Dies schätzen wir an jenem, jenes an diesem Blatte. Am Feuilleton der FAZ, das sei hier einmal frei gestanden, lieben wir vor allem die „rasche, ja rasende Bewegung“, die „windschnittige, dynamische Form“, den „schnellen, überraschenden Wechsel der Betrachterstandpunkte, Bilder und Reize“. Ja, das lieben wir, das Tempo, mit dem dort geschrieben, mit dem dort rasante Argumentationsschneisen in die trüben Regenwälder des zeitgenössischen Denkens geschlagen werden, die Schnelligkeit, mit der dort gebrütet wird. Denn das, denn so ist die Moderne – und alles andere (ach, wir schlagen uns an die eigene Brust) ist doch nur Krise, Lahmarschismus, ist doch bloß die bleierne „vormoderne Rhythmik des Wartens, Nachsinnens, Vertiefens“.

Ach, dieses Tempo, dieses Tempo des FAZ-Autors m.s.: Welch kühner, herzstockender Anblick! Wie da die Sätze, die Pointen sich jagen! Wie das vorbeizischt – man darf gar nicht hinschauen! – an diesen grauenhaften Grünen zum Beispiel: Diese Trantüten haben nämlich etwas gegen den überstürzten Einigungsprozeß in Sachen Deutschland. Natürlich, pfeift da pfeilschnell m.s. um die Ecke, natürlich, denn das ist doch die Partei, die grundsätzlich die „Anti-Moderne“ verficht: „Tempo dreißig in der Stadt, Tempo hundert auf der Autobahn, überhaupt weniger automobile Beweglichkeit, weniger Energieverbrauch, weniger Straßenbau“ und vor allem – diese Funzeln, von denen wahrscheinlich noch nie jemand in São Paulo, Dallas, Frankfurt und ähnlichen Traumstädten war! – „weniger Hochhäuser, die in den Himmel ‚schießen‘“. Genau, m.s., so sind die Grünen, die entsetzlichen! Stubenhocker! Drückeberger! Häschen in der Grube!

Aber welche Freude für uns dagegen, m.s. zu sehen, wie er in seinen Turbo-Glossen durch die Hochhausspalten des FAZ-Feuilletons düst: Wie da alles zur Seite hüpft, zur Seite spritzt, heißa!

Ja, ja, ja! So zu schreiben, so ohne jedes antimoderne Nachsinnen, ohne die archaische, lächerliche, beschwerliche, zeitraubende Übung des Überlegens, so auf die Tube zu drücken, unbeschwert von jedes Gedankens Last: Das muß man können, das muß man sich leisten können, denn das ist modern, das ist m.s., der moderne Schreiber, wie wir ihn schätzen – und lieben.

Finis