Immer wenn Milliarden verrechnet werden, verlieren die Steuerbürger die Übersicht und dazu noch ihr Vertrauen in die staatliche Finanzpolitik. Das ist gefährlich. Die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA) ist deshalb bemüht, eine Vergleichbarkeit aktueller Milliardenströme herzustellen und so ein Restvertrauen der Bürger zum Staat und seinem Haushaltsgebaren zu sichern.

Direktionsassistent Dr. Günther P. eröffnete das Brainstorming der kreativen EMMA-Truppe über „Milliarden her, Milliarden hin – macht das für die Bürger Sinn?“ mit einer großen Auflistung schon geleisteter oder unmittelbar anstehender Sonderzahlungen: „18 Milliarden für den Golfkrieg, 25 Milliarden für die UdSSR, 25 Milliarden für Osteuropa, 100 Milliarden für die neuen Bundesländer ...“

„Moment, Moment“, bremst der ältere Kollege M., der noch in Reichsmark sowie in Zigaretten und Zigarettenkippen zu rechnen gelernt hat, „wie viele Nullen hat eigentlich eine Milliarde?“

Die Runde schweigt.

„Bleiben wir beim Golfkrieg“, sagt Kollege G., „bei den 5,3 Milliarden Dollar für die Vereinigten Staaten. Sollten wir da nicht etwas zurückbekommen, weil der Krieg früher aus war als veranschlagt?“

„Nein“, bedauert Dr. P., „wir mußten 450 Millionen zulegen, weil der Dollar nach dem amerikanischen Sieg gegenüber der D-Mark so kräftig anstieg.“

„Warum“, fragt Kollegin S., „müssen die USA überhaupt für den Golfkrieg Geld kassieren? Die Raketen, die sie da verschossen haben, waren doch längst bezahlt?“