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  • Ausgabe 14/1991

    Ausgabe 14/1991

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Frühjahrsputz

    Ordnung draußen, Ordnung drin

    Es ist soweit. In diesen Tagen wird in Europa, in der UdSSR und vor allem in Israel wieder das Unterste zuoberst gekehrt, wobei auch in dieser Angelegenheit, wie schon seit Monaten, die fünf neuen deutschen Bundesländer in besonderem Maße betroffen sind: Es wird ausgemistet.

  • Aufruhr im Irak

    Saddam mordet weiter

    Der amerikanische Oberkommandierende im Golfkrieg, General Norman Schwarzkopf, erklärte nach einer Inspektionsreise durch den Süden Iraks: „Wir haben eine sehr große Zahl von Toten gefunden, wirklich eine sehr große Zahl.

    Von Fredy Gsteiger

  • Weltbühne

    Die Waisen des Ostblocks

    Was sich als bloßes Schreckgespenst erwiesen hat, muß es ein Rettungsengel sein? Für Václav Havel, den Dichter und tschechoslowakischen Staatspräsidenten, gibt es da keinen Zweifel.

    Von Hansiakob Stehle

  • Europas Politische Union

    Es bleibt bei kleinen Schritten

    Der ohnehin gigantische Papierverbrauch der Europäischen Gemeinschaft nähert sich wieder einmal einer neuen Rekordmarke. Das Ringen um die Politische Union, gemeinsam mit der Wirtschafts- und Währungsunion im Augenblick das vorrangige Ziel der Europäer, hat eine Lawine von Denkschriften und Anträgen ausgelöst.

    Von Dieter Buhl

  • Stuttgarter Affären

    Späths bezahlte Politik

    Ein Untersuchungsausschuß fragt nach industriellen Gönnern der Landesregierung

    Von Rainer Frenkel

  • Nachlese: Poll tax in Großbritannien

    Das Erbe Thatchers

    Vor wenigen Wochen noch durfte sich John Major über Meinungsumfragen freuen, die ihm bescheinigten, der populärste Nachkriegspremier Großbritanniens zu sein.

  • Wut, Glaube und Hoffnung

    Pfarrer Christian Führer – ein Friedensapostel, der Protest für gerechtfertigt und notwendig hält

    Von Marlies Menge

  • Wolfgang Ebert

    Ein dickes Ei

    Am Ostersonntag findet bei Düpplers ein denkwürdiges Treffen statt: Nach der Waffenruhe am Golf sollen dort die tiefverfeindeten Veteranen des Waffenganges bei einem Versöhnungsbrunch das Kriegsbeil begraben – hofft man doch, daß die Wunden, die sie sich gegenseitig vor allem in den Medien geschlagen haben, inzwischen vernarbt sind.

  • Worte der Woche

    „Wer glaubt, die Demonstrationen abtun zu können mit dem Hinweis, hier seien Demagogen am Werk, oder wer am Arbeits- und Einsatzwillen der Menschen in den neuen Bundesländern zweifelt, der beleidigt die Menschen, die aus Sorge und nicht aus Übermut auf die Straße gehen.

  • Störfaktoren in der Politik der Männer

    Experimente mit der Macht

    Immer mehr Frauenministerinnen in deutschen Regierungen: Programm oder Alibi?

    Von Gisela Dachs

  • Prozeß gegen Winnie Mandela

    Dunkle Schatten auf der Kultfigur

    Der weiße Richter des Rand Supreme Court, M. S. Stegmann, ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Im Namen der Weißen? Im Namen der Schwarzen? Im Namen des Volkes? Wie soll er Recht sprechen in einer revolutionären Phase des Umbruchs in Südafrika? Das alte Apartheid-Regime zerbricht, aber aus seinen Trümmern erhebt sich noch keine neue Ordnung.

    Von Willem Verbarg

  • Mit seinem Buch „Griff nach der Weltmacht“ hatte der Historiker Fritz Fischer 1961 eine heftige Kontroverse über die Politik des Deutschen Reiches vor dem Ersten Weltkrieg ausgelöst. Jetzt warnt er vor einem Umzug der Politiker in die alte Reichshauptstadt.

    Rückkehr nach Preußen?

    Am 18. Januar dieses Jahres forderten einige Konservative dazu auf, den 120. Jahrestag der deutschen Einigung zu feiern. Das war eine Ungeheuerlichkeit: Die Feiern zum 18.

    Von Fritz Fischer

  • In Leipzig gehen die Bürger wieder auf die Straße – und zum Montagsgebet in die Kirche

    Der Zug der Enttäuschten

    Für ein, zwei Sekunden verschlug es den Leipzigern glatt die Sprache. „Ich weiß wohl, daß kein verantwortlicher Politiker in Bonn uns Böses will“, hatte ihr Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube soeben zu differenzieren versucht.

    Von Christian Wernieke

  • Zeitspiegel

    Betonköpfe im sowjetischen Beamtenapparat gaben jetzt preis, was wir ohnehin schon lange wußten: Bei Mütterchen Rußland tickt’s nicht richtig – wenigstens was die Uhren betrifft: Stalin hatte vor über sechs Jahrzehnten versäumt, die Zeiger um eine Stunde zurückzudrehen.

  • Von der Ukraine bis nach Sachalin streiken die Bergleute. In Moskau betreiben Altkommunisten den Sturz des Reformers Jelzin. Am 2. April werden die Preise drastisch erhöht. Wieder einmal steht die sowjetische Politik an einem Kreuzweg.

    Aufmarsch zur Entscheidung

    Die Kluft zwischen Michail Gorbatschow und Boris Jelzin läßt sich nicht überbrücken

    Von Christian Schmidt-Häuer

  • Bonner Bühne

    Lümmel und Scharfmacher

    Ein Beispiel: In der Aktuellen Stunde des Bundestags über die Lage in den fünf neuen Ländern fühlte sich der CDU-Abgeordnete Gerhard Pfeffermann aus Hessen vom Beitrag eines Oppositionsredvom derart provoziert, daß er ihn als „alter Scharfmacher“ beschimpfte.

    Von Werner A. Perger

  • Rückblick: Personalplanung in der Bundeswehr

    Wachwechsel an der Spitze

    Das Personalkarussell auf der Bonner Hardthöhe kreist exzentrisch. Offenbar gibt es Unwuchten an der ministeriellen Drehachse.

  • Wirtschaft
  • ZEIT/Südprojekt-Prognose

    Schlechte Zeit für Aktien

    Keine gute Zeit, an der Börse einzusteigen – das ist die aktuelle Meinung der meisten Experten, die im Rahmen der ZEIT/Südprojekt-Prognose monatlich befragt werden.

  • Markt-Report

    Noch halten die Dämme

    Der deutsche Aktienmarkt wird zur Zeit harten Belastungsproben unterworfen. Weltweit sinkende Wachstumsraten, lassen auch an anderen Börsenplätzen keinen Optimismus aufkommen.

  • Rudolf Engen

    Compxter-Voren? Gobt es nocht!

    Immer wenn die Kollegen der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) von der Cebit in Hannover zurückkommen und von neuen Dimensionen der Computerwelt schwärmen, sitzt Direktionsassistent Dr.

  • Der letzte macht das Licht aus

    Die Abwicklung der Wirtschaftswissenschaften wird zum Desaster für die Studenten

  • Bonner Kulisse

    Obwohl das Ratsdokument Nummer 9295/90 der Brüsseler EG-Kommission 125 Seiten dick ist, überdies gezielt in einer Sprache verfaßt, die sich jedem Verständnis entzieht, ist es der Kommission nicht gelungen, die geplanten Vergünstigungen für ihre Beamten im Dschungel der Worte zu verstecken.

  • Haben die Vereinigten Staaten für den militärischen Einsatz am Golf von ihren Alliierten zuviel Geld bekommen? Ein führender amerikanischer Ökonom ist davon überzeugt.

    Der Krieg hat nichts gekostet...

    Der Waffengang am Golf war von kurzer Dauer und wird deshalb nur geringe ökonomische Folgen für die Industrieländer haben. Denn der Krieg ist aus vorhandenen Arsenalen bestritten worden: Die meisten Kosten fielen für Material an, das in der Vergangenheit gekauft worden war – überwiegend im Rahmen von Präsident Ronald Reagans militärischem Ausbauprogramm der frühen achtziger Jahre.

    Von Lester C. Thurow

  • Auf Druck der Amerikaner erhält Vietnam bis heute keine Kredite der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Inzwischen haben auch die Sowjets ihre Wirtschaftshilfe für das Land drastisch gekürzt.

    Mit dem Mut der Verzweiflung

    Durch radikale Reformen versucht die Regierung, das Land für ausländische Investoren attraktiv zumachen

  • Kirche und Wirtschaft

    Fromme Wünsche

    Eine hölzerne Madonna, auf den Schultern das Jesuskind, steht direkt neben der Pförtnerloge im zentralen Verwaltungsgebäude der Firma Borgers, die Teile für die Autoindustrie herstellt.

    Von Winand von Petersdorff

  • Sicherer Hafen

    So teuer war der Dollar seit August 1990 nicht mehr. Mitte Februar erst hatte die amerikanische Währung ihren historischen Tiefststand mit 1,4425 Mark erreicht; seither kletterte sie auf 1,6694 Mark, ein Plus von fast sechzehn Prozent in nur einem Monat.

  • Teure Freunde

    Die Bundesregierung versuchte die Umkehrung des alten Spruchs, daß beim Gelde die Freundschaft aufhöre. Nachdem mit guten Gründen deutsche Soldaten nicht in den Golfkrieg geschickt wurden, gute Worte aber die Verbündeten nicht besänftigten, waren Kanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher schleunigst bereit, vor allem den Amerikanern die Freundschaft durch Geldzahlungen zu beweisen.

    Von Wilfried Herz

  • Die Mehrheit verdankt ihren Wohlstand einer kleinen Minderheit. Dieser These von Meinhard Miegel (ZEIT Nr. 12) widerspricht der Münchner Sozialwissenschaftler Burkart Lutz.

    Mehr Chancen für die Schwachen

    Entwickelte Industriegesellschaften sind historisch gänzlich beispiellose, künstliche Gebilde. Ihre Wohlfahrt und ihr Überleben sind auf komplexe und vielschichtige Wechselwirkungen gegründet, die sich mehr und mehr der menschlichen Alltagserfahrung und Intuition entziehen.

  • Tele(ck)om

    Wortgefecht

    Nein, um einen Irrtum vom Amt handelt es sich nicht. Europas größtes Unternehmen im Bereich der Telekommunikation, das – ganz korrekt bezeichnet – als Deutsche Bundespost TELEKOM firmiert, ändert zum 1.

  • Frankreich

    Die Basis macht mobil

    Die Wachen merkten nichts, als die beiden Journalisten des französischen Boulevardblatts Le Parisien nachts um eins unter dem Zaun durchrobbten.

    Von Ludwig Siegele

  • Konjunktur

    Miese Stimmung

    Das Wirtschaftsklima wird rauher in Deutschland (West). Mit drei schlechten Nachrichten hat diese Woche begonnen. Erstens: Bei einer Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts vom Februar beurteilte die Mehrzahl der Unternehmen die Geschäftslage pessimistischer als im Januar.

  • Harpener

    Ende offen

    Gleich zwei Bedrohungen ist der Vorstand der Harpener AG in Dortmund derzeit ausgesetzt: Auf der einen Seite wird die Mehrheit der Aktien wohl bald in andere Hände übergehen, auf der anderen ermittelt die Schwerpunktanwaltschaft für Wirtschaftsvergehen im benachbarten Bochum wegen des Verdachts der Untreue.

  • Ende einer Doktrin

    Das Spiel mit Worten war unwiderstehlich. Das Flaggschiff wurde „torpediert“, „nimmt Wasser auf“, „säuft ab“, überboten sich die englischen Zeitungen in ihren Schlagzeilen.

  • Kabinettsumbildung in Spanien

    Fit für Europa

    Seit seinem Amtsantritt im Jahre 1982 war es die Lieblingsidee des Regierungschefs Felipe González, die jahrhundertelange Isolierung Spaniens durch eine rigorose Hinwendung nach Europa zu durchbrechen.

  • Fritz Vorholz:

    Warnschuß aus der Provinz

    Das Öko-Institut verschickte schon vor mehr als drei Monaten den blauen Brief: „Mangelhaft, Herr Töpfer!“ Nun machte – welch bizarre Koalition – ausgerechnet der bayerische Umweltminister Peter Gauweiler (CSU) dem Vorhaben seines Bonner Kollegen Klaus Töpfer (CDU) den Garaus: Der Münchner, noch den Schrecken des bayerischen Volksbegehrens zur Müllpolitik im Hinterkopf, stoppte Töpfers Verpackungsverordnung.

  • Goldene Regel der Währungshüter vergessen? Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl demonstriert Stärke im Konflikt mit Bonn.

    Rebellion im Nebensatz

    Mit einer Bemerkung den Kurs einer Weltwährung hinauf- oder hinunterzureden – diese Macht haben nur wenige, die Notenbankpräsidenten und Finanzminister der größten Industriestaaten gehören dazu.

    Von Thomas Hanke und Wilfried Herz

  • Sowjetunion

    Kapital nach Petersburg

    Im Übergang vom totalitären zum demokratischen Staat und zu einer bürgerlichen Gesellschaft entstehen unzählige politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.

    Von Anatoli Sobtschak

  • Schneller Brüter

    Fort mit Schaden

    Das Ende hat sehr viel Ähnlichkeiten mit dem Anfang. So wie die deutsche Stromwirtschaft vor zwei Jahrzehnten vom Bonner Forschungsministerium gedrängt werden mußte, den Schnellen Brüter in Kalkar zu bauen, so mußte sie jetzt gedrängt werden, das über sieben Milliarden Mark teure Projekt endgültig abzuschreiben.

    Von Woli'gang Hoffmann

  • Wissen
  • Große Krise, Große Koalition?

    Wieder gehen die Bürger in Deutschlands Osten auf die Straßen – in Leipzig und anderswo. Fast 70 000 waren es am Montag voriger Woche in der sächsischen Heldenstadt, nicht weniger an diesem Montag.

    Von Robert Leicht

  • Hilfe für den Irak

    Es gibt ihn eben doch nicht, den klinisch sauberen Krieg. Es gab ihn auch nicht am Golf. Die hochgelobte Effizienz der „intelligenten“ amerikanischen Waffen, die angeblich nur militärische Ziele präzise treffen, die Zivilbevölkerung aber verschonen, erweist sich im nachhinein von Tag zu Tag mehr als Pentagon-Propaganda.

    Von Matthias Naß

  • Zoologie

    „Explosive“ Evolution

    Sie sind gleichsam die Darwin-Finken unter den Fischen und ein Paradebeispiel dafür, wie im Verlauf der Evolution neue Tierarten entstanden.

    Von Matthias Glaubrecht

  • Böses Erbe

    Geld allein reicht nicht. Vielmehr geht es ebenso um die immateriellen Schäden, die das SED-Regime im anderen Teil Deutschlands angerichtet hat.

  • Tschernobyl, fünf Jahre danach

    Bilanz des Schreckens

    Auch mehr als 300 Kilometer von Tschernobyl entfernt finden sich stark radioaktiv belastete Gebiete. In diesen Regionen leben noch etwa 270 000 Menschen.

    Von Hans Schuh

  • Verschärft

    Nachsicht haben die „Händler des Todes“ nicht verdient. Wer wird sich daher aufregen, wenn Zöllner künftig das tun, was ihnen der Bundestag mit der jüngsten Verschärfung der Exportgesetze gestattet: Eingreifen in das Grundrecht des Brief- und Fernmeldegeheimnisses bereits bei vagen Hinweisen auf die Anbahnung fragwürdiger Waffengeschäfte.

  • Ausgegrapscht

    Einst haben die Grünen auch dieses Thema politikfähig gemacht: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Drei Frauen der Bonner Fraktion hatten Krach geschlagen: „Ein männliches Mitglied hat seine vermeintlichen Direktorenansprüche bei mehreren Mitarbeiterinnen der Fraktion geltend gemacht.

  • DIE ZEIT
  • Italien

    Die Juden von Ferrara

    Am Ende der schmalen, schlechtgepflasterten Via delle Vigne steht ein Tor aus grauem Stein. Dahinter liegt der jüdische Friedhof von Ferrara.

    Von Eberhard Schmidt

  • Theater: Kleist in Berlin

    Große Qualmusik der Nacht

    Ein Fest der Theater-Kunst. Ein Fest für sechs Schauspieler, wie wir sie in solchem Einklang selten zusammen spielen sehen und – das Wort läßt sich nicht vermeiden – musizieren hören: Jutta Lampe und Imogen Kogge, Peter Simonischek und Otto Sander, Udo Samel und Gerd Wameling.

  • „Ich würde lieber Bush als Gorbatschow meine Stimme geben“

    Frosch im Garten der Phantasie

    In Deutschland sind wir es gewöhnt, daß sich Schriftsteller – gefragt und ungefragt – in die politische Diskussion einschalten.

    Von Volker Hage

  • Mecklenburg-Vorpommerns Landeschef schlägt Musiker-Hilfe für ein Festival aus

    Ausgestreckte Hände

    Am Anfang war alles eitel Harmonie. Ein Bundespräsident (noch West) hörte zu, als ein Ministerpräsident (noch Ost) zur Festspiel-Eröffnung im Dom von Greifswald bratschte.

    Von Heinz Josef Herbort

  • Friedensrepublik Heinz & Kunz

    Der Hintergrund: Die Pfalz, Bayerns linksrheinische Provinz, seit 1816 aber ohne eine Landverbindung zum Königreich und späteren Freistaat, befindet sich in Feindeshand.

  • Sowjetunion

    Symbol des Widerstandes

    Die Klosterstadt Sagorsk nördlich von Moskau ist ein Kuriosum: Für Millionen russischer Pilger, aber auch für Tausende von westlichen Touristen signalisiert sie unter diesem Namen den Inbegriff russisch-orthodoxer Frömmigkeit.

    Von Tas Toth

  • Türkei

    Wo Alexander passen mußte

    Als Alexander der Große im Laufe seines berühmten Feldzuges im Jahre 334/333 vor Christus auf halbem Weg nach Issos war, wollte er unweit der heutigen Touristenmetropole Antalya an der südtürkischen Küste einen Paß zu Füßen des Solym-Berges überqueren.

    Von Erdmann Braschos

  • Theater: „Phaeton“ in Wien

    Mondsüchtig zur Sonne

    Achim Freyer komponiert am Burgtheater aus Euripides-Stücken einen Schlemmer-Salat

  • Von Travemünde nach Helsinki und Stockholm

    Anmache mit Stil

    Die neue „Silja-Serenade“ ist ein luxuriöses Fährschiff fürs dritte Jahrtausend

    Von Jutta Duhm-Heitzmann

  • Großbritannien

    Eine Bastion aus Granit

    Wie jeden Morgen ist die Scillonian die erste Fähre, die den Hafen von Penzance verläßt. Dicht gedrängt stehen die Passagiere auf dem winzigen Achterdeck an der Reling und sehen in der frischen Morgenluft fröstelnd zu, wie die Stadt hinter ihnen immer kleiner wird.

    Von Torsten Rossmann

  • Gesellschaft
  • Kino: „Das Rußland-Haus“

    Jazz? Jazz!

    Während der Vorspann läuft, bauschen sich weiße Wolken hoch in den Himmel. Dann gleitet unser Blick hinab auf die Zwiebeltürme einer russischen Kirche.

    Von Robin Detje

  • Fernseh- Vorschau

    Der Frühlingsmann

    Aber dann blickte er um sich in die schweigende, unendlich gleichgültige Ruhe der Natur, sah, wie der Fluß in der Sonne seines Weges zog, wie das Gras sich zitternd bewegte und die Blumen dastanden, wo sie erblüht waren, um dann zu welken und zu verwehen, sah, wie alles, alles mit dieser stummen Ergebenheit dem Dasein sich beugte, – und es überkam ihn auf einmal die Empfindung von Freundschaft und Einverständnis mit der Notwendigkeit, die eine Art von Überlegenheit über alles Schicksal zu geben vermag.

  • Manager und Märkte

    Daimler-Benz: Preis für das Image von gestern IBM: Der Champion ist angeschlagen Automobilmarkt Europa: VW hängt Fiat ab

  • Türkei-Spezialisten: Warten auf Hilfe

    Rund 20 kleinere Reiseveranstalter haben sich zum Verband der Türkei-Reise-Spezialisten zusammengeschlossen. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, die Schäden zu begrenzen, die durch die Auswirkungen des Golfkriegs entstanden sind.

    Von Kornelia Dietrich

  • Zweierlei Maß

    Die Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung bei ostdeutschen Unternehmen hat ein wahres Horrorszenario ergeben. In keiner der befragten Branchen sind auch nur Ansätze für eine wirtschaftliche Besserung zu erkennen.

  • Ausstellung in der Berliner Kunsthalle: Hans Baluschek

    Fin de siecle, zehn nach sieben

    Schon ulkich, diese Berliner Begegnung: in der Nationalgalerie Anselm Kiefer – und Hans Baluschek in der Kunsthalle an der Gedächtniskirche.

  • Fernseh-Kritik

    Unfähigkeit zu mauern

    Recht tun sie, all die tüchtigen Teams, die derzeit durch die „neuen Bundesländer“ streifen, um Anblicke einzufangen und bekannt zu machen, um Leute anzuhalten und auszufragen, um ein Bild zu produzieren vom harten, erschütternden Umbruch.

  • Eiertanz

    Heutzutage will jedes Dorf eine prosperierende Fremdenverkehrsgemeinde werden, auch dann noch, wenn es nicht mal mehr eine eigene Linde besitzt und das örtliche Bächlein längst ausgeplätschert hat.

    Von Rosemarie Noack

  • Für kurze Zeit war das unscheinbare Hunsrückdorf Woppenroth in aller Munde. Doch längst ist wieder der Alltag eingekehrt.

    Was einmal Heimat war

    Aus den Annalen eines Dorfes, das in den achtziger Jahren als „Schabbach“ eine vielbeachtete Filmkarriere machte

    Von Johannes Groschupf

  • Noch nie wurden so viele Museen gebaut, noch nie gab es so viele Ausstellungen, so viele „Retrospektiven“ und „Sonderschauen“. Der Aachener Kunsthistoriker Walter Grasskamp fragt nach den Gründen und warnt vor den Folgen solcher Völlerei.

    Das Museum als Metapher

    Flüchtige Begegnungen mit ewigen Werten – zur Konjunktur eines Kulturbetriebs

    Von Walter Grasskamp

  • DAS LETZTE

    „Zuerst ist Nichts, dann tiefes Nichts und schließlich blaue Tiefe“, sagen die Philosophen. Und all das steckt schon in dem schönen kleinen Wort.

  • Gegen den Willen der Treuhand bauten die Länderfinanzminister Lottogesellschaften im Osten auf

    Tricks um das große Los

    Die schleswig-holsteinische Finanzministerin Heide Simonis verhieß ihrer Kollegin Bärbel Kleedehn aus Mecklenburg-Vorpommern das Lotto-Glück.

    Von Wilfried Herz

  • Weniger Kerosinzuschlag

    Die Touristik Union International (TUI), Deutschlands größter Reiseveranstalter, trat die Lawine gezielt los: Zwei Tage vor einer Pressekonferenz des Konkurrenten NUR Touristic kündigte die TUI an, daß sie die Treibstoffzuschläge für Ferienflugreisen zum 1.

    Von Markus Bäuchle

  • Kultur
  • Ist der Kaiser nackt?

    In der Hamburgischen Staatsoper, letzten Sonntag: eine offene Bühne – eine blaugraue horizontal linierte Rückwand, ein in schiefrigem Relief strukturierter Boden, schwarze Seitengassen – nichts sonst.

    Von Heinz Josef Herbort

  • Zeitmosaik

    In der Bündner Zeitung ist mir eine Titelzeile aufgefallen, hat mir Sodbrennen gebracht: „Zivilschutznahrung soll Bulgaren helfen oder zu Tierfutter verarbeitet werden“.

  • So schleppt sich alles notdürftig dahin

    Die Kultur in den neuen Bundesländern: Der Bund hilft, aber es geschieht auf verfassungspolitischem Glatteis, und es genügt nicht

  • Ivan Goll zum 100. Geburtstag

    Ritter vom Schaum

    „Jean Sans Terre“ – die erste zweisprachige Gesamtausgabe der Gedichte Golls

    Von Karsten Witte

  • Orpheus im Kühlschrank

    Auf Partys, wenn die Leute fragen, was ich so mache, sage ich: ‚Ich schreibe Romane.‘ Dann sagen sie: ‚Oh, muß man Sie kennen?‘, und ich sage: ‚Ich glaube nicht.

    Von Ulrich Horstmann

  • Ein Maler der DDR gibt Rechenschaft

    Hinter den sieben Bergen

    Wolfgang Mattheuer war einer der großen Maler der DDR. So könnte ein Nachruf beginnen. Aber Mattheuer ist bei besten Kräften.

    Von Ulrich Greiner

  • Einer gegen alle

    Der Herr, der am Eingang die Programmzettel verteilt, sieht eher unscheinbar aus. Man hält ihn für einen Gehilfen des Künstlers, der gleich die Bühne besteigen wird.

  • Hugo Dittberners Romanidylle

    Die letzten Leser

    Wenn man einem satirisch aufgelegten Zeitgenossen die Frage stellt, wie denn heutzutage der Leser schöner Literatur aussehe, bekommt man ein Gruppenbild etwa folgender Art geliefert: Die Ehefrau eines erfolgreichen Arztes, deren Kinder bereits herangewachsen sind, sitzt des Abends im Musikzimmer unter der Stehlampe und blättert versonnen in einem Jane-Austen-Roman.

    Von Hubert Winkels

  • Gespensterreden und auch nicht

    Dieselbe Anstrengung, die ich mache, um den vordynastischen Steinmetzen oder einen heutigen jungen Graphiker zu verstehen, mache ich auch für mich selbst.

    Von Walter van Rossum

  • Der Maler Klaus Fußmann erinnert sich an jenes Berlin der fünfziger Jahre, das er geliebt hat: das schäbige, jenseitige Berlin zwischen den Blöcken und zwischen den Zeiten

    Bedenke, daß du tot warst

    Wie groß die Stadt ist, sieht man erst von einem der hohen Türme, dem Funk- oder Fernsehturm. Weit lagern sich da die Häusermassen in die Ebenen hinaus, die Stadt verliert sich ringsum am Horizont: Berlin ist flach, liegt flach wie auf einer Tenne uns zu Füßen, ein Granulat aus ockrigen Kuben und rotbraunen Dreiecken.

    Von Haus Fußmann

  • ELFRIEDE JELINEK

    Wie der Herr, so sein Krieg

    Da nun alles aus und vorbei ist und die Autos die Titelseiten der Magazine zurückerobert haben, was nur korrekt ist, denn die Maschinen haben schließlich über die Menschen gesiegt; da nun die letzte Schlacht geschlagen ist und aus deutschen Giftlieferanten wieder brave Häuslebauer geworden sind, die sich um Aufträge anstellen (Und das haben sie und ihre Kameraden ja schon seit Ausbruch dieses Krieges getan.

  • Denkmalstadt Stralsund

    Alte Gassen, neuer Stolz

    Was lange dem Verfall preisgegeben war, soll nun ganz schnell gerettet werden bloß wie?

  • Zeit zum Hören

    Es eilt. Tempo! Die neuen Jazztrends drücken aufs farbige Hochglanzpapier. Hip Hop und Rap, mit Jazz vermischt, werden als Bebop von heute verkauft.

  • Frühe NS-Herrschaft

    Kühler Blick

    Auf diese Fragen gibt jetzt eine Quellen-Publikation Auskunft. Sie enthält „streng vertrauliche“ Berichte, die Hendrik Jan Noordewier, Korrespondent der angesehensten Tageszeitung der Niederlande, des liberalen Nieuwe Rotterdamsche Courant, in Berlin zwischen 1933 und 1935 für ein halboffizielles niederländisches Nachrichtenbüro geschrieben hat.

  • Pech der falschen Geburt

    Keine Frage, das Sujet ist zeitgemäß: weder Figuren aus der Mythologie noch aus der Weltliteratur, weder Orpheus noch Ariadne, weder Faust noch Macbeth.

    Von Eckhard Roelcke

  • Vergessene Opfer des Nationalsozialismus

    „Endlösung“ oder „Umerziehung“?

    Wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfolgung der Homosexuellen sind in der mittlerweile sehr differenzierten Literatur über die Geschichte der NS-Zeit immer noch eine Seltenheit.

    Von Hans-Georg Stümke

  • Länderspiegel
  • Entfremdet

    Die Altbundesbürger, die Wessis, werfen ihren alt-neuen Landsleuten Undankbarkeit, Unentschlossenheit, Wehleidigkeit oder gar Schlimmeres vor, und so sind die Deutschen uneins wie nie zuvor in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

  • Die Potsdamer Prinzen-Nummer

    Historiker meinen, man lerne aus der Geschichte. Nun – in Potsdam, der Hauptstadt Brandenburgs, erscheint einmal im Monat ein Stadtjournal.

    Von Heinz Werner Hübner

  • Nur vier Puffs

    „Die Unterlagen, die vom Ministerium für Staatssicherheit in verfassungwidriger Weise zusammengestellt wurden, dürfen auf gar keinen Fall durch andere Behörden genutzt werden – egal, wer die anderen Behörden sind.

    Von Schriftsteller, Köln

  • Unsere Autorin ist Journalistin in Ost-Berlin. Immer wieder wundert sie sich

    Früher waren sie blau

    Natürlich hatte ich vorher auch schon welche. Aber die waren blau und etwas kleiner. Und viel biegsamer am Körper. Der Neue ist hart in seiner grünen Schale.

  • Hauptstadt-Streit

    Wie gemütlich war’s am Rhein

    Peter Radunski vertritt Berlin als Senator beim Bund. Seine These: Berlin wird Regierungssitz. Eine Kommission aus Vertretern aller Verfassungsorgane, Bundesbehörden und unabhängiger Persönlichkeiten legt fest, welche Institutionen an die Spree kommen.

    Von Peter Radunski

  • Lebensart
  • Frühjahrsputz

    Ordnung draußen, Ordnung drin

    Es ist soweit.

    Von Brunhilde Hempel

  • Pastor Heinrich Albertz, 1915 in Breslau geboren, zwischen 1955 und 1967 in verschiedenen politischen Ämtern in Berlin tätig, zuletzt als Regierender Bürgermeister, lebt heute in einem Altenheim in Bremen. Schon lange vor dem Fall der Mauer hielt er enge Verbindungen zu den Menschen „drüben“. Über die ersten Monate der deutsch-deutschen Vereinigung hat er Tagebuch geführt. Es erscheint jetzt im Kindler Verlag. Wir drucken Auszüge daraus.

    Der Wind hat sich gedreht

    Der Bundespräsident war am 7. Oktober in der Nikolaikirche in Leipzig. „Tage der Ermutigung“ feiern die Freunde im Gedenken an den Oktober 1989, als sie in ihren bloßen Händen mit Kerzen die bösen Herren der DDR besiegten und als alles begann.

    Von Heinrich Albertz

  • Frohe Ostern mit Müll

    Unsere kleine Betrachtung zu Begleiterscheinungen der Osterreisewelle bzw. des Reisens im allgemeinen beginnt im Kino, z. B.

    Von Ulrich Stock

  • Lieber ohne Rüschen

    Vereint, nicht egalisiert: Wie groß der Unterschied zwischen West und Ost im Lebensstandard tatsächlich ist, wollen wir an einigen Beispielen zeigen. Zwanzigste Folge: Zwei Modedesignerinnen

  • Ben Witter

    Reichtum im Tod

    Wilfried W., 43, ist Versicherungsvertreter. Weil er jedoch aus dem Vertreter-Dunstkreis herauswill, nennt er sich Versicherungsvermittler; Versicherungsagent, diese Berufsbezeichnung erscheint ihm für seine Tätigkeit zu „international besetzt“.

  • Osnabrück, Knollstraße, hier lebte Anna mit ihrem vierjährigen Sohn. Seit sieben Monaten sind sie verschollen. Zeugen berichten, das Kind sei über Jahre vernachlässigt und mißhandelt worden. Die Behörden schweigen.

    Wo sind Jörg und Anna?

    Vermißt in Deutschland – wie eine Stadt reagiert, wenn zwei Menschen verschwinden

    Von Susanne Mayer

  • Robert Wilson

    Gespreizte Hände, gewinkelte Arme

    Präzise Bewegungen im Zeitlupentempo sind für das Werk des Regisseurs charakteristisch

    Von Marie Hüllenkremer

  • Pro Woche vier Flaschen Schampus

    Der Schlankheitswahn

    Das Leben macht keinen Spaß mehr. Schon längst wurde die Freude an der Leibesfülle, an rundlichen Polstern, die zum zärtlichen Knutschen verlockten, von einer hinterhältigen, höchst dubiosen Schlankheitsdiktatur mit Acht und Bann belegt.

    Von Esther Knorr-Anders

  • VOR 100 JAHREN

    Die Gartenlaube

    Die Waldverwüstung ist in Süd-, Nord- und Mittelamerika gleichmäßig an der Tagesordnung: Kaffeeplantagen treten in Südamerika und Brasilien an die Stelle der Wälder.

  • Julia Tugendhat: Brief aus London

    Leichte Unruhe im Lesesaal

    Zwölf Millionen Bücher ziehen um: Die British Library hat ein neues Domizil – und bleibt doch für die Leser im Museum

  • So geht’s nicht mehr weiter

    Ich will nicht in den Kindi.“ Fast jeden Morgen wiederholt sich dasselbe Drama. Der vierjährige Oliver will nicht mehr in das Kindertagesheim Ludwigstraße im Stuttgarter Westen gehen, eine ganztägige Kinderbetreuungseinrichtung der Stadt, die er früher so gern besucht hat.

    Von Heidrun Holzbach-Linsenmaier

  • Zeitlese

    Musiker genießen, soweit von hinlänglich seriösem Äußeren, in unserer Gesellschaft Respekt und Vertrauen. Nicht immer zu Recht, wie eine Meldung der Süddeutschen Zeitung belegt.

  • Am Beispiel Djuna Barnes Wie Bücher überleben

    Schicksal, Madam

    Landläufig und simpel, daß libelli ihre fata haben. Aber auch richtig, wie sich immer wieder zeigt. Zum Beispiel bei Djuna Barnes.

    Von Bernhard Wördehoff

  • Denn sie wußten, was sie tun

    Wolfgang Menges Fernsehfilm „Ende der Unschuld“ erhellt die Rolle deutscher Wissenschaftler bei der Erfindung der Atombombe

    Von Michael Schwellen

  • Beide Eheleute dürfen ihren Geburtsnamen behalten

    Jedem den Seinen

    Treffen sie (die Brautleute) keine Bestimmung, so ist der Ehename der Geburtsname des Mannes.“ Dieser Satz verletzt modellhaft die Gleichheit der Geschlechter und lebte dennoch länger als die deutsche Teilung.

    Von Hanno Kühnert

  • Leserbriefe
  • Wanzen gegen Raketen

    Der Gesetzgeber in Aktion: Lauschangriffe wie noch nie, Rüstungsgeschäfte wie zuvor

    Von Klaus Pokatzky

  • Tribüne
  • Die Medien haben versagt

    HAMBURG. – Die Pressefreiheit, so dachte ich nach siebzehnjähriger Lebenserfahrung in der Bundesrepublik, ist eines der vornehmsten und stärksten Rechte in einer Demokratie.

    Von Karim Melhem

  • Geld soll der Motor sein

    HOLLENSTEDT. – Die Vereinigung erscheint bislang als etwas sehr Mittelbares: Sie hat vor allem mit baren Mitteln zu tun. Geld soll sie ins Werk setzen und immer mehr Geld.

    Von Martin Ahrends

  • Nicht larmoyant, aber dünnhäutig

    BERLIN. – Nach dem Fall der Mauer mahnte Willy Brandt das notwendige Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten an und warnte gleichzeitig vor einem Zusammenwuchern.

    Von Karlheinz Lohs

  • VOR VIERZIG JAHREN

    Stalin lehrt Deutsch

    An den Universitäten der „Deutschen Demokratischen Republik“ sind mindestens 20 000 junge Deutsche immatrikuliert. Ist es für die „Freiheit“ dieses akademischen Lebens schon bezeichnend, daß keiner der Studenten „von drüben“, vom anderen, also vom westlichen Deutschland kommt, so ist es ebenfalls nicht von ungefähr, daß das alte wesentliche Privileg des Studenten, nämlich den Platz des Studiums, den Dozenten und die Fakultät selbst wählen zu können, aufgehört hat.

  • Zeitläufe
  • BUCH IM GESPRÄCH

    Ein Krieg Saddams?

    Nach Ansicht der beiden Journalisten John Bulloch und Harvey Morris vom britischen Independent war der jüngste, international ausgetragene Nahostkrieg ein Ergebnis von Fehlwahrnehmungen, und zwar auf beiden Seiten: Der Westen habe die von Saddam Hussein aufgebaute Kriegsmaschinerie und die von ihr ausgehende Bedrohung nicht richtig eingeschätzt; die irakische Ein-Mann-Führung des orientalischen Despoten Saddam Hussein habe „die voraussehbaren westlichen Reaktionen auf seine aggressive Politik unterschätzt“.

    Von Bassam Tibi

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