Eine Fahrt mit den Greyhound-Bussen quer durch die USA ist noch immer die billigste Möglichkeit, das Land zu erkunden.

Reisen per Bus ist trotz moderner Technik auch heute nicht gerade die bequemste Art der Fortbewegung. Billiger als die günstigsten Flug-Sondertarife ist es nach wie vor. Der Greyhound (Windhund) ist immer noch das Markenzeichen für die einzige USA-weite und städteverbindende Buslinie.

Massive Streiks, Bombendrohungen und Schießereien schreckten im vergangenen Jahr viele Fahrgäste ab. Nach einigen Umorganisationen werden nun wieder 95 Prozent der Strecken bedient. Die Busse fahren kreuz und quer durch die USA, verkehren zwischen stark frequentierten Zentren häufig mehrmals am Tag, während entlegenere Gegenden sparsam bedient werden, wo der Bus nur bei Bedarf und auf Handzeichen hält.

Vor allem in der Sommersaison sind Fahrten mit dem Greyhound gefragt. Auch die Rezession der US-Wirtschaft belebt das Greyhound-Geschäft, weil viele Amerikaner jetzt kürzeren, preiswerteren Urlaub in nähergelegenen Destinationen machen. Über Abfahrtszeiten und Tarife informiert die örtliche Greyhound-Telephonnummer. Eine freundliche weibliche Automatenstimme verkürzt die Wartezeit auf das Gespräch mit nützlichen Hinweisen. Der wichtigste: Alles, was während der Fahrt gebraucht wird, ist im Handgepäck zu verstauen, denn den Koffer sieht der Greyhound-Reisende erst am Ende der Fahrt wieder.

Und das kann dauern. 26 Stunden dauert die Fahrt von New York bis Miami, mit Umsteigen bei einigen Verbindungen noch etwas länger, knapp drei Tage sind für die Transkontinentalfahrt von New York nach San Francisco zu veranschlagen. Zwei Koffer und ein Stück Handgepäck sind erlaubt. „Eine Stunde vor Abfahrt sollten Sie schon da sein“, rät die Auskunft.

Eine Sitzplatzgarantie gibt es auch bei frühzeitigem Erscheinen nicht. Dieser Komfort alter Zeiten ist längst einem renditeorientierten Management-Stil zum Opfer gefallen. Der Verzicht auf Bequemlichkeit wird mit unschlagbaren Preisen belohnt. 126 Dollar für die einfache Strecke; 182 Dollar für die Hin- und Rückfahrt zwischen New York und Miami. Wenn sieben Tage im voraus gebucht wird, kostet die einfache Strecke sogar nur 89 Dollar, der round trip 128 Dollar.

Sechs Verbindungen täglich mit Abfahrten zwischen 8 und 23 Uhr stehen zur Wahl. Der Super-Trip von Küste zu Küste ist nur mit Umsteigen möglich und beschränkt sich auf zwei tägliche Verbindungen zwischen New York und San Francisco. Ein Bus verläßt New York um 1 Uhr nachts und kommt am dritten Tag um 2.30 Uhr in San Francisco an, nach viermaligem Umsteigen in Buffalo, Cleveland, Ohio und Chicago. Der zweite fährt um 21 Uhr in New York ab. Ankunft um 11.15 Uhr am Morgen des dritten Tages nach nur einem Buswechsel in Chicago, der allerdings mit drei Stunden Aufenthalt verbunden ist. Ein Weg kostet 158 Dollar, 238 Dollar sind für die Hin- und Rückfahrt hinzulegen. Wer 30 Tage im voraus bucht, zahlt 68 Dollar für die einfache Strecke, 136 Dollar für den round trip.