Die Liebe zur Umwelt läßt sich das Stuttgarter Unternehmen Mercedes-Benz etwas kosten. Auf acht Zeitungsseiten verbreitete der Nobelkonzern in der vergangenen Woche „Mehr Ideen für den Stern, auf dem wir leben“. Unermüdlich, so versicherte der Autogigant in der breitgestreuten Werbekampagne, „suchen wir auf allen Gebieten nach neuen und weitergehenden Losungen“.

Fünfzig hat er schon gefunden. Denn „viele Details fügen sich zu einem Ganzen“. Der serienmäßige Einbau des Katalysators wird ebenso bejubelt wie die asbestfreien Bremsbeläge und jene 600 Nistkästen, die die Werksgärtnerei in Untertürkheim angebracht hat. Und sogar den „Umweltschutz im Rennsport“ möchte Daimler nicht unerwähnt lassen. In Bremen wurde ein fünfzig Jahre alter Kastanienbaum gerettet, der auf einem Baugelände störte. Nach der liebevollen Verpflanzung dürfte ihn nun an anderer Stelle sein Schicksal ereilen.

Präsentiert wurde das Ganze auf zeitgemäß grauem ... Umweltpapier? Der Schein trügt: Die schönen bunten Bilder und die vielen hehren Argumente waren gedruckt auf ganz normalem Papier – und das, so weiß man, ist bekanntlich geduldig. gf/lut