Jetzt zählt nur noch eins: Damit die Vereinigung nicht doch im letzten Augenblick an der Nato-Frage scheitert, muß die Welt von unserer absoluten Harmlosigkeit überzeugt werden. Auch der Sport kann, muß dazu beitragen.

„Was sagen Sie, Herr Felix Torlatte, Gründer der Aktion ‚NW 54‘ (Nie Wieder 1954) dazu?“

„Unser Endziel ist es, mit allen Mitteln einen deutschen Fußball-Weltmeistersieg wie anno 1954, als wir von einem unausstehlichen Nationalrausch gepackt wurden, zu verhindern. Wir wollen der Welt die Angst vor dem deutschen Angriffsspiel nehmen.

Auslöser für unsere Aktion war das geradezu beispielhaft trostlose Abschneiden unserer Eishockeyspieler bei der letzten WM, als sie sogar 0 zu 3 gegen Norwegen verloren. Das war eine Niederlage so ganz im Sinne der Genscherschen Beschwichtigungspolitik! Auch die jüngsten Debakel von Boris und Steffi signalisieren der Welt: Keine Angst. Wir sind nicht unbesiegbar.

Bei der Fußball-WM war es – außenpolitisch gesehen – ein Glück, daß Polen vorher ausschied. Sonst hätten wir Kaiser Franz zwingen müssen, den Polen eine Strafraum-Grenzgarantie zu geben. Und Frankreichs Ausfall erspart uns die Peinlichkeit, ausgerechnet zum Gedenken an den deutschen Vormarsch 1940 unsere Sturmspitzen 1990 in den französischen Torraum eindringen zu lassen.

Und weil wir nun nicht auf Österreich stoßen können, bleibt die Welt auch von dem ominösen Wort ,Anschluß-Treffer‘ verschont.

Natürlich atmen wir nach dem bisherigen Abschneiden der Sowjets befreit auf, hätte doch jeder Matthäus-Schuß ins Netz der Russen Gorbi im Kreml treffen können.