Dossier

"Zum Schluß war es nur noch Haß"

Sieben der acht seit ihrer Festnahme im Juni in der DDR inhaftierten Terroristen haben inzwischen umfassende Geständnisse abgelegt. Öffentlich äußert sich nur Werner Lotze.

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Wirtschaft

Klaus-Peter Schmid:: Nebel über der Wa(h)lstatt

Auf der Bonner Bühne geht es im Finale des Wahlkampfs zu wie im Showgeschäft. Die Stars produzieren sich lautstark an der Rampe, während ihre Helfer in den Kulissen emsig für Nebelschwaden sorgen.

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DIE ZEIT

Die Lunte glimmt weiter

Der Muslim Saddam Hussein beweist ein feines Gespür für die Bedeutung des Weihnachtsfestes im christlichen Westen. Die frohe Botschaft des Diktators zum Fest des Friedens lautet: Vom 25.

Halbe Wahrheit

Immer wieder hat die Bundesregierung geschworen, es werde in den kommenden Jahren keine Steuererhöhungen geben. Meist fehlte auch nicht der Zusatz „zur Finanzierung der deutschen Einheit“.

Hilflos

Michel Rocard stolpert matt in die Halbzeit der Legislaturperiode. Zwar entging der französische Premierminister um Haaresbreite einem Mißtrauensantrag in der Nationalversammlung.

Kat-Enten

Eine Armee ohne Feindbild ist wie ein Panzer ohne Katalysator – es stinkt zum Himmel. So machte sich der Bundestagsabgeordnete Bernd Wilz an die knifflige Frage, wie beide Probleme auf einen Streich erledigt werden könnten.

Worte der Woche

„Ich glaube nicht an die Perestrojka. Die Reform des Kommunismus entspricht dem Versuch, fliegen zu lernen, indem man von einem Wolkenkratzer springt: Man kann daran glauben, daß es funktioniert .

Zeitspiegel

Die Diskussion über die Zukunft des ehemaligen Todesstreifens entlang der innerdeutschen Grenze bereichern zwei SPD-Bundestagsabgeordnete um einen originellen Gedanken.

Gerettet von der deutschen Einheit

Kohl hat die Situation nicht geschaffen, in der sich Deutschlands Teilung überwinden ließ; sie war das Ergebnis der ostdeutschen Revolution 1989, ermöglicht durch Gorbatschows Entschluß, die sowjetische Vorherrschaft über Osteuropa aufzugeben.

Kein Bonus für den Kanzler

Am 2. Dezember wird Mario Brauer seine Zweitstimme wahrscheinlich den Grünen geben. Sicher ist er sich aber noch nicht. Die endgültige Entscheidung werde er erst kurz vorher treffen – wie schon bei den vergangenen Wahlen in der DDR.

„Ohne Basis stirbt man“

Der Jeans-Verkäufer ist aus München vorgefahren; der Käsewagen steht normalerweise in Soest/Westfalen; der Musikkassetenhändler, der seine urdeutschen Schlager über den Karl-Marx-Platz zu Borna dröhnen läßt, kommt aus Osnabrück.

Eine Wahl, zwei Welten

Die Katze ist aus dem Sack, verkündet Oskar Lafontaine, und so werde es auch die Opposition der Regierung in einer Sondersitzung des Parlaments vorhalten.

Ben Witter: Angetippt

Im Osten Groß-Berlins fallen Blicke auf, die einem statt Worte die Meinung sagen wollen. Und immer sind dieselben darunter: „Wenn ihr wüßtet, aber was wißt ihr denn schon.

Nach der Vereinigung sind 144 ehemalige Volkskammerabgeordnete in den Bundestag eingezogen. Einer von ihnen ist Richard Schröder, vorher SPD-Fraktionsvorsitzender im DDR-Parlament. Hier schildert er seine Erfahrungen in Bonn.: In ein fremdes Land geraten?

Wie fühlen Sie sich in Bonn?“ Die westlichen Reporter fragen uns immerfort nach unseren Gefühlen. Warum eigentlich? Einen Klempner oder Arzt auf dem Weg zur Arbeit würde man doch auch nicht nach seinen Gefühlen fragen.

Gladio in Deutschland?: Gefangen im Schweigenetz

Das Geheimpapier liest sich wie das Drehbuch für einen James-Bond-Film. „Propaganda, Wirtschaftskrieg, vorbeugende Direktmaßnahmen, einschließlich Sabotage, Anti-Sabotage, Zerstörung, Evakuierungsmaßnahmen“ sind darin angeführt.

Selbstbewußt auf dem Siegespfad

Unerwartet hat der Kampf um das Amt des polnischen Präsidenten an Spannung gewonnen. Nach den letzten Umfragen führt Lech Walesa eine Woche vor dem ersten Wahlgang mit einem Drittel aller Stimmen.

Ein Volk will endlich leben

Monsieur Nicolas ist der beste Führer von Baalbek. Er ist auch der einzige. Nur noch ganz selten hat der alte Mann im eleganten, aber abgetragenen Anzug Gelegenheit, Fremde durch die Ruinen der römischen Tempel zu geleiten.

Gedenkfeiern in Frankreich: Ein Visionär Europas

Der Mann, dessen hundertsten Geburtstag Frankreich am 22. November begeht, General Charles de Gaulle, hatte in den ersten fünfzig Jahre seines Lebens nur mit mäßigem Erfolg versucht, sich politisch bemerkbar zu machen.

Rückblick: Bulgarien: Sozialisten am Ende?

Der bulgarische Sonderweg einer „Revolution von oben“ droht zu scheitern. Für den Fall, daß sein Haushaltsentwurf abgelehnt wird, hat der sozialistische Ministerpräsident Andrej Mladenoff seinen Rücktritt angekündigt.

Bonner Bühne: Wimpel der Erinnerung

Kaum jemand ist verlassener als ein Abgeordneter, der nach einer Abendversammlung im Wahlkreis spät in der Nacht hinter Scheinwerfern hundert oder mehr Kilometer nach Hause fährt.

Weltbühne: Wo liegt Monrovia?

Immanuel Jakobs hat ziemlich gestaunt, als er neulich aus Afrika zurückkam: „In Deutschland hörst du nur noch von Milliarden.

Der Ausstieg

Am Abend des 14. Juni 1990 verhafteten Beamte des Zentralen Kriminalamtes der DDR in Senftenberg im Kreis Cottbus einen 38 Jahre alten Mann.

Alle Mühe umsonst

Kein Wahlrecht für Ausländer: Ein Urteil, das viele enttäuscht / Von Danja Antonovic

Großflughafen München: Zweifel am Rechtsstaat

Wir sind belogen und betrogen worden!“ Wenn Franz Schredl, Bürgermeister der oberbayerischen Gemeinde Kranzberg, davon spricht, was ihm und den rund 3200 Einwohnern der Kommune in den vergangenen zweieinhalb Jahren widerfahren ist, steigt ihm die Zornesröte ins Gesicht.

Initiative für den Regenwald: Besuch im traurigen Land

Häuptling Unga Paran kratzt sich am Kopf. Die Feder auf seinem Haupt bebt. Während er die Rolltreppe zur Gepäckausgabe im Kölner Flughafen hinunterfährt, mag er darüber grübeln, wo er wohl jetzt wieder gelandet ist.

Ärger im Behindertenheim: Prima verhandelt

Georg Schnitzler ist verärgert: „Vor zehn Jahren hatten wir hier den großen Skandal, der Geruch hängt immer noch nach.“ Schnitzler ist bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf – früher „Alsterdorfer Anstalten“ – zuständig für „interne und externe Kommunikation“.

Auf dem Crash-Kurs

Klagen über die staatliche Telekom sind derzeit höchst populär. Wie alles nach der deutschen Vereinigung kommt nach Meinung der Kritiker auch der Ausbau des maroden Fernmeldenetzes in den neuen Bundesländern nicht schnell genug voran.

Bonner Kulisse

Der Vorschlag des Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Klaus Murmann, ist nicht neu und kommt alle Jahre wieder.

Tarifpolitik: Runder Tisch

Das Rad der deutschen Vereinigung dreht sich immer schneller. Noch vor wenigen Monaten schien die Angleichung der Löhne in Ost und West ein Prozeß, der sich über fünf oder mehr Jahre hinziehen würde.

Bundestagswahl: Sicherer Tip

Endlich wissen wir, wie die Wahl ausgehen wird. Wußten wir schon immer? Ja sicher, aber so genau nun doch wieder nicht. Umfragen darf man nicht trauen.

Bankier vom Lande

Emporkömmlinge haben es schwer, besonders im konservativen Milieu der deutschen Banken. Auch Helmut Guthardt mußte viel wegstecken, bis ihn die Chefs anderer großer Banken als einen der Ihren akzeptierten.

Immobilienmarkt: Kein Platz in der Hauptstadt

Die Gewalt, die in der vergangenen Woche ausbrach noch bevor die besetzten Häuser an der Mainzer Straße in Berlin geräumt wurden, kann nicht mit der Wohnungsnot erklärt oder gar gerechtfertigt werden.

Rudolf Engen: Immer Freude an Aktien

Immer wenn die Deutsche Bundesbank klagt, daß deutsche Sparer sich nicht hinreichend am Aktienmarkt engagieren, beraten die Kollegen bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA), wie das zu ändern wäre.

Umweltschutz: Höher, schneller, giftiger

Die Methode des „zweiten Blicks“ ist entlarvend: Zunächst läßt sich feststellen, daß unsere Autos schadstoffärmer geworden sind, daß der Primärenergieverbrauch vom Bruttosozialprodukt abgekoppelt wurde, daß die Zahl der „wilden“ Deponien zurückgegangen ist und die der „geordneten“ zugenommen hat.

Zeitliches aus der ehemaligen DDR: Ausgefeiert

Zwar hatte auch in der DDR das Jahr in der Regel 365 Tage, und ein Dienstag war ein Dienstag, trotzdem präsentierten sich die deutschen Kalender hüben und drüben nicht etwa identisch.

Medien: Direkter Draht ins Ghetto

Dezember 1989: In Ankara tagt der Kongreß des türkischen Gewerkschaftsbundes. Die Stimmung ist aufgeheizt, denn schon seit Monaten protestieren die Arbeiter gegen die Wirtschaftspolitik der Özal-Regierung.

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