Pfoten hoch!

Journalisten lieben Hunde. Auch die Kollegen von der Süddeutschen Zeitung lassen hundemäßig nichts aus. Zum Beispiel: „Maskiert mit einem Motorradhelm betrat am Mittwochmittag der 36jährige Helmut K. die Filiale der Reuschelbank in der Dornbergstraße. Eine Frau hatte gerade 14 000 Mark an die Kassiererin übergeben. Der Räuber bedrohte beide mit einer Pistole und forderte die Angestellte auf, das Geld der Kundin und weitere Bündel mit Scheinen herauszugeben. Insgesamt betrug seine Beute 20 000 Mark. Als er die Flucht antreten wollte, verlor der Bankräuber auf der Straße mehrere Geldscheine. Passanten ... wollten auf den Dieb zulaufen. Der schoß sofort in ihre Richtung ... Vier Passanten, davon ein Mann mit dem Schäferhund ‚Orly‘, ließen sich nicht abschütteln ... Orly holte den Flüchtenden ein und bellte ihn heftig an. Durch zwei gezielte Schüsse wollte der Bankräuber das Tier außer Gefecht setzen. Obwohl ... im Brustbereich getroffen, ließ Orly nicht von dem Täter ab. Der ergab sich schließlich seinen Verfolgern.“

Bis auf den übertriebenen Plural im letzten Satz eine begeisternde Meldung. Brav Orly, du Held! Ach, es gibt noch Schäferhunde in Deutschland. Wenn auch leider mit welschem Namen. Wir küssen deine feuchte Schnauze und taufen dich um. Hasso oder Blondi – das paßt besser.

Mal denken

Die Deutsche Presseagentur berichtet, daß Edwina Sandys, ihres Zeichens Enkelin Winston Churchills und von Beruf Bildhauerin, ein Monument aus Blöcken der Berliner Mauer errichten will, und zwar (raten se mal wo, kommse nie drauf!) ausgerechnet in Fulton im US-Bundesstaat Missouri. Das ist nämlich genau dort, wo ihr Großvater selig als Premierminister in einer Rede „den Begriff ‚Eiserner Vorhang‘ prägte“.

Nun ist Frau Sandys als gebürtige Britin mit verwandtschaftlich getrübtem Blick natürlich quasi nackt, lebt sie doch ohne den Zitatenschatz „Geflügelte Worte“. Wir hingegen entnehmen ihm, daß Churchill den Begriff nur irgendwelchen Journalisten nachgeplappert hat, ja womöglich im August 1914 von der belgischen Königin geklaut. Nun wollen wir darauf nicht herumreiten. Das Vorhang-Projekt genießt unsere Unterstützung, können wir doch mehr denn je auf die Erfüllung unseres liebsten Vorschlags drängen: Daß aus dem Studio der ARD-Tagesschau, in dem Hans Apel die Worte sprach „Ich dacht’, mich tritt ein Pferd!“, endlich ein ordentlicher Stall gemacht wird.