Wissen

Genius der Elektrizität

Wer im Auto vom Gewitter überrascht wird, der braucht keine Angst vor dem Blitz zu haben. Denn er sitzt in einem „Faradayschen Käfig" — in einer Schutzhülle aus Blech, die ihn gegen äußere elektromagnetische Felder abschirmt.

Grenzen des Berechenbaren

Wie berechenbar ist die Welt? Diskussionen über „Künstliche Intelligenz" (KI) führen unweigerlich zu dieser und zu anderen Zentralfragen der Physik.

Saurier-Grundkurs

Kaum etwas scheint die menschliche Phantasie ähnlich anzuregen wie die gigantischen Urtiere, die vor rund hundert Millionen Jahren auf der Erde herumtrampelten und dann plötzlich von der Bildfläche verschwanden.

Anregende Wundertüte

Buchrezensionen leiden oft darunter, daß eher zufällig einige wenige Werke ausgewählt und vorgestellt werden. Der Leser erhält Einzelbäume präsentiert, obwohl es einen ganzen Mischwald zu besichtigen gäbe.

Unscharfe Datenbrille

Modebegriffe in der Computerwelt haben meist eine geringe Halbwertszeit. Einer, der im vergangenen Sommer durch die Gazetten ging, lautete „Cyberspace", auch als virtuelle Realität bezeichnet.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Moskau vor dem Winter: Hohle Helden, neue Helden

Auf dem Krymskij wal, neben den Ausstellungssälen der Tretjakow-Galerie, liegen, stehen und sitzen sie im Gras, die marmornen und bronzenen Kommunistenführer, die das Volk nach dem gescheiterten Putsch von ihren Sockeln holte.

Wenn das Wunder zum Alltag wird

Zwei Jahre danach – als Ostdeutscher kann man immer noch nicht distanziert darüber reden. „Mon Dieu“, sagte der Mann gegenüber am Hoteltisch in Genf und ließ entgeistert die Zeitung sinken, Le mur démantelé – die Mauer niedergerissen.

Angezogen

Sechs Wochen lang hielten sechzig Asylbewerber die Anscharkirche zu Neumünster besetzt, weil sie aus Angst um ihr Leben nicht in den Osten wollten.

Aufatmen

Ganz ähnlich ist es mit den Ölbränden in Kuwait. Nachdem die Regierung des Emirats, aufgeschreckt von den Horrorszenarien, begriffen hatte, daß alle Kräfte zur Bekämpfung aufgeboten werden müssen, ging es zügiger voran.

Gipfel des Abschieds

In Rom treffen sich diese Woche die Regierungschefs der Nato-Staaten in seltener Harmonie. Das Scheitern des August-Putsches in Moskau hat den Streit zwischen den Bewahrern der alten atlantischen Allianz und den Geburtshelfern einer neuen „euro-atlantischen Sicherheitsstruktur“ beendet.

Grenzen der Macht

Wieder einmal wird die letzte Chance beschworen, und wieder einmal gleicht sie einer Chimäre. Die Bemühungen der Europäischen Gemeinschaft um ein Ende des jugoslawischen Bürgerkrieges nähern sich immer mehr der Schwelle, an der guter Wille in Selbsttäuschung umschlägt.

Der Sturz des Alleinherrschers Kaunda: Ein Realist mit Gottvertrauen

Für den guten Christenmenschen war alles ganz einfach erklärbar – es begab sich so ähnlich, wie es in der Heiligen Schrift geschrieben steht: Da trat der drahtige, schmächtige Frederick Chiluba gegen den bulligen, mächtigen Kenneth Kaunda an, der Frischling aus dem Hinterland gegen den Urvater der Nation, und es ging aus wie weiland das biblische Duell zwischen David und Goliath: Der politische Wicht erhielt 850 587 Stimmen, der historische Riese nur 470 767.

Worte der Woche

„Wenn Sie einen Autobus fahren, dann gibt es keinen Platz für die Demokratie. Stellen Sie sich einen Bus vor, in dem jeder nach dem Steuer greift.

Zeitspiegel

Östlich von Paris, dort, wo die Dörfer und Flecken alle nach Brie und Käse klingen, entziehen sich tausend Hektar mit Wald und See den Blicken der Bürger.

Krieg um den Frieden

Nicht nur nüchterne Interessengegensätze, sondern auch Bitterkeit und Haß trennen Israelis und Araber

Geschäfte mit dem Blut

Tausende von Franzosen sind in Lebensgefahr, weil das staatliche Gesundheitswesen versagte

Wolfgang Ebert: Recht und Rühe

Es ist immer nützlich, einen prominenten Strafverteidiger zu kennen. Darum begrüßte ich Ralf Drehle, als er sich zu mir an den Tresen pflanzte und ein Bier bestellte, besonders herzlich.

KOLUMNE: Den Stein umgedreht

Die Luft um Wolf Biermann ist nun dünn geworden. Er hat ungeschriebene Regeln verletzt. Eine Rede zur Verleihung des Büchnerpreises wurde gehalten, um einen wüsten Angriff auf Sascha Anderson einzuleiten.

Wahlen in Wien: Rückkehr des Verfemten

Die Herbstzeit ist Haider-Zeit in Österreich – als hätte das Land nicht genug Probleme. Der Vorsitzende der rechtsliberalen Freiheitlichen Partei (FPÖ), im Sommer über lockere Lobsprüche zum Thema Vollbeschäftigungspolitik im Nazistaat als Landeshauptmann von Kärnten gestürzt, ist bundespolitisch wieder der rechtspopulistische Parteienschreck.

Das Elend der Liberalen

Zwanzig Jahre nach ihren „Freiburger Thesen“ zeigt sich die FDP unfähig und unwillig zu neuem Denken

Was hat es mit Alexander Schalck-Golodkowski auf sich? Noch lange wird der Bonner Untersuchungsausschuß nach der Wahrheit suchen. Hans Modrow, Ministerpräsident in der DDR während der Übergangszeit, zeichnet sein Bild des früheren Devisenbeschaffers.: Ein Staatssekretär als Exempel

Das Interesse für Alexander Schalck-Golodkowski hält an. Dabei ist er schon ein alter Fall und kein ganz neuer Bundesbürger: Bald kann er den zweiten Jahrestag seiner Übersiedlung in die alten Länder begehen.

Weltbühne: Geburtstag in Kalkutta

Für die weich gewordenen Genossen in Moskau haben sie nur noch Verachtung übrig: Diese wollen doch tatsächlich am 7. und 8. November arbeiten lassen, um zu Neujahr zwei zusätzliche arbeitsfreie Tage zu haben.

Bonner Bühne: Zum Tanz gebeten

Eiertanz I: Bonn, die Türkei und die Kurden. Seit Monaten laviert die Regierung zwischen Verurteilungen der türkischen Kurdenpolitik und einem Verschleiern der Wahrheit, denn schließlich handelt es sich ja um einen Partner der westlichen Wertegemeinschaft Nato.

Ab in die Anstalt

Vor zwei Jahren, sagt Rarsten, habe er hier nicht so ruhig sitzen und mit einem wildfremden Menschen reden können. Damals habe ihm keiner zu nahe kommen dürfen. Ein falsches Wort, und er sei ausgerastet. Egal, mit wem er es grade zu tun hatte.

Berlin: Chaos auf den Straßen

In Berlins City herrscht während des Berufsverkehrs Chaos. Stop and go, Stau. Für ein rund fünf Kilometer langes Stück braucht der Doppeldecker-Bus fast eine Stunde.

Bayern: Große Koalition?

Wird Nürnberg demnächst von München aus regiert? Jürgen Fischer, Fraktions-Chef der SPD im Stadtrat, hat diese Möglichkeit in der Bayerischen Gemeindeordnung ausfindig gemacht.

Ich liebe Bonn, aber...

Mein Freund Karloff behauptet: Städte sind wie Frauen, sie verzeihen weder zu große Liebe noch Kritik. Am nachtragendsten würden sie, meint er, komme beides zusammen, und er konstatiert: Sie haben es eben auch nicht leicht.

Beim ersten Regenschauer

„Was zählen noch Zuwendung, das belastete und doch nicht sinnverlorene Wort Solidarität, ein gestaltetes Miteinander, Ziele der Kindererziehung.

Golf-Nachlese

Die Nachbarn hielten sie für „Freunde aus Amerika“. Wenn die 21jährige Tracy Robb und ihre schwarzer Freund Michael Bell untergehakt und von Inge und Walter Jens flankiert durch Tübingen spazierten, wußten nur wenige, daß die beiden Amerikaner fahnenflüchtig waren und sich unerlaubt von ihrer Fernmeldeeinheit im bayerischen Ansbach entfernt hatten.

Brandenburg: Wertvolle Insignien

An einem Abend im vergangenen Sommer standen ein paar ABM-Kräfte an der Dorfstraße in Kampehl und warteten, daß ihnen endlich jemand sagte, was es nach Feierabend denn noch so Wichtiges zu tun gebe.

Im Namen der Doppelmoral

Die Debatte um eine gerechte Besteuerung der Zinseinkünfte ist auf eine Art und Weise geführt worden, die Aufschluß gibt über die in unserer Gesellschaft herrschenden Wertvorstellungen: Am liebsten würden viele Politiker und ein großer Teil der Öffentlichkeit die Tatsache verdrängen, daß etwa die Hälfte der deutschen Sparer und Wertpapierbesitzer den Fiskus betrügt.

Bonner Kulisse

Nun ist auch Bundesverkehrsminister Günther Krause in den Verdacht geraten, den Abgeordneten des Deutschen Bundestages nicht die Wahrheit zu sagen.

Bankgebühren: Starkes Stück

Es ist stets das gleiche Spiel: Erst werden die Kunden mit süßen Versprechungen angelockt; wenn sie dann erstmal da sind, schröpft man sie.

Subventionen: Trübes Bild

Die Botschaft klingt äußerst positiv: Laut Subventionsbericht der Bonner Regierung werden sich die Finanzhilfen und Steuervergünstigungen des Bundes in diesem Jahr zwar um fast dreißig Prozent auf 38,5 Milliarden Mark erhöhen – der Anstieg kommt aber ausschließlich den neuen Bundesländern zugute.

Deal mit dem Obdach

Die Sozialarbeiterin macht ihrem Ärger Luft: „Mit einem Dach über dem Kopf wird in Hamburg inzwischen schon genauso gedealt wie mit Rauschgift – nur ist der Handel mit Wohnraum legal und wird sogar noch von der Stadt finanziert.

Vorhut am Rhein

Die Initiative ist mehr als ungewöhnlich, erst recht für einen Bundestagsneuling. Nicht einmal Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg hatte die neuen Kriegsschiffe in seinem Etat eingeplant, deren Beschaffung der FDP-Abgeordnete Jürgen Koppelin überraschend begehrte.

Gesundheitswesen: Die geliehenen Leiden

Im Selbstbedienungsmarkt Gesundheitswesen haben Langfinger ein leichtes Spiel. Wenn ein Patient seinen Krankenschein beim Arzt abgibt, überprüft niemand, ob Name und Person übereinstimmen.

Die Geldmaschine

Immer größer, immer riskanter: die Machenschaften amerikanischer Finanzjongleure

Markt-Report: Immer noch seitwärts

Auch wenn sich im Oktober die deutschen Aktienkurse noch leicht rückläufig entwickelt haben, herrscht in den Börsensälen Erleichterung darüber, daß es keinen Crash gegeben hat.

Risiko auf Knopfdruck

Auf der jüngsten Mammut-Computermesse „Systems“ in München wurde wieder einmal klar: Computer werden immer leistungsfähiger, obwohl die Preise ständig sinken.

+ Weitere Artikel anzeigen