Sechzig Millionen Menschen leben in der Bundesrepublik Deutschland. 5240 Millionen Menschen leben außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen diesen beiden Gruppen der Weltbevölkerung liegt, 4231 Kilometer lang, die Grenze der Bundesrepublik Deutschland. Kleine gelbe Schilder warnen: Unbefugten ist der Zutritt verboten.

Befugt sind nur wenige. Brasilianische Touristen, die den Kölner Dom bestaunen wollen. Arabische Ingenieure, die bei der Maschinenfabrik in Itzehoe Wasserpumpen für die Wüste mustern. Oder Chinesen auf Verwandtenbesuch: im China-Restaurant von Oberhausen.

Nur wer, qua Nationalität, auf der „Positivliste“ steht, wie Westeuropäer und Nordamerikaner, braucht keinen Grund, geschweige denn ein Visum. Der kann herkommen und hier so lange Geld ausgeben, wie er will. Solche Ausländer sind uns lieb.

Gut, da sind ein paar Studenten und die sogenannten „Gastarbeiter“. Aber die einen werden wieder gehen, und die anderen sind vor langer, langer Zeit gekommen.

So ist die Bundesrepublik Deutschland ein abgeriegeltes Land. Wenn zwei kleine Öffnungen im deutschen Gesetzeswerk nicht wären:

Artikel 16 des Grundgesetzes garantiert Ausländern politisches Asyl.

Artikel 116 definiert, welche Ausländer deutsch genug sind, um Bundesbürger werden zu können.