Nicht ganz koscher

Ganz und gar nicht sauber geht es nach Ansicht einiger orthodoxer Rabbis in manchen israelischen Bars und Hotels zu. Nicht etwa wegen der Speisen, die sind koscher (dafür gibt es eigens Zertifikate). Nein, der kulinarische Genuß wird durch eine Beigabe ganz anderer Art gestört: den Bauchtanz. Gegen ihn zogen die selbsternannten Sittenwächter zu Felde. Freilich ohne Erfolg. Denn das oberste israelische Gericht gab jetzt der Klage einer arbeitslosen Bauchtänzerin statt. Die Frau hatte beklagt, daß ihr zahlreiche Hotelbesitzer den Auftritt verweigerten, nachdem ihnen Rabbis mit dem Entzug der Koscher-Lizenz gedroht hatten. Die Richter aber halten dies für nicht statthaft. Der überaus weltliche Kommentar eines Anwalts weist die künftige Richtung: „Rabbis müssen sich daran gewöhnen, in Zukunft nur noch Fleisch auf vier Beinen inspizieren zu dürfen.“

Eier gegen Tollwut

Eine weitere Episode, die eindrucksvoll den Größenwahn des rumänischen Diktators Nicolae Ceauşescu belegt, steuerte jetzt die britische Parlamentsabgeordnete und Beobachterin der Wahlen im Balkan-Staat Edwina Currie bei. Ceauşescu war ein begeisterter Jäger. Doch die panische Angst, von einem kranken Tier gebissen zu werden und sich Tollwut einzuhandeln, vergällte ihm seine Leidenschaft. So soll er – während die Rumänen Hunger litten – jeden Monat 300 000 Eier bestellt haben, in die vorher ein Impfstoff gegen Tollwut gespritzt wurde. Diese ließ er dann im Wald rund um sein Jagdhaus in Swagov auslegen – in der Hoffnung, daß sie vom Wild gefressen würden.

Schlecht bezahlt

Auf Heller und Pfennig hat die angesehene britische Tageszeitung Financial Times nachgerechnet, wieviel unsere Regierungschefs uns wert sind. Verblüffende Unterschiede kommen da zutage. So nehmen sich Bundeskanzler Kohls Jahreseinkünfte in Höhe von 300 000 D-Mark im Vergleich zu den 450 000 Dollar des amerikanischen Präsidenten bescheiden aus. Und wer hätte gedacht, daß George Bush jede Woche soviel verdient wie sein sowjetischer Amtskollege im Jahr? Nach Schätzungen eines Headhunters oder Karrieremachers sei Michail Gorbatchow im Westen viel mehr wert: Rund 700 000 D-Mark könnte er hier verdienen, allerdings nicht als Politiker, sondern als Verkaufsmanager für Mercedes oder Mitsubishi.

Ausgezeichnete Hilfe

Angeregt durch den Artikel über die „Flüchtlings-Starthilfe“ in der ZEIT vom 27. 4. 1990, ist der Berliner Leiterin dieser Organisation, Hanne Zoege v. Manteuffel, der Heinrich-Zille-Preis für 1990 zugesprochen worden. Die Auszeichnung wird ihr am 20. Oktober im Europa-Center in Berlin überreicht.