Immer, wenn Direktionsassistent Dr. Günter P. auf seinem Schreibtisch bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) wieder eine Werbeschrift mit der Aufforderung findet, einen Redenberater zu abonnieren, wirft er das Angebot ungelesen in den Papierkorb: „Schnee von gestern!“

„Wieso?“ fragt der junge Kollege R., der schnell ins Topmanagement aufsteigen will. „Gut reden können ist doch wichtig für Manager!“

„Überhaupt nicht“, klärt Dr. P. den Kollegen auf. „Ein deutscher Manager redet nicht, sondern handelt. Management ist Diskretion, jedenfalls bei uns in Deutschland.“

„Und wie kommuniziert ein deutscher Manager?“

„Mit seiner Haltung. Durch sein Image. Wenn Sprache, dann Körpersprache. Das lernt man nicht aus Büchern, sondern durch ständige Übung. Bisher wurden Haltung, Körpersprache und Bekleidung in guten Rednerkursen nebenbei geübt. Künftig wird Redenkönnen nur Nebensache beim Imagebuilding sein. Der Personality effect zählt! Wer es also zu etwas bringen will, geht zum Imageberater. Eine Wachstumsbranche. Wir können das Styling doch nicht den Punkern überlassen. Managers dress for success! Mancher läßt sich schon ganzheitlich stylen.“

„Wer zum Beispiel?“

„Steffi Graf bekommt eben ein neues Image. Sehr feminin. Oben tief ausgeschnitten, unten hohe Absätze.“