Staatschef Mengistu führt einen Mehrfrontenkrieg im eigenen Land: Im Norden kämpft die Eritreische Volksbefreiungsfront EPLF (Eritrea People’s Liberation Front) für einen selbständigen Staat Eritrea. Das Londoner Institut für Strategische Studien schätzt die Truppenstärke auf 40 000 bis 50 000 Soldaten.

Die Tigreische Volksbefreiungsfront TPLF (Tigray People’s Liberation Front) operiert im zentralen Hochland; sie streitet nicht für die Abspaltung, sondern für regionale Autonomie der Provinz Tigray. Der TPLF haben sich nach eigenen Angaben mehr als 50 000 Freiwillige angeschlossen, rund ein Drittel sind Frauen.

Als panäthiopische Bewegung versteht sich das Ethiopian People’s Democratic Movement (EPDM). Sie hat sich mit der TPLF zur Revolutionären Demokratischer Bewegung des äthiopischen Volkes (EPRDF) zusammengeschlossen; in dieser Allianz geben die Tigreer den Ton an. Die verbündeten Rebelleneinheiten rücken in den Provinzen nördlich des Stammeslandes Shoa gegen die Hauptstadt Addis Abeba vor. Der Äthiopien-Experte Walter Michler schätzt, daß die außerhalb Tigrays operierenden EPRDF-Verbände eine Stärke von 15 000 bis 30 000 Mann haben.

Im Osten und Südwesten des Landes leistet die Oromo-Befreiungsfront OLF (Oromo Liberation Front) bewaffneten Widerstand. Das zahlenmäßig größte Volk Äthiopiens fordert die Selbstbestimmung, zumindest ein Referendum, in dem es über die Zukunft seiner angestammten Gebiete abstimmen kann. Mehr als 10 000 Oromo haben sich nach den Schätzungen Walter Michlers der OLF angeschlossen.