• Ausgabe 20/1990

    Ausgabe 20/1990

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Sich nur nicht fritzen lassen

    Nach den Kommunalwahlen in der DDR: Im Dresdner Rathaus breitet sich Angst aus, denn viele Köpfe sollen rollen

    Von Jochen Steinmayr

  • Bonner Bühne

    Kicken nach Kanzlerart

    Vorsichtig verzichtet Norbert Seitz auf eine Prognose, wer bei der Fußballweltmeisterschaft im Juni gewinnt. Aber der Autor, der sein Buch über Fußball und Politik nun unter dem Titel „Kohl & Maradona“ aktualisiert und auf gesamtdeutschen Stand gebracht hat (die erste Fassung erschien unter dem Titel „Bananenrepublik und Gurkentruppe“), verweist auf Stärken und Schwächen der Deutschen (im Fußball): „Spielen sie Kohl’schen Abgewöhnungsfußball, landen sie bestimmt im Finale.

  • In Leipzig soll ein Verwaltungsexperte aus der Bundesrepublik zum Chef im Rathaus gewählt werden

    Import aus der Partnerstadt

    Hinrich Lehmann-Grube, der bisherige Oberstadtdirektor von Hannover, verhalf der SPD zum Sieg

    Von Gisela Dachs

  • Eine Premiere der Presse

    Letzte Anweisungen vor der Kommunalwahl: „Wir teilen uns auf, ein bis zwei Leute in jeden Kreis. Gehen Sie zu den Parteien und den Wahlkreiskommissionen!“ Dietrich Zarft leitet die Redaktion der Altmark-Zeitung, einer der ersten neugegründeten Zeitungen in der DDR.

  • Äpfel mit Birnen verglichen

    Forschungsgruppe Wahlen: Kritische Anmerkungen zu einer schnellen Interpretation

  • Entmutigender Zypernkonflikt

    Nikosia ist nicht Berlin

    Wenige hundert Meter hinter der Platia Eleftherias, dem Platz der Freiheit, ist die Freiheit zu Ende. Sandsacke, Stacheldraht und metallene Barrieren bilden eine Barrikade.

    Von Fredy Gsteiger

  • Wolfgang Ebert

    Grund und Boden

    Die Aussicht auf ein vergrößertes Deutschland löst nicht einmal bei unseren westlichen Freunden große Begeisterung aus. Der Umgang mit unseren östlichen Nachbarn erfordert aber ein ganz besonders feines Fingerspitzengefühl.

  • Weltbühne

    Ein Platz für Amerika

    Braucht uns eigentlich das künftige Europa noch?“ Es war Jeane Kirkpatrick, eine gewichtige Stimme im Lager der Konservativen, die diese Frage stellte.

  • Worte der Woche

    „Wir können in der Geschichte unserer beiden Volker nichts miteinander vergleichen, nichts gegeneinander aufrechnen, denn was ein Mensch zu erdulden hatte, wird durch das Schicksal eines anderen nicht leichter.

  • Britische Kommunalwahlen

    Zeitgewinn für die Eiserne Lady

    Screaming Lord Sutch, Politunikum und Dauerkandidat der „Raving Monster Loony Party“, die ihren bizarren Namen aus gegebenem Anlaß noch um „Antipolltax“ erweitert hatte, gab sich verwundert: „Ich bin offenbar der einzige, der verloren hat“, erklärte der frühere Rocksänger, der zum bekanntesten Exzentriker geworden ist, den die britische Subkultur hervorgebracht hat.

    Von Jürgen Krönig

  • Staatsbesuch in Polen

    Durchbruch zu neuem Verständnis?

    Die Antwort wird auf sich warten lassen. „Kann man die Hoffnung hegen, daß der Besuch des westdeutschen Bundespräsidenten zum Signal für einen psychologischen Durchbruch in den deutsch-polnischen Beziehungen wird?“ fragte sich die Wochenzeitung Polityka nach dem viertägigen Staatsbesuch Richard von Weizsäckers.

  • Wachsende Kritik am französischen Präsidenten

    Zwischen Geist und Macht

    Auf jedem offiziellen Bild ist Jacques Attali der Schatten des Präsidenten. Wer kann noch die Gruppenphotos zählen, auf denen der Sonderberater dicht neben François Mitterrand steht? Doch viele solcher Aufnahmen wird es nicht mehr geben.

    Von Joachim Fritz-Vannahme

  • Der Geselle vor dem Meisterstück?

    Spielverderber sind im Wahlkampf nicht gefragt. Gerhard Schröder weiß das natürlich. Also nimmt er es hin, wenn die Kampagne mal in Klamauk umschlägt.

    Von Matthias Naß

  • Ben Witter

    Angetippt

    Mr. Stevens ist wieder in Berlin, redet nicht von der sanften Revolution im November, für ihn sind das provozierende Straßenveranstaltungen gewesen; Stevens spielt das herunter, Engländer ist er, und das Staunen verging ihm schon, als er mit der Army auftauchte und Leichenbesichtigungen-Protokolle anfertigen mußte.

  • Landtagswahl in Niedersachsen: Seit 14 Jahren regiert Ernst Albrecht. Kann Gerhard Schröder ihn ablösen?

    Des Autokraten letzter Kampf

    Wahrscheinlich wird es wieder eng werden. Wenige Tage vor der Niedersachsen-Wahl zögern die Auguren, wem sie für den kommenden Sonntag abend die größeren Chancen einräumen sollen – und dies, obwohl von den Umständen wie von der Stimmung her so vieles für die regierende bürgerliche Koalition spricht.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Zeitspiegel

    Gerne ließ sich Präsident George Bush als ranghöchster Saubermann der amerikanischen Nation feiern. Doch dieses Image paßt nicht mehr.

  • Nachlese: Baltikum

    Neue Hiobsbotschaften

    Kaum hatten ihn aufgebrachte Sowjetbürger bei der traditionellen Mai-Parade auf dem Roten Platz als „Diktator“ beschimpft, da steht Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow schon neuer Ärger ins Haus: Am Freitag sagte sich nach Litauen und Estland auch die dritte Baltenrepublik Lettland von Moskau los.

  • Bücher als Mittler

    Für die Polen ist Literatur von weit höherer Bedeutung als für andere Nationen. Dichter und Schriftsteller waren während jener langen Jahre der Teilung die Hüter des nationalen Erbes und der polnischen Identität.

  • Rückblick: Regionalwahlen in Italien

    Systemkrise

    Schwächer denn je und doch nach wie vor als zweitstärkste Partei sind Italiens Kommunisten bei den Regionalwahlen vom 6. Mai dem Katastrophentrend ihrer osteuropäischen Genossen entkommen.

    Von Hj. St.

  • Zum Tod von Shepard Stone

    Großes Herz, souveräner Sinn

    Was werden wir Deutschen, was werden die Amerikaner ohne Shep machen? Es gibt keinen zweiten Mann wie Shepard Stone, keinen, der sich über Jahre und Jahrzehnte so intensiv, so unermüdlich um die Beziehungen zwischen diesen beiden Völkern gekümmert hat; keinen, der so an den Fehlern der Deutschen litt und so sehr über manche Unzulänglichkeit der Amerikaner verzweifelt war.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Wirtschaft
  • Neue Heimat

    Ende mit Schrecken

    Trotz massiver Proteste verkaufen die Gewerkschaften die bayerische Wohnungsgesellschaft

    Von Rainer Hupe

  • Bundesrepublik / DDR

    Gefahr für die Nachbarn

    Als Mitglied der belgischen Regierung und des Rats der EG-Finanzminister freue ich mich sehr über die deutsche Vereinigung und die Eingliederung des Staatsgebietes der DDR in die Gemeinschaft.

    Von Philippe Maystadt

  • Schmutziger Reichtum

    Die schrullige Bierkneipe „Onkel Max“ in der Frankfurter Freßgass ist vielen Einheimischen in guter Erinnerung geblieben. Jahrelang gehörte die Einkehr in dieses Lokal zum festen Programm eines Bummels durch die Innenstadt.

    Von Udo Perina

  • BMW

    Flug ins Risiko

    Mit dem Einstieg in die Luftfahrt fordern die Bayern den großen Konkurrenten Daimler-Benz heraus

    Von Karl-Heinz Büschemann

  • Bonner Kulisse

    Alles deutet darauf hin, daß sich die Bundesregierung zumindest auf eine Verschiebung der für Anfang 1993 versprochenen Unternehmensteuerreform einstellt.

  • EG / Osteuropa

    Unnötiger Glaubensstreit

    Seit Anfang dieser Woche ist die Europäische Gemeinschaft mit allen osteuropäischen Ländern außer Rumänien durch Handels- und Kooperationsabkommen verbunden.

  • Markt-Report

    Nach unten abgesichert

    Rascher als erwartet hat sich der deutsche Aktienmarkt von seinen im April eingetretenen Rückschlägen erholt. Nachdem der Deutsche Aktienindex (DAX) am letzten Börsentag des vergangenen Monats noch bis 1809 gesunken war und sich damit dem Ultimostand 1989 bis auf etwa zwei Prozent genähert hatte, ist er zwischenzeitlich wieder auf deutlich über 1900 hinaus geklettert.

  • Vereinigte Staaten

    Löcher im Sparstrumpf

    Fehlinvestitionen an der Wall Street haben die amerikanischen Sparkassen ruiniert

    Von Martin Ebbing

  • Fritz Vorholz:

    Das Klima hat Konjunktur

    Alle reden vom Wetter. Die Gefahr schmelzender Polkappen, steigender Meeresspiegel und veränderter Vegetationszonen – heraufbeschworen durch das Verfeuern von Kohle, Erdöl und Gas – ist zum Politikum geworden.

  • Umweltpolitik

    Ein fauler Kompromiß

    Eine Erfolgsstory verliert ihren Glanz. Jahrelang lieferte eine Verdickung im Auspuffstrang von Autos, kurz Kat genannt, den in Bonn für saubere Luft zuständigen Ministern Stoff für gute Nachrichten.

    Von Fritz Vorholz

  • Führungskräfte

    Chefs im Dilemma

    Er hat in Tokio und St. Gallen studiert, spricht fünf Sprachen und arbeitete für internationale Konzerne in Japan, den Vereinigten Staaten und der Schweiz.

    Von Judith Reicherzer

  • Zurück zur Spitze

    Im Wahlkampf konkurrieren die Parteien mit verheißungsvollen Perspektiven für das gebeutelte Land

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • co op-Gruppe

    Das letzte Kapitel

    Niemand weiß, die wievielte Krise die Mitarbeiter des Handelskonzerns co op gerade durchmachen müssen. Immerhin: Es mag die letzte sein.

    Von Gunhild Freese

  • Südkorea In Südkorea wächst die Angst vor einer Wirtschaftskrise. Die Regierung geht deshalb mit brutaler Härte gegen Streikende vor.

    Wachstum statt Wohlstand

    Im Morgengrauen griff die Polizei an. Die weit über zehntausend Mann starke Einsatztruppe hatte die von streikenden Arbeitern besetzte Werft des Konzerns Hyundai in der südkoreanischen Hafenstadt Ulsan bereits am Tag zuvor umstellt.

    Von Christian Tenbrock

  • Zonenrandförderung

    Schatten über den Mauerblümchen

    Der Umbruch in der DDR macht die Hilfen für das Grenzland langfristig überflüssig

  • Standesrecht

    Kampf ums Überleben

    Zwei Anzeigen in einer Tageszeitung, am selben Tag zufällig nebeneinander zu lesen, machen den derzeitigen Umbruch auf dem Rechtsanwaltsmarkt deutlich.

    Von Rudolf Gerhardt

  • Tanz auf dünnem Eis

    Der April machte seinem schlechten Ruf als launischer Geselle alle Ehre – zumindest an der Börse. Ganz gut spiegelt das die Entwicklung des Dax in den letzten vier Wochen wider.

    Von Reinhold Rombach

  • Wissen
  • Das Attentat auf Lafontaine wirft erneut die Frage nach Ursache und Behandlung der Schizophrenie auf

    Diktat des Wahns

    Die Rede ist von der unheimlichen, zerstörenden Wahnkrankheit Schizophrenie. Die Kranken leben zumeist in sozialer Isolation, deswegen nehmen wir sie so selten wahr, obwohl an die 600 000 am „Spaltungsirresein“ – wörtliche Übersetzung der aus dem griechischen stammenden Krankheitsbezeichnung – Leidende unter uns sind.

    Von Hans Harald Bräutigam

  • Polen-Hilfe

    Noch nie hat ein Land den Mut besessen, auf einen Schlag so viele Reformen so blitzartig einzuführen, wie Polen dies tut. Statt zentraler Planwirtschaft: dezentralisierte Marktwirtschaft, 90 Prozent aller Subventionen wurden gestrichen.

  • Eine Geduldsprobe für die Deutschen

    Was ist nun wirklich die Ausgangsposition im „2 + 4“-Poker? Moskau habe vorgeschlagen, die inneren und die äußeren Aspekte der deutschen Einigung voneinander zu entkoppeln.

    Von Christoph Bertram

  • Anpfiff

    Große Ereignisse werfen ihr Chaos voraus. Schon in vier Wochen und ein paar Tagen, mamma mia, sollen wir im schönen Italien Weltmeister werden – und nichts ist gerichtet.

  • Kürzertreten

    Das Aufatmen war nicht zu überhören. Die Börse reagierte mit steilem Kursanstieg, die Deutsche Mark bekam Auftrieb. Der Grund: Die „härteste Auseinandersetzung der Nachkriegszeit“, mit der die Tarifvertragsparteien monatelang gedroht hatten, findet nicht statt.

    Von Erika Martens

  • Erste Krise

    Rächt sich jetzt das Tempo, mit dem Bundeskanzler Helmut Kohl die Währungsunion zwischen den beiden deutschen Staaten zusammenzimmert? Die große Koalition in der DDR ist über den von der Bundesregierung entworfenen Staatsvertrag zur Währungsunion in ihre erste Krise geraten.

  • Reisen
  • Auf dem Weg nach Olympia

    Barcelona bereitet sich im großen Stil auf die internationalen Sommerspiele in zwei Jahren vor

    Von Jochen Klicker

  • Feierliche Bilanz

    Schau ins Land“ heißt ein „Foto-Lesebuch über die DDR“, das zum vierzigsten Jahrestag im Aufbau-Verlag, nun auch bei Luchterhand erschienen ist, eine Innenansicht, die für meinen Geschmack zu intern ist (Text von Günther Drommer; Luchterhand Literaturverlag, Frankfurt 1989; 240 S.

  • Reiseland DDR

    Innenansichten

    Nur wenige Monate nach der Grenzöffnung drängen verschiedene DDR-Reiseführer auf den Markt, und man fragt sich erschrocken: Wann, in wie kurzer Zeit haben die Autoren ihre umfassenden Eindrücke gesammelt (die sich natürlich nicht auf eine winterliche DDR beschranken)? Und wann haben denn die Photographen ihre wunderbar sommerlichen Photos geschossen, gewiß doch wohl irgendwann vor der Grenzöffnung.

    Von Martin Ahrends

  • Wie denn nun?

    Wir blättern im neuen Geo-Special über die DDR. Ein dicker Balken auf der Titelseite signalisiert: „Wegweiser zu den Schätzen von Kunst und Architektur“.

    Von Ferdinand Ranft

  • DIE ZEIT
  • Wachsende Enttäuschung in Rumänien

    „Iliescu ist auch ein Kommunist“

    Warmer Wind wirbelt den Staub durch die Straßen Bukarests. An jeder Straßenecke verkaufen Zigeunerinnen Narzissen und Hyazinthen.

  • Marx vom Platz

    In Hamburg ist man mal wieder fein heraus. Hier gibt es nur einen Karl-Muck-Platz. Aber was machen die Elmshorner jetzt mit ihrem Karl-Marx-Platz? Oder die Kölner mit ihrer Karl-Marx-Allee? In Köln war M.

  • Jedes Stichwort aufgegriffen

    Norbert Blüm schottet sich mit einem Wall pfiffiger Reden gegen Kritik und Zweifel ab

    Von Christian Wernicke

  • Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Johannes Rau wirbt mit seiner Bilanz. Norbert Blüm setzt auf die deutsche Karte.

    Keiner kennt das Land wie er

    Nach zwölf Jahren als Ministerpräsident will es Johannes Rau noch einmal wissen

    Von Dieter Buhl

  • Ungeliebte Nothelfer

    Es sind mitunter Jahrmärkte der Eitelkeiten, wenn die Creme der internationalen Finanzwelt zweimal im Jahr – meist in Washington – zu den Tagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank zusammenkommt.

  • Hart an der Grenze

    ZEIT: Herr Minister, Sie erinnern sich an die Parole: „Kommt die D-Mark, bleiben wir; kommt sie nicht, gehn wir zu ihr!“ Jetzt kommt die D-Mark.

  • Alles unter Kontrolle?

    Da fressen manipulierte Programme einfach die Nullen auf dem Bildschirm weg, lassen Buchstaben wie Blätter fallen und löschen sämtliche gespeicherten Daten.

    Von Gunhild Lütge

  • VOR VIERZIG JAHREN

    Hoffnung für Auswanderer

    Das deutsche Flüchtlingsproblem kann von der Bundesrepublik allein nicht gelöst werden. Ebenso primitiv wie diese Einsicht ist, ebenso mutterseelenallein stand Deutschland bisher mit ihr auf internationaler Klar.

  • Gesetz gut, Praxis mies

    Viel steht auf dem Spiel für die Frauen der DDR, doch haben sie es schon begriffen? Die jüngeren ken

    Von Margrit Gerste

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Kulissen für Hongkong

    Sollte Iraks Staatschef Saddam Hussein eines Tages seine jüngste Drohung wahrmachen und Israel mit Giftgas überziehen, mindestens eine deutsche Chemiefirma hätte daran ihren Anteil.

  • USA

    Die Stadt mit dem Silberblick

    Colorado der Rocky-Mountain-Staat im Herzender USA, scheint zu den Gegenden zu gehören, in die man nur reist, um gleich wieder abzufaren.

    Von Volkert Wiesner

  • Im Dickicht des EDV-Jargons

    Keine Antwort zur ESDI

    Die Mitglieder der Computergemeinde sind gläubige – und entsprechend gepeinigte – Menschen. Unter den Betformeln, die ihr Leben bestimmen, nimmt Murphys Gesetz einen prominenten Platz ein: „Wenn etwas irgendwie schiefgehen kann, dann wird es das auch tun,“ Weniger bekannt, aber ebenso schwerwiegend sind die Folgerungen daraus.

  • Die Unterwelt verändert sich. Einbrecher, Drogenhändler, Autodiebe und Scheckbetrüger arbeiten nicht mehr auf eigene Faust, sondern im Auftrag großer Bosse.

    Konzerne des Verbrechens

    Die Polizei fordert neue Mittel im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität

  • DAS LETZTE

    Wenn Sie also, wie gesagt, dieses Blatt seit Jahren lesen ... welches? Na, dieses hier – aber wo ist es denn? Nicht im Briefkasten, nicht am Zeitungskiosk .

  • Sozialistische Wirtschaftswissenschaften

    Es war ja nur so’ne Idee

    Vor 26 Jahren in Havanna: Ein paar junge Kubaner, darunter der Industrieminister und Held der Revolution, Ernesto Che Guevara, saßen mit einem jungen Ökonomen aus der Tschechoslowakei zusammen und stritten über die wirtschaftlichen Perspektiven des Sozialismus.

  • Mit Kreditkarten in Osteuropa zahlen

    Die Möglichkeiten für Geschäftsleute, im Ostblock ihre Kreditkarte sinnvoll einzusetzen, sind noch sehr beschränkt. Zum einen gibt es noch eine sehr geringe Zahl von Akzeptanzstellen (siehe Tabelle), andererseits ist die Abrechnung über die Karte in vielen Fällen ein schlechtes Geschäft.

  • Und China befindet sich wieder auf einem langen Marsch . . .

    Die heute 79jährige Eva Siao, die über ihr Leben in China schreibt unter dem Titel „China – mein Traum, mein Leben“, kommt aus angesehener bürgerlicher Familie in Breslau.

  • Voller Schätze, aber ohne Geld

    Sachlich betrachtet, ist die Rue Pierreuse die berühmte Handelsstraße, auf der bereits Karl der Große nach Aachen ritt. Aber sie ist auch eine Gasse, die himmelwärts zu streben und in den Wolken zu enden scheint.

    Von Siggi Weidemann

  • Das Fremde, das Andersartige, hat zu allen Zeiten die Phantasie angeheizt. Was von jenseits der Grenzen kam, war diesseits nie ganz geheuer.

    Saupreiß, Tschusch und Katzelmacher

    An einer frankophonen Schule in der Schweiz wird die Kunst des feinen Unterschieds geübt. Als Beispiel nimmt der Lehrer die Begriffe accident und malheur – den Unfall und das Unglück; und weil er ein Mann von Esprit ist, veranschaulicht er den feinen Unterschied in einer Szene, die hier jedes Kind versteht.

  • US-Airlines bestürmen Europa

    Als Lufthansa-Chef Heinz Ruhnau unlängst die Betriebsergebnisse des vergangenen Jahres präsentierte, wies die magere Bilanz zwei augenfällige Negativposten auf: Im Inland und auf dem Nordatlantik flog der Staats-Carrier ein sattes Minus von rund 300 Millionen Mark ein.

    Von Andreas Werk

  • Fernseh-Kritik

    Chromosom elf

    Aufklärung in dem Sinn, wie sie Kindern zuteil wird, wenn man ihnen erläutert, Wolter sie kommen, ist eine der ältesten und schönsten Domänen des Fernsehens.

  • Der Geist ist ein Wühler

    Deutschland zu zweit oder einig Vaterland: Von den Schwierigkeiten, Geschichte zu prognostizieren – Eine Selbstbefragung

    Von Theo Sommer

  • Gesellschaft
  • Die Zehn Gebote im Fernsehen: Krzystof Kieslowskis „Dekalog“

    Die eiserne Schrift

    Dieser Mann glaubt nicht an das Wort, das Fleisch ward, um die Menschen zu erlösen. Er glaubt an die Logik und die Gesetze der Natur.

  • Unsicherer Trend

    Die Turbulenzen, die die japanische Wirtschaftsszene in den vergangenen Wochen kraftig durcheinandergewirbelt haben, scheinen – zumindest vorerst – vorbei zu sein.

  • Manager und Märkte

    ZDF: Ertappte Kontrolleure Metallindustrie: Gekonntes Rollenspiel Telephone: Falsch geschaltet

    Von Gunhild Lütge

  • Ein ehemaliger verdeckter Ermittler berichtet über seine Arbeit am Rande der Legalität

    „Das Milieu hat andere Gesetze“

    Verdeckte Ermittler sind besonders ausgewählte und ausgestattete Polizeivollzugsbeamte, die unter einer Legende Kontakte zur kriminellen Szene aufnehmen, um Anhaltspunkte für Maßnahmen der Strafverfolgung zu gewinnen“, heißt es in einem Thesenpapier der Justiz- und Innenminister aus dem Jahre 1985.

  • Kurz und fündig

    Der neue „Kinderpaß“ liegt zur Sommersaison wieder in 64 schleswig-holsteinischen Ferienorten aus. Er enthält dreißig Gutscheine, unter anderem zum verbilligten oder kostenlosen Eintritt in Museen, Tiergärten und Freizeitparks.

  • Pressefreiheit

    Was gefällt

    So funktioniert das in Niedersachsen. Am 2. März stellte der Göttinger Steidl Verlag in Hannover auf einer Pressekonferenz die von Jürgen Hochgrefe und Eckart Spoo herausgegebene „Niedersächsische Skandalchronik“ vor, die auf knappen 222 Seiten das Wirken des Landesherrn würdigte, für den die CDU vier Jahre zuvor in den Wahlkampf gezogen war mit dem Ruf: „Niedersachsen wählt das Glück.

  • Die Wiedervereinigung der Kunst oder: Was bringt die Zukunft für die 29 staatlichen Museen im grenzenlosen Berlin?

    Die Chance

    Links der Schalter für die Eintrittsbilletts, rechts der für das gemäßigte Angebot von Postkarten und Publikationen, kein Gedränge bei zwei angehenden Besuchern.

    Von Petra Kipphoff

  • DDR-Reisemesse: Gebremste Lust

    Die DDR ist doch nicht nur was Langweiliges für olle Leute“, sagte Stefanie Kurz vom DDR-Ministerium für Tourismus, Als sie das sagte, war Frau Kurz umgeben von „ollen Leuten“, denn zur ersten Reisemesse der DDR im hannoverschen Congreß-Centrum Stadtpark waren fast ausschließlich Rentner gekommen, etwa 800 täglich.

    Von Walter Wüllenweber

  • Fernseh- Vorschau

    Der Neue Mann

    In der phantastischen Erzählung von Christa Wolf läßt eine junge Wissenschaftlerin an einem gentechnischen Institut sich im Selbstversuch vermännlichen und wieder verweltlichen.

  • De Zuch kütt

    Nun, da der Mai gekommen ist, lasset uns schunkeln und fröhlich sein. Dir, du schöne Stadt an der Düssel, ein dreifach donnerndes Helau! Wir bewundern dich zutiefst, weil du den Mut gefunden hast, unerschrocken eine neue Mode zu kreieren.

    Von Rosemarie Noack

  • Tourismus-Werbung mit Mutter Natur

    Eine junge Dame, den gewaltigen grünen Rock mit Tieren und Blumen besetzt, als Kopfputz ein Nest, wird bis August den Touristen von den Plakatwänden des Salzburger Landes entgegenlächeln: „Ich bin Dein Urlaubsparadies und unsere Zukunft,“ Es soll zeigen, daß „an Mengenwachstum orientiertes Handeln nicht mehr Leitermäß ist“, konstatierte Martin Uitz, Chef der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG).

  • DDR: Vor der Eroberung der Städte durch Investoren und Baulöwen

    Erstmal blockieren

    Welch ein Jammer – diese fliegenden Händler, die mit ihren Lieferwagen, Lastwagen, Kühlanhängern, Mercedes-Limousinen ausgerechnet auf die schönsten Plätze gelassen werden, auf all die herausgeputzten historischen Markt- und Rathausplätze, mit denen die Städte doch alle so angestrengt ein bißchen Glanz in ihre grauen Städte zu bringen versuchten.

    Von Manfred Sack

  • Sextourismus am Pranger

    Das schlüpfrige Thema, so hoffte der Deutsche Reisebüro-Verband (DRV), sei ein für allemal vom Tisch. Energisch wehrten sich die Frankfurter Sachwalter des Reisegewerbes „gegen haltlose Vorwürfe einer angeblichen Werbung für Prostitutionsreisen durch deutsche Reiseveranstalter“.

    Von Wolfgang Weber

  • Vor drei Wochen hat die ZEIT die amerikanische Debatte zum Thema Sterbehilfe wiedergegeben („Lieben und sterben lassen“, Dossier ZEIT Nr. 17). In der Bundesrepublik stehen die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben und ihr Präsident Hans Henning Atrott im Zentrum der Auseinandersetzung.

    Schöner Tod statt eines schrecklichen Lebens?

    Da Sie nach dem Gesetz“, so ein vorgebliches Anschreiben der Krematorienverwaltung Bonn, „das höchstzulässige Alter erreicht haben, werden Sie hiermit aufgefordert, sich am 16.

    Von Ernst Klee

  • „Entwicklungshilfe“ war jahrzehntelang nur Wirtschaftsunterstützung. Daß die sogenannte Dritte Welt dringend auch eine ökologische Aufbauhilfe braucht, zeigt das Beispiel Haiti. Ein Fall, der sicher auch zur Sprache kommen wird, wenn in dieser Woche die große Uno-Konferenz „Action for a common future“ in Bergen neue Strategien der Entwicklungspolitik berät

    Wüste Eden

    Wie aus dem Karibik-Paradies Haiti ein trauriges Tropeneiland wurde – eine Fallstudie

    Von Erin Condit

  • Kultur
  • Vorwärts und nicht vergessen

    Die Revolution hatte schon ein paar Jahre Verspätung – doch als sie dann endlich ins östliche Deutschland kam, da kam sie mit voller Wucht.

    Von Claudius Seid!

  • Die Tragödie der Arbeiterbewegung

    Ein Emigrant erinnert sich an seine Jugend in Berlin zu Beginn der dreißiger Jahre

  • Das hatte esin Europa noch nicht gegeben: Kaltblütig torpedierte ein deutsches U-Boot im Mai 1915 das englische Passagierschiff „Lusitania“. 1200 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, sind ertrunken. „Es ist nicht angebracht, vor der Vernichtung unzwifelhaft feindlicher Passagierdampfer zurückzuschrecken.“ (Weisung des deutschen Amiralstabs)

    „Hier große Freude . . .“

    Der Kronprinz jubelte zu früh: Die Versenkung der „Lusitania“ wurde zur Grundlage für den Kriegseintritt der USA

  • Kafka aufs neue

    Die kritische Ausgabe der Tagebücher und des „Proceß“-Romans bietet endlich Kafka in der Fassung der Handschrift: Unterdrückte Passagen werden gedruckt, Lesefehler korrigiert

    Von Ulrich Greiner

  • Jeder Vierte billigt Gewalt

    Viel wurde in den letzten Jahren über den Wertewandel unter der Jugend philosophiert. Sind die Kinder der Wohlstandsgesellschaft faul, vergnügungssüchtig und politisch desinteressiert geworden? Vom Allensbach-Institut bis zu Jugendforschern, die vom Ölmulti Shell finanziert wurden, gingen Soziologen und Meinungsbefrager diesem Thema nach.

  • THEATER IN BERLIN, BREMEN UND HAMBURG

    Die siebenhundertundsiebenundfünfzigste Nacht

    Eine Rückkehr, nach beinahe fünfzehn Jahren. Der Zuschauer betritt das GRIPS Theater im Berliner Hansa Viertel, setzt sich auf seinen Platz, mitten in den Zuschauer Kinderhaufen hinein, das Licht geht aus, das Stück fängt an, die Zeit steht still.

    Von Benjamin Henrichs

  • Land am Rand

    Einem Flicklappen gleich liegt Exmoor am südwestlichsten Zipfel der Britischen Inseln. Genauer gesagt dort, wo die Grafschaften West Somerset und North Devon sich treffen, und zwei Stunden Autofahrt von Bristol entfernt.

  • Zum Tode von Max Bense (1910 – 1990)

    Ungehorsam der Ideen

    Häufig drückte er seine Position bei kleinen Anlässen am deutlichsten aus; so bei den Kunstgesprächen in Baden-Baden, die er im Herbst 1959 moderierte.

    Von Bazon Brock

  • Musiktheater:„Das verratene Meer“

    Der Klang entschärft die Härte

    Hans Werner Henzes Oper nach einem Roman Yukio Mishimas in Berlin uraufgeführt

  • Ein Wüterich verröchelt im Streckbett

    Uraufführung an den Münchner Kammerspielen: Dieter Dom zelebriert Tankred Dorste „Karlos“

    Von Michael Skasa

  • Länderspiegel
  • Zeichnung Stelan Höller

    Saufen, dann draufschlagen

    Der 26. Juli vergangenen Jahres, ein Mittwoch, war ein heißer Sommertag. Die beiden Brüder Oliver und Reinhard F. in Gelsenkirchen gaben sich ganz dem Nichtstun hin.

    Von Roland Kirbach

  • Propaganda

    Braune Blätter

    Am rechten Rand der Medienlandschaft ist in der letzten Zeit einiges in Bewegung geraten. Das aufwendig angekündigte Theoriemagazin der Republikaner Credo ist nach der ersten Nummer vom Februar dieses Jahres schon wieder eingegangen.

  • Solartankstelle eröffnet

    Sonne im Tank

    in Trabi, der nicht stinkt und knattert und nicht einmal einen Auspuff hat – Traum vieler Autofahrer mit empfindlichen Nasen.

    Von Eckhard Jedicke

  • Kunsthandel

    Die verschollene Schöne

    Die Herren legten Handschuhe aus blütenweißer Baumwolle an, wenn sie die lang verschollene Schöne vorsichtig berührten. Das sei zwar Show, gestand der bayerische Antiquar Herbert Tenschert, der die im April 1945 Geraubte heim- und am letzten Freitag in der Westberliner Staatsbibliothek vorgeführt hatte.

  • Lebensart
  • Chronik der Swing-Jugend

    Aus der Reihe tanzen

    Swing Heil – so lautete der ironische Gruß von jazzbegeisterten jungen Leuten, die im „Dritten Reich“ aus der Reihe tanzten.

    Von Volker Ullrich

  • Statusfragen

    Gleichheit beim Lunch

    In kaum Land sind Klassenunterschiede so sichtbar und werden so selbstverständlich zur Schau getragen wie in Großbritannien.

    Von Jerry Sommer

  • Lassen, wie es ist

    In der Abtreibungsfrage ist Deutschland ganz besonders einschneidend und gleich zweimal geteilt. Und alle Seiten möchten die Wiedervereinigung nutzen, ihre Auffassung endgültig durchzusetzen.

  • Kaderwelsch

    Mit der sich wandelnden Deutschlandpolitik der SED war auch der Begriff der Nation einem Wandel unterworfen, Ein Jahr vor dem Mauerbau sagte Walter Ulbricht vor dem Zentralkomitee seiner Partei, daß „trotz vorübergehender Spaltung die Wiederherstellung der Einheit der Nation unvermeidlich“ sei.

  • Schach mit Karpow

    Ein Fehler, dann war es vorbei

    Computer werden für den Menschen immer gefährlicher — jedenfalls beim Schach.

    Von Helmut Pfleger

  • Brief aus London

    Feste Schuhe und Klopapier

    Da hatten wir im letzten September einen rotbackigen, achtzehn Jahre alten Jungen zum Flugzeug begleitet, dem die Knie unter dem ungewohnten Gewicht des funkelnagelneuen Rucksacks zitterten.

    Von Julia Tugendhat

  • Zeitlese

    „Guldenburg in Offenburg“, raunte ein Vertrauter der Bild-Zeitung zu. Die wenigen Familien in unserem Land, die es zu ein bißchen Wohlstand gebracht haben, sind wirklich nicht zu beneiden; unentgeltlich halten sie als Vorbilder für die neuesten Folgen provinzieller Endlos-Serien her und müssen in der Zeitung lesen, was eigentlich nur, mit dem Montblanc geschrieben, in die ledergebundenen Annahm gehört.

  • Suzanne Vega

    Wie eine Schwester

    Wenn es stimmt, was ich über sie gelesen habe, hat Suzanne Vega ihr buddhistisches Morgengebet schon hinter sich, jetzt, wo sie das geräumige Hotelzimmer betritt, Wie Stars das so machen: Sie scherzt an der Tür mit dem Manager, so daß der wartende Fremde sie betrachten kann, bevor die berühmten Augen ihn selbst erfassen.

    Von Ulf Erdmann Ziegler

  • Fußhall in Nürnberg

    Bonvivant im Frankenland

    „Alles von unten aufbauen“ – nun kümmert sich der Holländer Arie Haan um den „Club“

    Von Helmut Böttiger

  • Eure Joghurts leben länger

    Der hellgrüne Brief sieht mitgenommen aus, zerknittert und eingerissen. Er enthält eine Aufstellung: Kühe, Jungrinder, Schweine; ihre Milchleistung, ihr Gewicht, rechts davon ihr Wert in Mark – Vieh, das die Alands an die LPG abgeben mußten, als „Inventarbeitrag“.

    Von Marlies Menge

  • Tribüne
  • Sowjets bleibt hier!

    WARSCHAU. – Die vom Lärm geplagten Einwohner von Swinoujscie (Swinemünde) haben zum ersten Mal seit dreißig Jahren Ostern in ungetrübter Stille feiern können.

    Von Janusz Tycner

  • Land der untergehenden Sonne?

    Erstens: Während die übrige Welt eifrig dabei ist, neue Regionalblöcke zu bilden, vermag Japan nicht, seine asiatischen Nachbarn in einem Wirtschaftsblock zusammenzuschließen.

    Von Tom Yano

  • Frauen können von Frauen lernen

    WIESBADEN. – Gegenüber dem verständlichen Wunsch, in der DDR einen funktionierenden Alltag herzustellen, der nicht tägliches Schlange stehen mit sich bringt, sind die Interessen der Frauen an Partizipation im Veränderungsprozeß und an einer qualitativen Veränderung ihres Lebens offenbar wieder in den Hintergrund getreten.

    Von Otti Geschka