Leichtmetallfelgen, Überrollbügel und knallrote Ledersitze hat er nun – der offene Trabant als Freizeitauto läßt Besucher der Leipziger Herbstmesse staunen. Ist er es wirklich? Das Herstellerschild am Stand belegt es: Sachsenring Automobilwerke Zwickau GmbH steht da. Nach der Preistafel kostet das ulkige Mobil 13 000 Mark und hat dafür auch schon Kunden gefunden.

Es ist fast zuviel an Symbolik: Der Trabant, der wie kein anderes Produkt die Rückständigkeit der DDR-Wirtschaft repräsentiert, wurde im Sauseschritt auf westlich gestylt. Ein Neckarsulmer Unternehmen half dabei, aus dem Kübeltrabant der DDR-Armee ein Freizeitauto zu machen. Tramp heißt das fun car für Leute, die unbedingt ein anderes Auto als die anderen fahren wollen. Individualismus und Vergnügen brachte bisher wohl niemand mit dem Trabant in Verbindung. Beinahe drei Jahrzehnte lang durften die Trabi-Ingenieure nur im stillen Kämmerlein und mit wenig Geld an neuen Modellen werkeln. Größere Veränderungen ließen die Planer nicht zu.

Erst vor zwei Monaten kam das Aus für das Trabant-Modell mit dem überholten Zweitaktmotor. Seither wird nur noch der Polo-Motor eingebaut; die Anlagen dafür hatte die DDR 1989 von Volkswagen gebraucht erworben.

Dennoch: Den DDR-Bürgern ist der Trabant in keiner Form mehr zu verkaufen. Bei Preisen von 10 300 Mark für die Kombi-Variante und 9300 Mark für die „Limousine“ ist das verständlich, denn dafür gibt es weit bessere gebrauchte Westautos. Aber Großaufträge aus Ländern des ehemaligen Ostblocks sorgen dafür, daß die Zwickauer Autobauer noch nicht arbeitslos geworden sind. Großzügig aus dem DDR-Staatshaushalt heruntersubventionierte Preise machten Polen und Ungarn den Trabant schmackhaft. Derzeit werden deshalb in Zwickau sogar Sonderschichten gefahren, üth