Von Wilfried Loth

Dies Gebiet“, notierte August Bebel 1891 über das Industrierevier an der Saar, „ist bis jetzt noch eine vollständige terra incognita.“ Hundert Jahre später ändert sich das allmihlich – nicht nur, weil ein Sohn dieses Reviers Bundeskanzler werden will, sondern weil eine ganze Reihe meist jüngerer Historiker damit begonnen hat, die Geschichte des saarländischen Senderwegs zur modernen Industriegesellschaft aufzuarbeiten. Sie erklären damit die Genese mancher saarländischer Eigenheiten wie der Mentalität der kurzen Wege und der Hochschätzung nachbarschaftlicher Idylle. Gleichzeitig leisten sie wichtige Beiträge zur Uberwindung festgefahrener Diskussionsfronten zwischen Politik-, Sozial- und Alltagshistorikern.

Zwei Neuerscheinungen fassen zusammen, was bislang geleistet wurde:

  • Richard van Dülmen (Hrsg.):

Industriekultur an der Saar

Leben und Arbeit in einer Industrieregion 1840-1914; C.H. Beck Verlag, München 1989; 291 S., 58,– DM

  • Klaus-Michael Mallmann / Horst Steffens: