• DIE ZEIT: Jahrgang 1990

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1990/01

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    • Nach der langen Nacht der Barbarei

      Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – 200 Jahre nach der Französischen Revolution haben deren aufrüttelnde Parolen nichts von ihrer geschichtsmächtigen Wucht verloren.

    • Beckett

      Der große Einsame der Literatur unserer Zeit ist tot. Der neben Franz Kafka bedeutendste Autor dieses Jahrhunderts ist am 22.

  • Ausgabe 1990/02

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    • Noblesse

      Gerhard Schröder ist am Sylvesterabend in seiner norddeutschen Wahlheimat gestorben, auf Sylt, im 80. Lebensjahr. Die letzte politische Bühne in Bonn, den Bundestag, hatte er schon zehn Jahre zuvor verlassen.

    • Getrennt wählen, vereint denken

      Die Deutschen in Ost und West stehen vor dem spannendsten Wahljahr ihrer Nachkriegsgeschichte. Zum ersten Mal wählen die Bürger der DDR wirklich ihr nationales Parlament.

  • Ausgabe 1990/03

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    • Tokio denkt um

      Der japanische Ministerpräsident Toshiki Kaifu eilt durch Europa. Acht Länder in zehn Tagen – eine Parforcetour ganz im Stil von Nippons Pauschaltouristen.

    • Als Gast

      Glückwunsch nach Leipzig! Kurt Biedenkopf als erster Gastprofessor aus dem Westen, ja aus Bonn, das ist eine blendende Idee.

  • Ausgabe 1990/04

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    • Ohne Gespür

      Es ist wahr, die Entfernung zwischen Washington und Europa ist groß. Mag sein, daß dies das nicht vorhandene Verständnis der Amerikaner für gewisse europäische Reaktionen erklärt, beispielsweise beim Bombardement von Tripolis oder auch gegenüber Stichworten wie „Genscherismus“ oder „Gorbimanie“.

    • Weniger Wehr

      Eine Bundeswehr mit nur 350 000 präsenten Soldaten, mit einem auf ein Jahr verkürzten Grundwehrdienst, Verzicht auf den unerschwinglich teuren Jäger 90 und die atomare Artillerie nebst Kurzstrecken-Raketen: Noch im vergangenen Sommer hätten CDU und CSU ob solcher Ideen aufgeheult.

  • Ausgabe 1990/05

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    • Fast ein GAU

      Einmal schon, 1976, ist die DDR knapp an ihrem Tschernobyl vorbeigekommen. Nach einem Kabelbrand im Kernkraftwerk Lubmin bei Greifswald verhinderte eine letzte Pumpe, die zufällig auf ein anderes Versorgungsnetz geschaltet war, den GAU.

    • Scharf gefeuert

      Ein Offizier, verlangte der Alte Fritz von seinen Truppenführern, müsse „Fortune“ haben; Tüchtigkeit allein genüge nicht. Damit rechtfertigte der Preußenkönig den Rausschmiß verdienter Männer, die eine Bataille verloren hatten, auch wenn er wußte, daß er sie selbst nicht hätte gewinnen können.

  • Ausgabe 1990/06

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    • Wenn deutsche Schleusen brechen

      Der Ausgleich zwischen der Bundesrepublik und der DDR läßt sich nicht aufhalten

    • Schwärmer und Baumeister

      Wenn Weltgeschichte in Tagen gemacht wird, fällt es schwer, Politik über den Tag hinaus zu gestalten. Nichts läßt dies offenbarer werden als die unterschiedliche Reaktion der Zeitgenossen auf den rapiden Verfall der europäischen Stabilitätsstruktur, die wir gegenwärtig erleben.

  • Ausgabe 1990/07

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    • Torpediert

      Dem Terrorismus im Nahen Osten fehlt es nie an Tatmotiven. Die Attentäter, die am vorigen Sonntag bei Ismailia auf einen Reisebus mit israelischen Urlaubern schossen und dabei zwölf Menschen umbrachten, dürften gleich drei verschiedene politische Ziele im Visier gehabt haben.

    • Am Kap ein Runder Tisch

      Diese Rede muß man zweimal lesen – sie sprengt versteinerte Verhältnisse. Frederik Willem de Klerk, der Präsident Südafrikas, hat sie zur Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments in Kapstadt gehalten.

  • Ausgabe 1990/08

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    • Freude und Haß

      In dem Plädoyer, das er vor dem Gericht in Pretoria gehalten hat, das ihn zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilte, sagte Nelson Mandela damals: „Immer habe ich das Ideal einer freien, demokratischen Gesellschaft vor Augen gehabt, in der alle Menschen harmonisch und gleichberechtigt zusammenleben.

    • Zur Einheit per Diktat?

      Geschichte ist unaufhaltsam – und zwiespältig. Stabilität in Europa, das zeigt sich immer klarer, läßt sich ohne den deutschdeutschen Ausgleich nicht mehr herstellen.

  • Ausgabe 1990/09

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    • DIE ZEIT nach drüben

      Noch im Oktober 1989 passierte es immer wieder, daß DDR-Grenzer an den Übergangsstellen die ZEIT beschlagnahmten – als „faschistisches“ oder „militaristisches“ Druckerzeugnis.

    • Geschnüffelt

      Ein Telephonanruf löste eine Lawine aus. Weil die vormalige Schweizer Justizministerin Elisabeth Kopp ihren Gatten vor einer Untersuchung gegen seine Firma warnte, muß sie sich nun als erstes helvetisches Regierungsmitglied vor Gericht verantworten.

  • Ausgabe 1990/10

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    • Ungeduldig

      Vytautas Landsbergis, Musikprofessor und Dirigent der litauischen Volksbewegung Sajudis, hörte nur falsche Töne heraus, als Michail Gorbatschow im Januar um Geduld bat: „Warum werden wir gebeten zu warten? Hat Moskau denn Ost-Berlin gebeten, mit dem Einreißen der Mauer zu warten?“ Bei den Wahlen am Wochenende haben die litauischen Bürger eine weitere Mauer eingerissen.

    • Mit Faustkeil oder Fingerspitze?

      Zwei Wochen vor den Wahlen in der DDR ist Deutschland so sehr mit sich selber beschäftigt, daß es wenig Einfühlungsvermögen und Verständnis für die ausländischen Partner aufbringt.

  • Ausgabe 1990/11

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    • Der Preis der Einheit

      Alle sind sie für die Einheit, aber von Opfern für dieses Ziel wollen nur wenige etwas wissen. Das ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, das Resultat einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (siehe Seite 3).

    • An der Grenze

      Viel Lärm um nichts? Oder des Widerspenstigen Zähmung? Das innenpolitische Drama um die endgültige Anerkennung der polnischen Westgrenze könnte als Rüpelspiel (mit dem Kanzler in der Hauptrolle) abgetan werden – hätte es nicht verheerenden außenpolitischen Schaden angerichtet.

  • Ausgabe 1990/12

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    • Der nächste Schritt zur Einheit

      Wer die Wahl hat, hat die Qual. Aus dem Kalauer wurde bittere Wahrheit. Zum ersten Mal dürfen die Bürger der DDR am Sonntag frei und geheim ihr Parlament bestimmen.

    • Alle Macht dem Präsidenten

      Kein Tag im Leben des Michail Sergejewitsch Gorbatschow hat seine Macht und seine Ohnmacht, seinen starken Arm und seine gebundenen Hände, seine durch die Schwäche des Systems befreite und begrenzte Kraft so deutlich gemacht wie der 11.

  • Ausgabe 1990/13

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    • Sturmzeichen

      Der Kommunismus ist tot. Doch die Führung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde bemüht sich noch immer verzweifelt, dem Leichnam neues Leben einzuhauchen.

    • Der Kandidat

      Natürlich gab es für die Bonner SPD keine Alternative zu Oskar Lafontaine. Doch gerade weil seine Nominierung zum Kanzlerkandidaten so unausweichlich geworden war, wirken ihre Begleitumstände alles andere als motivierend.

  • Ausgabe 1990/14

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    • Riskant

      Fast genau ein Jahr nach der Havarie des Tankers Exxon Valdez ist Kapitän Joseph Hazelwood von drei Anklagepunkten freigesprochen worden.

    • Wann geht’s weiter?

      Falls sich die Hängepartie in Ost-Berlin noch lange hinzieht, wird viel politischer Schwung verlorengehen. Erst die Wahlen, dann die Qualen? Die Bürger hatten es sich anders vorgestellt.

  • Ausgabe 1990/15

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    • Kanzlers Fortune

      Wie wünschen wir uns eigentlich den Staatsmann, den Regierungschef, der uns durch die vielfältigen Fährnisse dieser unberechenbaren Zeit steuert? So gefragt, taucht eine Idealgestalt vor unseren Augen auf.

    • Unter bösem Fluch

      Im Fall Schnur fanden sich Akten, viele Akten, und darin konkrete Hinweise auf seine Tätigkeit für den kommunistischen Staatssicherheitsdienst – der Mann trat, geständig, zurück.

  • Ausgabe 1990/16

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    • Todesfahrt

      Feuer wird auch auf Schiffen immer wieder ausbrechen. Aber der Brand, der auf dem dänischen Fährschiff Scandinavian Star am Wochenende möglicherweise 200 Menschenleben gefordert hat, darf nicht als schreckliches Unglück verharmlost werden.

    • Die Geschichte wechselt ihr Tempo

      Erst rapider Umsturz, dann zäher Aufbau: Die deutsche Einheit braucht noch Zeit

  • Ausgabe 1990/17

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    • Katyn – kein Ende

      Nicht jede Wahrheit macht schon frei. Eine so grauenhafte wie die Ermordung von 15 000 polnischen Kriegsgefangenen, davon 4500 Offiziere, im Wald von Katyn war längst bekannt.

    • Der Rohbau steht, nun der Ausbau

      Ost-Berlin hat seine Pläne für die Einheit auf den Tisch gelegt – jetzt muß Bonn Farbe bekennen

  • Ausgabe 1990/18

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    • Referendum als Ritual

      Auch viele Sozialdemokraten wissen nicht so recht zu sagen, weshalb sich einige Sprecher ihrer Partei immer mehr auf einen Volksentscheid vor der deutschen Vereinigung kaprizieren.

    • Mark um Mark

      Der „Vertrag über die Schaffung einer Währungsunion, Wirtschafts- und Sozialgemeinschaft“ zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird gewiß als kardinales Dokument in die Geschichtsbücher eingehen.

  • Ausgabe 1990/19

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    • Soll die Metropole Hauptstadt werden?

      Berlin oder Bonn: Deutschland muß Rücksicht auf die Sorgen seiner Nachbarn nehmen

    • Auftakt in Bonn

      Die Minister sollen aushandeln, wie die Vorbehaltsrechte der „Großen Vier“ gegenüber den Deutschen auf ein vereintes, souveränes Deutschland übertragen werden.

  • Ausgabe 1990/20

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    • Polen-Hilfe

      Noch nie hat ein Land den Mut besessen, auf einen Schlag so viele Reformen so blitzartig einzuführen, wie Polen dies tut. Statt zentraler Planwirtschaft: dezentralisierte Marktwirtschaft, 90 Prozent aller Subventionen wurden gestrichen.

    • Eine Geduldsprobe für die Deutschen

      Was ist nun wirklich die Ausgangsposition im „2 + 4“-Poker? Moskau habe vorgeschlagen, die inneren und die äußeren Aspekte der deutschen Einigung voneinander zu entkoppeln.