Die gute Nachricht kommt aus Lauterbach. Die Meissner GmbH & Co. KG wird den jüngsten Dollarverfall überleben und weiter weltweit ihre Gartenzwerge in die Blumenbeete stellen. Zwar sind einige Amerikaner ganz närrisch nach deutschen garden gnomes, doch ist der Exportanteil nicht so hoch, daß Heissner über die Dollarschwäche stürzen könnte.

Schlechte Kunde dagegen wird aus Babenhausen verbreitet. Der Schleifmaschinen-Hersteller Elb-Schliff ist ins Trudeln geraten. Einer der Gründe: Der Dollarkurs drückt die Einnahmen des extrem exportabhängigen Unternehmens. Ein Vergleich steht bevor, 600 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Die Meldungen aus den Wirtschaftsmetropolen sind ähnlich wechselhaft wie die aus der bundesdeutschen Provinz. Ein Sprecher von Siemens in München winkt gelassen ab; Werner Senger vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau fühlt sich dagegen unter die „kalte Dusche“ gestellt.

Der Dollar, so scheint es, kommt nie zur Ruhe. Als habe man ihn auf eine endlose Achterbahn gesetzt, rollt er auf und ab; doch nie weiß man, wohin die Fahrt gehen wird. Diesmal ist die Generalrchtung abwärts. Vor gut einem Jahr noch mit 1,89 notiert, sackte der Dollar am 27. August auf den historischen Tiefstand von 1,54 Mark. Seitdem hat er sich um 1,58 Mark eingependelt.

Ein niedriger Dollarkurs bekümmert stets die deutschen Exporteure, die dann für ihre Einnahmen aus dem Nordamerika-Geschäft weniger Deutsche Mark eintauschen können. Umsätze und Gewinne leiden darunter, zumal wenn niemand an eine Dollar-Baisse eingestellt war. Dabei liegen die Gründe diesmal auf der Hand. Die Zinsen in der Bundesrepublik sind höher als in den Vereinigten Staaten, und das lockt Kapital an. Dadurch steigt die DM-Nachfrage, der Dollarkurs sinkt. Zudem droht jenseits des großen Teiches eine Rezession, was Kapitalbesitzer abschreckt. Angesichts dieser Lage konnte nicht mal das Säbelrasseln am Golf Anleger in den angeblich „sicheren Hafen“ Dollar treiben.

Die Zeiten werden härter

Als der Dollar 1985 und 1987 abstürzte, schrillten in der Bundesrepublik die Alarmglocken. Vor allem Porsche, das mehr als die Hälfte seiner Sportwagen in die Vereinigten Staaten verkaufte, geriet in arge Not. Ein Drittel des Umsatzes brach weg. Heute sagt Porsche-Sprecher Paul Schillhofen: „Einen Einbruch wie Mitte der achtziger Jahre wird es diesmal nicht geben.“ Die Schwaben exportieren nur noch 28 Prozent ihrer Autos in de Vereinigten Staaten, sind also lange nicht mehr so abhängig von den Dollareinnahmen. Dennoch: „Langfristig kommen wir mit einem Kurs von 155 Mark nicht zurecht, es sollten schon 1,65 Mark sein“, meint Schirnhofen.