Vernunft siegt
War das wirklich notwendig? Tausend Menschenleben hat in den letzten sechs Monaten die Weigerung zweier afrikanischer Führer gekostet, gemeinsam über Südafrikas Zukunft nachzudenken. Nelson Mandela hatte seinen alten Freund, Chief Buthelezi, sogleich nach seiner Freilassung im Februar 1990 treffen wollen, aber Mandelas Gefolgschaft, die Führung des African National Congress, verhinderte dies. Der ANC wollte die Führerschaft mit niemandem teilen: Der von aller Welt gefeierte Mandela sollte ihr Monopol bleiben. Dann verweigerte Buthelezis Stolz sich der Aufforderung Mandelas, weil er nicht allein, sondern zusammen mit anderen schwarzen Führern von ihm eingeladen wurde.
Nun, nachdem die Gefolgschaften der beiden – ANC und Inkatha – sich gegenseitig zu Hunderten hingemordet haben, zieht offenbar Vernunft ein. Nächste Woche wollen sich die beiden Führer endlich treffen.
Vernunft auf allen Seiten: De Klerks Kabinett – es tagte wohl aus symbolischen Gründen auf Robben Island, wo Mandela so viele Jahre im Gefängnis verbrachte – hat beschlossen, die zwei wichtigsten Apartheid-Gesetze, die Lands Act und die Group Areas Act, abzuschaffen und eine Konferenz einzuberufen, um zusammen mit den Schwarzen die neue Verfassung zu beraten.
Man staunt, was alles geschehen muß, ehe Menschen zur Vernunft kommen. Dff






