Um es gleich vorweg zu sagen: Es ist ein Buch, das man nur ungern wieder aus der Hand legt, wenn man sich einmal „festgefressen“ hat: „Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel“ (Prestel Verlag, München; 416 S., 44,– Mark) entwirft ein einzigartiges Gemälde dieser gesegneten Landschaft, die jährlich von Millionen Touristen aufgesucht wird und die der bayerische Schriftsteller Heinrich Noe schon vor 130 Jahren als den Yellowstone Park der deutschen Alpen bezeichnet

Es ist ein Buch voller liebenswürdiger Landschaftsbeschreibungen, voller geschichtlicher Dokumente, voller Anekdoten und Legenden, die selbst Einheimischen kaum mehr in Erinnerung sein dürften. Und ein Buch, in dem natürlich die Kunstgeschichte dieses kulturell so vielseitigen Raumes zwischen Salzburg und Traunstein, zwischen dem Königsee und Burghausen an der Salzach besonders herausgestellt wird, ist doch sein Verfasser, der Kunsthistoriker Herbert Schindler, auch der Autor der berühmten großen bayerischen Kunstgeschichte. Auch dieser Prestel-Reiseband zeichnet sich durch zahlreiche Dokumente aus der Vergangenheit aus, deren Aussagen bis heute, trotz der vielen Veränderungen, im Grundgehalt gleichgeblieben sind. Zudem findet man auf den zahlreichen Farbtafeln die Wiedergabe selten gezeigter Gemälde.

Mit diesem Buch zu reisen, bedeutet einen wahren Gewinn, weil überall Geschichte und Landschaft transparent werden, ohne daß auf touristische Hinweise für die Gegenwart verzichtet hat.

wurde. Günther Krauß