Toyota, der größte japanische Automobilkonzern, will vom kommenden Jahr an Modelle von Volkswagen und der Tochter Audi in Japan über sein eigenes Händlernetz verkaufen. Die Verhandlungen darüber laufen so gut, daß ein Vertrag wahrscheinlich schon in wenigen Wochen unterschriftsreif ist. Zielgrößen: Bis 1995 sollen jährlich 30 000 Automobile im Schätzwert von 1,2 Milliarden Mark über die Toyota-Händler abgesetzt werden. VW-Chef Carl Hahn schafft sich damit auf dem schwierigen japanischen Markt einen zweiten Kanal für seine Autos – bisher belieferten die Wolfsburger den Importpionier Yanase, der auch andere europäische Marken, darunter Mercedes-Benz, in Japan vertreibt.

Ein peinliches Schlaglicht fällt derzeit auf die in München ansässige Bayerische Hypotheken- und Wechselbank und ihren Vorstandssprecher Eberhard Martini, der soeben zum Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken gewählt wurde. Die Bank hatte im vergangenen Jahr die österreichische Immobilienfonds-Gesellschaft Residenz Realbesitz AG an die Münchner Börse gebracht, deren Seriosität in Frage steht. Der Wiener Firma war von der Hypo-Bank immerhin öffentlich ein Lob als dem „ersten und einzig profitabel arbeitenden österreichischen Immobilienfonds“ zuteil geworden. Dagegen zeigt eine von der Residenz selbst bei dem Münchner Unternehmensberater Rolf Seebauer in Auftrag gegebene und geheimgehaltene Studie, daß die Wiener Firma mit ihren Vermietungen keine Gewinne erzielen könne. Da die Gesellschaft dennoch Erträge ausschüttet, ist es für Heinz Gerlach vom Kapitalanlageinformationszentrum in Oberursel klar, daß die Wiener ihre Ausschüttungen aus frisch hereinkommendem Kapital und dem Verkauf von Immobilien-Substanz bestreiten, also ein „übles modifiziertes Schneeballsystem“ betreiben. Für den Anlageschützer Gerlach hätten die Analysten der Hypo-Bank das aber schon bei der Börseneinführung leicht erkennen können. Die angesehene Bank, so meint Gerlach, habe die Residenz gesellschaftsfähig gemacht und daher „in der Anlageöffentlichkeit sehr viel Kredit verspielt“. Die Hypo weist die Vorwürfe dagegen zurück. Ein Banksprecher beteuert: „Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen analysiert. Schlampige Prüfungen können wir uns nicht leisten.“

Unter den Tischchen und Tapisserien hatte sich der Muff von fast hundert Jahren angesammelt, dennoch gab es in München einen Aufschrei der Entrüstung, als im vergangenen Jahr die Vereinigten Werkstätten pleite gingen. Schließlich waren sie ein Einrichtungshaus mit ruhmreicher Tradition gewesen. Jetzt soll die Firma für Raumkunst – wie Phönix aus der Asche – wieder auferstehen. Sechs ehemalige Mitarbeiter der Vereinigten Werkstätten, überwiegend Architekten, haben unter dem Namen Neue Werkstätten ein Nachfolgeunternehmen gegründet.

Schon 1898, bei der Gründung der Münchner Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk, hatten Künstler, Architekten und Kaufleute das Ziel gehabt, angewandte und freie Kunst zu vereinen. Das gelang ihnen auch; die Werkstätten zählten bald zur deutschen Avantgarde. Anfang des Jahrhunderts statteten sie prachtvolle Passagierdampfer aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg möblierten die Münchner die Luxusliner der griechischen Reeder Stravros Niarchos und Aristoteles Onassis, in den siebziger Jahren dann die Residenzen milliardenschwerer Ölscheichs, und in den Achtzigern dekorierten sie unter anderem den unterirdischen Palast des irakischen Diktators Saddam Hussein.

Doch da ging es mit den Prestige-Einrichtern schon bergab. Ihr Stil hinkte dem Zeitgeist hinterher, und das Management wirtschaftete immer tiefer in die roten Zahlen. Als das Bankhaus Merck, Fink & Co. dann Ende der achtziger Jahre seine Unterstützung aufgab, kam das Aus. Jetzt hoffen die Neugründer, an die alte Idee von der Avantgarde anknüpfen zu können.

Vom einstigen Imperium des im November vergangenen Jahres tödlich verunglückten Stahlindustriellen Willy Korf bleibt nichts als der Name. Nach dem Konkurs seiner von staatlichen Subventionen ausgeschlossenen Unternehmensgruppe im Jahre 1983 hatte Korf zwar wieder einen Minikonzern aufgebaut, aber der erweist sich nun als nicht lebensfähig. „Zu meinem Bedauern“, so sagt Korfs langjähriger technischer Berater Ralph Weber, „können wir die Selbständigkeit nicht erhalten.“

Weber ist Geschäftsführer der Korf GmbH, die unter dem Dach der Frankfurter Metallgesellschaft gegründet wurde. Mit deren Tochtergesellschaft Lurgi war Korf unter anderem durch eine gemeinsame Firma verbunden, die eine von Korf entwickelte neue Stahltechnologie vermarkten soll.