Mumien kennt jeder. Aber die alten Ägypter balsamierten nicht nur Menschen ein, sondern auch Tiere, die ihnen als heilig galten: Krokodile und Paviane, Vögel und Fische und – Katzen. Neben vielen anderen Tier- und Menschenmumien sind diese Katzen im Ägyptischen Museum in Turin (Italien) zu sehen, einem Museum, das allein dem antiken Ägypten gewidmet ist und als das größte und reichste der Welt nach dem in Kairo gilt. Es wurde 1824 in dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Palast der Akademie der Wissenschaften eröffnet. Neue Ausgrabungen reicherten den Museumsschatz zu Anfang dieses Jahrhunderts an, als das Königshaus Savoyen seine Archäologen und Wissenschaftler nach Ägypten schickte. Die Turiner Ausstellung erzählt nicht nur von Pharaonen und Göttern, sondern auch vom täglichen Leben. Was die antiken Ägypter aßen, wo sie schliefen, wie sie sich anzogen. Brot und Gemüse, Betten und Möbel, Wäsche und Kleidung sind in den Vitrinen zu betrachten. Jean François Champollion, der 1822 die Hieroglyphenschrift entzifferte und in Turin arbeitete, war überzeugt, daß „der Weg nach Memphis und Theben durch Turin führe“. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8000 Lire, etwa 11,50 Mark.