Investmentfonds, die zur Gruppe der gemischten Fonds gerechnet werden, legen ihr Geld sowohl in Aktien wie auch in festverzinslichen Wertpapieren an. Weil sie sich auch nicht auf bestimmte Märkte beschränken, ist der Weg zum sicheren Erfolg eigentlich offen. So hat das Fondsmanagement auch in Zeiten einer unsicheren Börse stets die Möglichkeit, auf festverzinsliche Wertpapiere auszuweichen, zudem können alle Chancen genutzt werden, die internationale Börsen bieten. Gemischte Fonds sind mithin – zumindest von der Konstruktion her – besonders flexibel in ihrer Anlagestrategie. Indes müssen Fonds mit Anlagebeschränkung auf bestimmte Regionen stets weitgehend nur in diesem Bereich engagiert bleiben, selbst wenn die Börsenaussichten nicht unbedingt vielversprechend erscheinen. So verloren etwa auf Japan spezialisierte Aktienfonds aufgrund der Kursverluste im ersten Quartal oftmals ganz erheblich.

Sehr unterschiedlich sind die jüngsten Ergebnisse der gemischten Fonds in der ZEIT/Südprojekt-Investmentanalyse. Unangefochten an der Spitze steht nach wie vor der Plusfonds, der allein im ersten Quartal seinen Investoren einen Gewinn von 10,3 Prozent bescherte. Trotz des Mini-Crashs im Oktober 1989 – der seinerzeit auch den Plusfonds innerhalb nur eines Monats um 6,2 Prozent zurückwarf – hat dieser Fonds mittlerweile eine Performance von 82,1 Prozent erreicht. Dies ist um so interessanter, da der Anlegerstreßfaktor inzwischen auf den Spitzenwert 1 gestiegen ist, Der Fonds weist also eine sehr solide Wertentwicklung auf.

Betrachtet man freilich die Zusammensetzung des Plusfonds, verwundert die gute Rendite nicht mehr: Im ersten Quartal waren durchschnittlich 96,4 Prozent des Fondsvermögens in deutschen Aktien investiert und 2,6 Prozent in deutschen Rentenpapieren. Gerade aber deutsche Aktien brachten zuletzt die größten Gewinne, zudem geht der Fonds mangels Auslands-Engagement keine Währungsrisiken ein.

Nicht viel anders ergeht es dem von der Bayerischen Vereinsbank geführten Süd-Invest 2, der mit einer durchschnittlichen Jahresverzinsung von 21,3 Prozent zwar deutlich hinter dem Tabellenspitzenreiter liegt, im ersten Quartal aber immerhin 8,4 Prozent Rendite erwirtschaften konnte.

Bei der Suche nach einem Fonds, dessen Struktur dem Idealbild eines gemischten Fonds am nächsten kommt, wird man bei dem genossenschaftlichen Unirak fündig: Jeweils rund ein Fünftel des Fondsvermögens sind in D-Mark- sowie Fremdwährungsanleihen investiert, rund acht Prozent in ausländischen Aktien. Bei der deutschen Börse sahen die Fondsmanager zuletzt offenbar neue Chancen und setzten die Investitionsquote von 37,1 auf 41,7 Prozent herauf.

Nachdem im vergangenen Jahr der Index meist nur von wenigen Fonds geschlagen werden konnte, liegen im ersten Quartal immerhin sechs der elf analysierten Fonds über dem kostenbereinigten Index (100-Prozent-Hürde), der sich aus vier Einzelindizes zusammensetzt.

Wie bereits angesichts der mageren Ergebnisse der japanischen Aktienfonds im ersten Quartal zu erwarten war, schnitt der Japan-Select besonders schlecht ab. Auch wenn es sich dabei um einen gemischten Fonds handelt, liegt sein Anlageschwerpunkt doch auf japanischen Titeln und so stellt der Verlust im ersten Quartal in Höhe von immerhin sechs Prozent durchaus keine Überraschung dar. Recht viel Freude hatten Investoren dieses Fonds in den vergangenen Jahren freilich nicht damit: Die 10 000-Mark-Anlage, getätigt Ende Dezember 1987, erreicht zu Spitzenzeiten ganze 432,89 Mark Gewinn, inzwischen ist der Anleger mit einem Kapitalguthaben von nur noch 8752,33 Mark deutlich in den roten Zahlen. Der Anlegerstreßfaktor von 11 zeigt zudem, daß an einen allzu ruhigen Schlaf wohl nicht mehr zu denken ist. Beruhigend kann jedoch die Tatsache gesehen werden, daß gerade die asiatischen Börsen oftmals deutliche Schwankungen aufweisen, die sich bei einem geschickten Fondsmanagement letztlich auch positiv auswirken können.