Ihr letzter Roman, „Der Tod in Rom“, ist 1954 erschienen. Danach ist ihnen das einzigartige Kunststück gelungen, Ihr Schweigen in den Rang einer literarischen Leistung zu heben.

WOLFGANG KOEPPEN: Das ist nicht mir gelungen. Das haben andere getan.

Ich zitiere: „Wolfgang Koeppen ist einer unserer größten Schriftsteller. Er ist es auch, weil er so lange geschwiegen hat und vielleicht lange noch schweigen wird.“

KOEPPEN: Haben Sie das geschrieben?

Nein, die „Frankfurter Rundschau“.

KOEPPEN: Gott, es hat viele Schriftsteller gegeben, die jahrelang nichts veröffentlicht haben, oder sie waren klug genug, im rechten Zeitpunkt zu sterben. Es bereitet mir Unbehagen, daß Leute fragen: Wann kommt der nächste Roman? Aber Tatsache ist, daß ich gerade an einem sitze. Er heißt „Das Schiff“. Leider gefällt er mir nicht. Ich hätte ihn längst aufgegeben, wenn Siegfried Unseld, mein Verleger, ihn nicht unbedingt haben wollte. Ich hatte eine Schiffsreise gemacht und Unseld, als ich zurückkam, erzählt, was mir alles passiert war. Er hat sich halb totgelacht.

Angekündigt haben Sie schon viele Romane, auch Titel bekanntgegeben, „In Staub mit allen Freunden Brandenburgs“, „Tasso“, „Ein Maskenball“ ...