• DIE ZEIT: Jahrgang 1991

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1991/01

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    • Zusammen leben oder zusammen untergehen

      Das Jahr 1990 begann unter hellen, hohen Horizonten; es endet unter einem jäh wieder verfinsterten Himmel. Die Freiheit, die sich die Völker Osteuropas mutig ertrotzt haben – sie wirkt allenthalben grauer als vordem der Traum von ihr; selbst in der ehemaligen DDR.

  • Ausgabe 1991/02

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    • Macht und Markt allein tun’s nicht

      In unserer Zeit, in der die Macht und nicht der Geist im Zentrum steht, hat man sich so daran gewöhnt, militärisches Potential und ökonomische Potenz als die entscheidenden Faktoren anzusehen, daß die Bedeutung von Geist und Kultur in den Hintergrund getreten ist.

    • Armut im Wohlstand

      Seit langem schon funktioniert in der alten Bundesrepublik ein Subsidiaritätsprinzip besonderer Art: Für Wohlstand, wirtschaftlichen Fortschritt und Zukunftsoptimismus zeichnet die Bundesregierung verantwortlich; Armut und Obdachlosigkeit werden von Wohlfahrtsverbänden und Stadtkämmerern verwaltet.

  • Ausgabe 1991/03

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    • Späth am Ende

      Lothar Späth ist, was immer noch kommen mag, politisch am Ende. Der baden-württembergische Ministerpräsident mag die erste Welle der Affäre, die von seinem lockeren Verhältnis zur Industrie und deren Managern aufgewühlt wurde, eben noch überstanden haben.

    • Jetzt ein Krieg? Auf keinen Fall!

      Es ist gespenstisch. Am Golf läuft die Ultimatums-Uhr ab. Nächste Woche kann der Vordere Orient in Flammen stehen. Aber kaum jemand schreit auf.

  • Ausgabe 1991/04

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    • Der Alptraum des Krieges

      Wenn der Krieg zur Realität wird, dann wird das Grübeln über vertane Friedenschancen notwendigerweise platonisch. Dennoch muß jetzt, da die Krise ihrem Höhepunkt zutreibt, zweierlei festgehalten werden.

    • Ein kläglicher Neubeginn

      Wie gewonnen, so zerronnen: Der Kanzler und seine Koalition haben ihren politischen Kredit noch schneller verspielt, als sie ihn angesammelt hatten.

  • Ausgabe 1991/05

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    • Zwang zum Konsens

      Drei auf einen Streich: Wäre unser Blick nicht abgelenkt, so würden wir mehr darüber reden, daß in diesen Tagen drei Ministerpräsidenten neu gewählt wurden oder zu berufen sind: Erwin Teufel in Baden-Württemberg, Eberhard Diepgen in Berlin und Hans Eichel in Hessen.

    • Vernunft siegt

      War das wirklich notwendig? Tausend Menschenleben hat in den letzten sechs Monaten die Weigerung zweier afrikanischer Führer gekostet, gemeinsam über Südafrikas Zukunft nachzudenken.

  • Ausgabe 1991/06

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    • Rollenwechsel

      Aus dem französischen Verteidigungsminister ist ein Kriegsminister geworden. Doch Jean-Pierre Chevenement wollte diese Rolle nicht spielen und nahm am Dienstag seinen Hut.

    • Die Deutschen im Zwielicht

      Wieder einmal sind die Deutschen ins Zwielicht geraten – und das schlimme ist: Sie haben diesmal ein gerüttelt Maß dazu beigetragen.

  • Ausgabe 1991/07

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    • Das Schlimmste kommt noch

      Im Fernsehen weichen die Golf-Sondersendungen allmählich dem normalen Programm, Tennis und Trallala verdrängen den Krieg. Aber der Konflikt geht weiter, mit Bombenangriffen und Artilleriebombardements, doch die Steigerung zum Äußersten steht erst bevor: der alliierte Angriff zu Lande.

    • Kein Kurswechsel im Kriegsgetümmel

      Auch der Golfkonflikt zwingt uns nicht, die Konstanten deutscher Außenpolitik zu verändern

  • Ausgabe 1991/08

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    • Wirklich ein gerechter Krieg?

      Krieg ist für die Deutschen ein Trauma. Selbst für die Jungen, auch wenn sie die Bilder, die uns Ältere jahrelang heimgesucht haben, nie vor Augen hatten: zerbombte Städte, Straßen, die sich wie schmale Fußpfade zwischen Gebirgen von Trümmern hindurchwanden, zerstörte Brücken, Kirchen, Bahnhöfe.

    • Erst die Einheit, nun die Pleite

      Wenn die Bonner Politiker nicht endlich aufwachen, bricht in Ostdeutschland alles zusammen

  • Ausgabe 1991/09

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    • Endlich Farbe bekennen

      Die Bundesregierung ist nicht zu beneiden. Plötzlich steht sie vor einer Fülle von Problemen, die sie – zum Teil aus Mangel an Voraussicht – nicht erwartet hatte.

    • Unsere kleine Hauptstadt

      Wo des Deutschen Vaterland liegt – wir wissen es inzwischen endgültig. Auch die Hauptstadt ist bekannt – Berlin, laut Artikel 2 Einigungsvertrag.

  • Ausgabe 1991/10

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  • Ausgabe 1991/11

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    • Bilder-Story

      Bilder, so lehrt es uns das Leben, sagen die Wahrheit. Der betrogene Ehemann glaubt dem Privatdetektiv erst, wenn der ihm Photos vorlegen kann.

    • Ein Sieg, doch noch kein Frieden

      Nach dem Ende des Golfkriegs: Das Urteil der Waffen hat keineswegs alle Warnungen widerlegt

  • Ausgabe 1991/12

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    • Tandem-Takt

      Ein verhextes Amt, der Bundestagspräsident? Drei ehrenwerte Männer haben den Sessel unter dem Schatten der Peinlichkeit räumen müssen: Eugen Gerstenmaier, Rainer Barzel, Philipp Jenninger, Opfer ihres Ungeschicks im Umgang mit Geld die beiden ersten, Opfer seines Ungeschicks im Umgang mit dem Wort der letzte.

    • Beigelegt

      Der Streit zwischen Jürgen Möllemann und Klaus Kinkel ist beigelegt, die beiden FDP-Minister haben sich in der Eigentumsfrage geeinigt: Es bleibt bei dem Prinzip, daß das in der DDR nach 1949 enteignete Vermögen grundsätzlich zurückgegeben wird.

  • Ausgabe 1991/13

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    • Die Balkanisierung des Balkans

      Jugoslawien zerbricht: Nach dem Kommunismus flammen die nationalen Konflikte wieder auf

    • Aufbegehren

      Genau ein Jahr nach den ersten freien Wahlen in der DDR marschieren die Ostdeutschen aufs neue. Sie sind verschreckt, verbittert, verzagt.

  • Ausgabe 1991/14

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    • Hilfe für den Irak

      Es gibt ihn eben doch nicht, den klinisch sauberen Krieg. Es gab ihn auch nicht am Golf. Die hochgelobte Effizienz der „intelligenten“ amerikanischen Waffen, die angeblich nur militärische Ziele präzise treffen, die Zivilbevölkerung aber verschonen, erweist sich im nachhinein von Tag zu Tag mehr als Pentagon-Propaganda.

    • Große Krise, Große Koalition?

      Wieder gehen die Bürger in Deutschlands Osten auf die Straßen – in Leipzig und anderswo. Fast 70 000 waren es am Montag voriger Woche in der sächsischen Heldenstadt, nicht weniger an diesem Montag.

  • Ausgabe 1991/15

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  • Ausgabe 1991/16

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    • Aufrechter Gang

      Früher richteten sich die Montagsdemonstrationen in Leipzig gegen die Vormundschaft der SED, heute wenden sie sich gegen das als vormundschaftlich empfundene Regime der Westdeutschen.

    • Leerlauf

      Eines jedenfalls hat die FDP inzwischen geschafft: Sie hat eine Führung auf Abruf – hausgemacht. Wenn die Frage nur noch ist, ob Otto Graf Lambsdorff den Vorsitz im Herbst 1991 oder 1993 abgeben soll, dann ist er de facto schon heute nicht mehr der Anführer seiner Partei.

  • Ausgabe 1991/17

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    • Erbsünde

      Im Prozeß gegen den Bundesschatzmeister der CDU wird gegenwärtig die trübe Chronik vom Parteispendenskandal zu Ende geschrieben.

    • Stopp dem Sterben

      Die Fronten haben sich auf seltsame Weise verkehrt. Viele, die im Januar für den Krieg gegen Saddam Hussein waren, vornehmlich auf der Rechten, wollen heute von einem militärischen Eingreifen zugunsten der Kurden nichts wissen.

  • Ausgabe 1991/18

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    • Abgeblitzt

      orbimanie ist die Sache der Japaner nicht. In der vorigen Woche zeigten sie dem Kreml-Herrn schnöde die kalte Schulter. Die Schnödigkeit erklärte sich zum einen aus dem Streit um die vier Inseln vor Hokkaido, deren sich die Sowjets 1945 bemächtigten und an denen sie verbissen festhalten.

    • Spitzen-Votum für Berlin

      Mit einem Mal muß es ganz schnell gehen. In knapp zwei Monaten schon, am 20. und 21. Juni, wollen Bundestag und Bundesrat beschließen, wo sie – und damit auch die Bundesregierung – künftig ihren Sitz haben: weiterhin im rheinischen Bonn oder „wieder“, wie es Helmut Kohl, an ältere Kontinuität anknüpfend, formulierte, in Berlin.

  • Ausgabe 1991/19

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    • Mark und Macht

      Die Mark hat an Kraft verloren. In den vergangenen Wochen büßte sie gegenüber dem Dollar gut ein Fünftel ihres Wertes ein. Der Kursverlust deutet auf einen Vertrauensverlust hin.

    • Einigkeit

      Sollten die Abgeordneten des Bündnis 90/Grüne bis zum Ende des Gesetzgebungsverfahrens bei der Fahne bleiben, dann wäre dies der erste Fall, in dem der „Verfassungsbogen“ von der Union bis zu den ostdeutschen Bürgerbewegungen trägt.

  • Ausgabe 1991/20

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    • Ein Riß geht durch Deutschland

      Ewig ist es die gleiche Melodie. Diese Nordlichter haben doch versagt... Ich bin die devote Haltung dieser Kameraden gegenüber der FDP jetzt einfach satt.

    • Götzen des Marktes

      Hat sich mit dem ruhmlosen Ende des Kommunismus auch der Traum vom „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ verflüchtigt? Selbstgefällige Festredner, die am Grab des Realsozialismus die Siegesfanfaren der alleinseligmachenden Marktwirtschaft blasen, lassen keinen Zweifel daran.