Erstmals wird „Urlaub auf dem Bauernhof österreichweit organisiert. Zahlreiche Prospekte stellen die neuen Angebote vor.

Fast vierzig Prozent der deutschen Familien mit Kindern unter vierzehn Jahren geben Bauernhofferien als kinderfreundliches Idealziel an, doch nur zwei Prozent setzen diese Vorstellung auch in die Realität um. In Österreich etwa sind die knapp 100 000 Gästebetten auf Bauernhöfen maximal zu fünfzehn Prozent ausgelastet.

Eine der Ursachen dafür liegt in der zu geringen Bekanntheit des Angebots. Um das zu ändern, wurde am 8. März 1991 ein österreichweiter Bundesverband „Urlaub auf dem Bauernhof“ gegründet. Geplant ist eine zentrale Informationsstelle in Wien, die aber kaum vor der Sommersaison in Betrieb gehen wird. Doch schon jetzt ist von der Österreich-Werbung ein Stapel an Informationsbroschüren über Bauernhofferien zu erhalten. Er ist nach Ländern und Regionen gesplittet. Der neue Katalog „Tiroler Bauern“ beispielsweise zeigt, daß das Rasten beim Bauern mehr ist als Ferien in einem Billigquartier.

Naturverbundenes Leben ist vor allem für Kinder spannend und lehrreich. Sie können beim Melken zusehen, und das Frühstücksei kommt direkt aus dem Hühnerstall. Angeboten werden Wochenpauschalen, die neben Übernachtung auch reichhaltiges Bauernfrühstück, Begrüßungstrunk, Informationen und Führung durch Haus und Hof sowie ein Gastgeschenk beinhalten. Maximal 220 Mark pro Person kostet eine Woche auf dem Tiroler Bauernhof.

In den verschiedensten Regionen Österreichs werden Ferien beim Wein-, Pferde-, Fisch- oder Bergbauern angeboten. So haben sich im steirischen Ennstal Bio-Bauern als Vermieter zusammengeschlossen. Dort kann der Urlauber einem Bauern bei der Lebensmittelproduktion über die Schulter schauen, der eine umweltfreundliche Landwirtschaft betreibt. Für die preisliche Attraktivität sorgen zum Beispiel in Oberösterreich spezielle Kinderangebote und die Möglichkeit, Küche und Waschmaschine der Gastgeber mitzubenutzen.

Fred Fettner