Es war zu befürchten, daß der Silberstreif, den de Klerk mit der Zusage an den Horizont gemalt hatte, nun auch das Registrierungsgesetz – das letzte der Apartheidsgesetze – abzuschaffen, sich angesichts der neuerlichen Ereignisse wieder verflüchtigen würde. Das Morden in den Townships wird immer schlimmer, in den letzten drei Monaten kamen 600 Menschen gewaltsam um. Der ANC – ein unerhörter Vorgang – hat der Regierung ein Ultimatum gestellt: Wenn Staatspräsident de Klerk nicht bis zum 9. Mai Polizeiminister Vlok und Verteidigungsminister Malan entlasse und die Gewalt wirksam eindämme, werde der ANC die Verhandlungen über eine neue Verfassung abbrechen. Die ungemein wichtige Versöhnung der beiden schwarzen Führer Mandela und Buthelezi war daraufhin geplatzt. Die Situation schien ohne Hoffnung.

Inzwischen aber hat Mandela erklärt, es handle sich nicht um ein Ultimatum, sondern um einen „Schrei des Volkes nach Frieden“. Überdies hat der ANC soeben seine Vorschläge für die neue Verfassung unterbreitet: Zweikammersystem, gleiches Recht für alle, unabhängige Gerichtsbarkeit und ein Verfassungsgericht. Verfassungsminister Viljoen hat überraschenderweise gesagt, der Entwurf sei „nicht sehr weit entfernt“ von den Vorstellungen der Regierung. Die Verhandlungen gehen also weiter. Dff