Himmel spielt) noch Gott, diverse Engel, na, und so weiter.
Von Benedikt Erenz
-
Entscheidung in Dublin
Nach dem Gipfel in Dublin ist klar: Die Partner der Bundesrepublik in der Europäischen Gemeinschaft werden die DDR mit offenen Armen aufnehmen.
-
Anpacken auf sowjetischen Seglern
Sie heißen Sedow und Mir, Krusenstern und Towarischtsch, sind Ausbildungsschiffe der sowjetischen Handels- und Fischereiflotte und nicht eben billig: Die Hafengebühren müssen in Devisen bezahlt, der Unterhalt der Schiffe finanziert werden.
-
DAS LETZTE
alsschmerzen, Knieprellung, Magengeschwür. Da kennen wir uns aus. Nur die Krankheiten mit den griechischen Namen, die machen uns Sorgen.
-
Kultur ist alles das, was nicht ist
Über die panische Nachkriegszeit, leere Bildungsfassaden und Kultur als Farbigkeitsbedarfsdeckung: ein Gespräch mit Hermann Glaser
Von Gerhard Spörl
-
Fernseh-Vorschau
Plastikmärchen
Das Paar ist jung, gesund und hübsch, es ist verheiratet und kinderlos. Es läßt sich also – was läge näher? – auf die Ruhestatt der soeben bezogenen Wohnung sinken, um zu kosen.
-
Zum Tod von Dexter Gordon
Verraucht, verhaucht
Irgendwann im Herbst 1986 wurde Dexter Gordon geboren. Er starb vier Jahre später, am 25. April 1990. Wer Dexter Gordon erwähnt, wird immer an Dale Turner denken, an den riesigen, gebrechlich alten Mann, der Bertrand Taverniers Film „Round Midnight“ 1986 zum Leben erweckt hat.
- Kinder- und Jugendbücher
-
Druck, Drogen, Dealer
Nicht zu leugnen: Aktuell ist das Thema. Ob es uns in täglichen Berichten über die Erzeuger und Verkäufer in fernen Ländern dargeboten wird oder in Bildern von Drogentoten gleich um die Ecke.
-
Die Jury von ZEIT und Radio Bremen stellt LUCHS 44 vor
LUCHS 44
Macaulays Buch handelt von Erfindungen: von A wie Abakus, dem Rechenbrett der Babylonier, bis Z wie Zoom-Linse. Zoom-Linse? Den Abakus können viele noch erklären.
-
Traumtier
Mal winzig, mal Koloß, bindfadendünn oder ballondick: Rikkis Traumtier kann sich verwandeln. Blitzschnell, märchenhaft mühelos.
-
Sizilianische Rebellin
Donna con fuoco
Die Kritik, dieses Buch gehöre nicht auf die Seite mit Jugendbüchern, nehme ich vorweg, da ich weiß, daß sie kommen wird. Dennoch: Ich selbst habe es, unmittelbar nachdem ich es gelesen hatte, meiner Tochter in die Hand gedrückt.
-
Dr. Rabes Geheimtip
Den unersättlichen Häwelmann gibt es jetzt sogar als phosphoreszierenden Bilderspaß. Storms liebenswerter Märchenklassiker kann nun auch im Zappendustern gelesen und betrachtet werden.
- Kultur
-
. . . daß auch ein Werber kriminell sein kann
Mit dem Titel fängt das Mißverständnis an „Absahnen" klingt, als verschmähe der Täter die Milch, und das ist bei der organisierten Kriminalität, auch in der Bundesrepublik, schon längst nicht mehr der Fall.
-
Es konnte kein gutes Ende nehmen, nicht für die Menschen, nicht für die Stadt, nicht für das Reich
So fielen Königsberg und Breslau
Der westdeutsche Historikerstreit um die Bewertung des „Dritten Reiches“ und um die Vergleichbarkeit der NS-Verbrechen hatte ein markantes Nebenthema: den Untergang Ostdeutschlands 1944/45.
Von Erhard Lucas-Busemann
-
Zeitmosaik
Die bayerische Staatsregierung hat beschlossen, „in unmittelbarer Nähe der Alten und Neuen Pinakothek“ einen „Bauplatz für einen Museumsneubau für die Staatsgalerie moderner Kunst“ bereitzustellen.
-
„Die Stücke sind dieselben geblieben – ein Riesenhaus, in dem wir jede Ecke kennen“
Vier vernünftige Leute
Lapidarer als der alte Goethe hat bis heute niemand die mit Abstand heikelste musikalische Gattung charakterisiert: „Man hört vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten, glaubt ihren Discursen etwas abgewinnen und die Eigentümlichkeiten der Instrumente kennen zu lernen.
Von Peter Fuhrmann
-
Sowjetische Tagträume
Der Name ist weltberühmt, seine jüngste Trägerin gerade dabei, es zu werden. Der Name lautet Tolstoj, und Tatjana Tolstaja, 1951 in Leningrad geboren, ist schon jetzt, obwohl sie nur einen Band mit Erzählungen publiziert hat, die erfolgreichste Sowjetautorin ihrer Generation.
-
Eine Kräftevielfalt, die nur aus der Sicht nördlicher Ordnungsvorstellungen befremdlich wirkt
Italien und seine Krisen
Italienbesucher, auch wenn sie bildungs- und nicht nur sonnenhungrig sind, haben meistens kaum mehr als eine Ahnung von der jüngsten Geschichte, der politischen und wirtschaftlich-sozialen Entwicklung des Landes; das komplizierte Geflecht italienischer Krisen, die nie zur Katastrophe führen, bleibt schwer durchschaubar in den publizistischen Momentaufnahmen, schwer verdaubar in gewichtigen Studien.
Von Hansiakob Stehle
-
Oper: Wurde wirklich ein Star geboren? Tiziana Fabbricini in der neuen „Traviata“ der Mailänder Scala
Katastrophe oder Offenbarung
Seit 1964 wurde Verdis Oper „La Traviata“ in der Mailänder Scala nicht mehr aufgeführt. Seinerzeit dirigierte Herbert von Karajan, und die Violetta sang Mirella Freni, umgeben von einer jener Inszenierungen, die immer nur zwischen prachtvoll und pathetisch schwanken, wie sie zur Spezialität von Franco Zeffirelli werden sollten.
-
Drei Sammler, drei Dächer, drei Treppen
Am Wochenende wird in Darmstadt mächtig gefeiert: Festvortrag (Hermann Glaser) und Modenschau, Steptanz und Salonmusik, Sonderstempel und Gedenkmedaille, sogar „die Gastronomie wird der Jahrhundertwende entsprechen“ – denn Darmstadt feiert ein Jugendstilfest.
Von Manfred Sack
-
Denken in Frankreich heute
Wir sind alle deutsche Philosophen
Während die Pariser Intelligenzija auf Marx und Mao schwor, übersetzte der Philosoph Luc Terry lieber Kant, Fichte oder Cassirer.
-
Die Frau in Blau
Die Antwort des amerikanischen Kinos auf den ungelösten Widerspruch zwischen weiblicher Selbstbestimmung und sozialer Gewalt ist die Vision der bewaffneten Frau.
-
In den vergangenen Wochen haben wir die Museen von Schwerin, Dresden, Gotha, Halle, Weimar, Erfurt, Leipzig und Altenburg vorgestellt. Wir beenden diese kleine Serie mit einem Phantom-Portrait des Museums Georgium in Dessau.
Wg. Diebstahl z.Zt. nicht zu sehen
Berühmte Dürerzeichnungen, das Doppelportrait des Berthold Tucher und der Christine Schmidtmayerin vom Meister des Landauer Altars, der Fürstenaltar von Cranach locken uns nach Dessau, in die Bauhaus-Stadt.
-
Kino: „Feinde – die Geschichte einer Liebe“
Wunder des Lebens
Überlebende in New York 1949. Sie sind dem Nazi-Inferno entronnen. In der Neuen Welt wollen sie leben, vergessen, lieben und glücklich sein.
Von Anne Frederiksen
-
Franz Hohlers Roman
Die Rache des Planeten
Wer die Stichworte kennt, die Max Frisch in seinen Festreden und Dankadressen, aber auch im „Stiller“, seinem Pamphlet „Wilhelm Teil für die Schule“ und im „Dienstbüchlein“ geliefert hat, weiß, daß Denkmalpflege nicht mehr zu den Pflichtfächern der Schweizer Literatur nach 1945 gehört.
-
Theater in Hamburg: „Stella“, nach Goethe
Liebestoll
Für Leute allerdings von guter Gesundheit sind die Liebeskranken die albernsten Wesen. Ihr ewiges Seufzen, Heulen, Zähneklappern eine einzige Farce.
Von Benjamin Henrichs
-
Verwehte Revolten
Ein großer europäischer Erzähler, der im letzten Oktober verstorbene Jugoslawe Danilo Kiš ist im deutschen Sprachraum erst spät zu gebührendem Ansehen gekommen.
Von Karl-Markus Gauß
-
Ausstellung in Berlin: „Gegenwart Ewigkeit – Spuren des Transzendenten in der Kunst unserer Zeit“
Beredte Unsicherheit
Behaupten wir einfach mal, Caspar David Friedrichs Bild „Der Mönch am Meer“ sei das erste Bild der Moderne. Jeder kennt die kleine Ruckenfigur des Mönchs, der einsam am leeren Strand gegen das unermeßlich blaue Nichts von Meer und Himmel steht und den Betrachter in den Sog seiner Gedanken hineinzieht.
Von Barbara Gaehtgens
-
Tanztheater in Bochum
Totentänze
Kei Takei, Reinhild Hoffmann, Valentin Jeker variieren das Lebens-Thema „Hof“
Von Rolf Michaelis
-
Trostloses Fremdgehen
Oh, wie trostlos sind die kleinen deutschen Städte!“ – Dostojewskis Stoßseufzer („Der Spieler“), den Eckhard Henscheid als Motto einem der Prosastücke vorangestellt hat, die der Band „Die drei Müllerssöhne“ versammelt, gibt nicht nur diesen Glossen, Märchen und Erzählungen ein Leitmotiv; er ist vielmehr auch eins der Kraftzentren, die Henscheids Werk im Ganzen organisieren.
Von Klaus Modick
-
Utopisches Forschen, Dichten, Städte-Bauen
Thomas Morus hat dem literarischen Genre seinen Namen gegeben, als er in einer Diskussion über Struktur und Realisierbarkeit des besten Staates einen weitgereisten Seemann von einem Schiffbruch und der anschließenden Entdeckung eines ideal eingerichteten Gemeinwesens berichten ließ.
Von Herfried Münklei
- Länderspiegel
-
Erste Frau im Amt
Frauenpower statt Männergeschwätz
Ein bißchen suß-sauer lächelt Georg Kronawitter bei seinem Frauenlob schon: „Als Politikerin macht sie eine gute Figur“, sagt der Münchner SPD-Oberbürgermeister, „das muß ich neidlos zugeben.
-
Bilder, Büsten, Teller
Ramsch vom Kanzler
Würde Japans Kaiser Hirohito noch leben und hätte ihn der Zufall in die Hafengasse nach Tübingen verschlagen, „amari hidoi“ würde es ihm entfahren und „ja nai ha!“ Der erstaunt Ausruf, frei zu übersetzen mit „Donnerwetter!“ oder auch „Das schlägt dem Faß den Boden aus!“, bezöge sich auf einen Trödelladen in der Altstadt, in dem der Kaiser das seinerzeit an den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Kurt Georg Kiesinger, überreichte Staatsgeschenk wiedererkannt hätte: einen handbemalten Paravent.
-
In Rheinland-Pfalz ermitteln Staatsanwälte gegen Ärzte. Rund 160 Mediziner stehen unter Betrugsverdacht
Heilkunst oder die Kunst der Abrechnung
In der idyllischen Rheinpfalz ist die Welt auch nicht mehr in Ordnung. Jedenfalls nicht mehr für die dort praktizierenden Kassenärzte, die sich von der „Willkür“ der Staatsanwaltschaft des Landgerichtes Frankenthal bedroht fühlen.
-
Was darf ein Pfarrer predigen?
Aus Liebe zu den „Heiden“
Meistens enden die Briefe mit diesem Satz: „... und trete hiermit aus der Kirche aus.“ Schreiben dieses Inhalts, die in diesen Tagen das Sekretariat der evangelischen Landeskirche von Württemberg erreichen, kommen fast alle aus 7401 Nehren.
-
Sanierung
Pfleglich behandelt
Die Abgeordneten von CDU, FDP und den Grünen waren sich einig in ihrer Empörung. In einer von der vereinigten Opposition beantragten Sondersitzung der Bremer Bürgerschaft ging es derart lautstark zu, daß sogar politische Gegner um die Gesundheit des CDU-Sprechers Günther Klein fürchteten, dessen Aufregung das übliche Maß überschritt.
Von Lilo Weinsheimer
-
Das Monster von der Küste
Sechs Jahrzehnte lang hat der Dampfeimerkettenbagger „ED 9“ in Ems und Dollart anderen Schiffen den Weg frei gebuddelt. Nun liegt er, seit einem halben Jahr, am Kai einer Abwrackfirma im emsländischen Papenburg vertäut: unförmig-bucklig, 900 Tonnen schwer.
Von Markus Wollnik
-
Durch die Verpflanzung von Nieren, Herzen oder Lebern ließen sich immer öfter Menschenleben retten. Doch den Ärzten fehlen Spenderorgane. Der Mangel ruft kriminelle Geschäftemacher auf den Plan.
Geld gegen Leben
In London wurden drei Ärzte verurteilt, die unwissenden Patienten die Nieren raubten
Von Michael Kneissler
- Lebensart
-
Am Ende der Spielzeit
Morgens um sechs ist der Himmel naß und die Stimmung düster. Der Bus mit der Nummer 95 dröhnt über die vierspurige Betonpiste. Rechts und links liegen im Dunkel, wie Spielzeug für Riesenkinder, Röhren, verstreute Würfel, gebogene Bänder aus Zement.
Von Susanne Mayer
-
Brief aus Oz
„Hi, ich bin Peter!“
Wie schön für Sie, daß Sie nun in diesem herrlichen Land mit den freundlichen, warmherzigen Menschen leben dürfen, die wir aus dem Buschkrankenhaus kennen und alle ins Herz geschlossen haben!“ So stand es in einem Brief aus Deutschland.
-
Kaderwelsch
Die Massen, die werktätigen Massen, die ausgebeuteten und unterdrückten Massen der westlichen Welt, die revolutionären Massen (die sie „objektiv“ nun einmal sind, ob sie es wissen oder nicht), diese Massen des modernen Industrieproletariats, die aus marxistischer Sicht dazu berufen sind, die kapitalistische Ausbeuterordnung zu stürzen und eine sozialistische aufzubauen, diese bewußtlosen Massen, die von sich aus nur zu einem „gewerkschaftlichen Bewußtsein“ fähig sind und daher zur Erfüllung ihrer „historischen Mission“ einer „revolutionären Vorhut“ bedürfen, der Partei nämlich, die sie dahin führt, wohin sie, ohne es zu wissen, eigentlich wollen: ins Paradies der kommunistischen Gesellschaftsformation – diese namenlosen, ahnungslosen Massen dienten den kommunistischen Führern als Legitimation ihrer diktatorischen Herrschaft.
-
Atlantic College
Schule am Kliff
Der Himmel ist düster, die Wellen schlagen krachend ans Kliff. Der Hubschraubereinsatz wird abgepfiffen, nicht aber die Rettungsübung.
Von Christine Brinck
-
Tiere in Not
Abschlachten, verhökern
Der Brief war eindeutig: „Sie erhalten zwei Gorillas in erstklassigem Zustand“, stand in dem Schreiben der Zoo-Sensen GmbH aus dem bayerischen Hohenstadt an den Zoo von Guadalajara in Mexiko.
Von Hans-Ulrich Stoldt
-
Yoram Kaniuk
Ergründen, was geschehen ist
Ich kannte bereits die Straßennamen von Berlin, ehe ich die von Tel Aviv kannte!“ sagt Yoram Kaniuk lächelnd. Es ist die Geschichte der ewigen, unerfüllten Liebe der deutschen Juden zu ihrer ehemaligen Heimat.
Von Richard Chaim Schneider
-
Filiz, Sevgi und 24 andere Duisburger Jugendliche hatten sich auf die Reise in die DDR gefreut Der Haß, den sie zu spüren bekamen, traf sie wie ein Schock.
,,Geht zurück in die Türkei“
Filiz hatte sich sehr auf die Reise gefreut. Die achtzehn Jahre alte Türkin aus Duisburg kannte die DDR noch nicht. Doch das bißchen, was sie wußte, hatte sie hoffnungsvoll gestimmt.
- Tribüne
-
Neutralität hört auf . . .
Auch wenn sich in den letzten Jahren so etwas wie ein gemeinsamer europäischer Markt für politisches Vokabular herausgebildet hat, gibt es immer noch Begriffe, die in Ost und West verschieden interpretiert werden.
-
Wiedersehen in Königsberg
MOSKAU. – Wer 45 Jahre nach dem Krieg in das frühere Königsberg kommt, spürt nichts vom „ewigen Frieden“ Immanuel Kants. Militärische Einheiten und militärische Bezirke prägen die gleichförmige Landschaft des Kaliningrad Oblast – ein Stück Großdeutschland in russischem Besitz.
Von Wladimir Kulistikow
-
Wenn Panzer Ladenhüter werden
WARSCHAU. – Endlich ist in Polen die Geheimnistuerei in Fragen Rüstung vorbei. Noch vor einem Jahr, als der Runde Tisch tagte, wurden ganz offen die Möglichkeiten einer effektiven Begrenzung der Rüstungsausgaben angesprochen.
Von Karol Szyndzielorz
-
VOR VIERZIG JAHREN
1950: Die Lasten gemeinsam tragen
Offenbar kommt das Gespräch über den Lastenausgleich jetzt wieder in Gang. Wie man aus Bonn hört, sind die Koalitionspartner entschlossen, in diesem Sommer noch – oder endlich, wie man auch sagen kann – das heiße Eisen anzufassen und die Materie gesetzesreif zu machen.
- unzugeordnet
-
Polizist und Kaufmann
Mit atemberaubendem Tempo hat sich im vergangenen Jahr das ökonomische Denken des Westens in der Welt durchgesetzt. Nicht nur in Osteuropa und der Sowjetunion, auch in immer mehr Entwicklungsländern kommen die Politiker zu der Erkenntnis, daß bis heute kein besseres Prinzip gefunden wurde, um die materiellen Beziehungen der Menschen untereinander zu ordnen, als eben der Markt.