Mitten in die kleine Wiese vor dem Haus, in dem er wohnt, hat er, um die lärmenden Leibesübenden fernzuhalten, einen Schock Rosen gepflanzt. Die blühen jetzt und vertreiben mit ihrem Blühen auf unwiderstehliche Weise die Keucher und Balltreter.

So ist er, irgendwie: Horst Hussel, gegeboren 1934 in Greifswald und, nach Studien in Wismar und beiden Berlins, im nordöstlichen Teil der Hauptstadt lebend – im Künstlerkarree von Pankow. Dabei gehört er eigentlich gar nicht dazu: zu den Nationalkünstlern und Staatsgepriesenen. Still vor sich hin zigarrend und so vergnügt scheinend wie ein Buch in seinem Astloch hat er, abseits des westöstlichen Kunstbetriebes, ein ganz eigenwillig-eigenartiges graphisches Werk geschaffen, darunter viele Buchillustrationen. Und geschrieben: Proben seiner borstigen Belletristik und grotesken Dramolettistik erschienen auch „bei uns“, zuletzt Mitte der achtziger Jahre in der Friedenauer Presse, Berlin („Herrengespräch“), und im Renner Verlag, München („Abendglühn“).

An den Wänden seiner Wohnung grüßen Altenbourg und Schröder-Sonnenstern. Und mal spukend bizarr, dann wieder von jener gläsernen Phantastik, die an manches von Klee denken läßt, sind auch Hussels Zeichnungen, Radierungen und Texte Innenansichten einer selbsterfundenen Welt.

„In Holland“ heißt der kleine Zyklus von Radierungen, den er für die ZEIT ausgesucht hat. B.E.