Die Europäische Gemeinschaft zeigt Härte. Lange haben die Zwölf gebraucht, um von der halbherzigen Kritik an den Serben zur Tat zu schreiten. Jetzt ziehen die Botschafter der EG-Länder aus Belgrad ab, und Brüssel bereitet schärfere Sanktionen vor. Auch die KSZE stellt Rumpf-Jugoslawien in die Ecke. Aber werden diese Reaktionen die blindwütigen Angreifer zur Räson bringen?

Immerhin schrecken die Bilder vom Morden und Brandschatzen auf dem Balkan inzwischen ganz Europa auf. Vielleicht raffen sich nun auch die Vereinten Nationen zu einem eindeutigen Votum auf – die Voraussetzung für ein schmerzhaftes Ölembargo und eine totale Ächtung Belgrads.

Selbst ein weltweiter Bannstrahl garantiert kein Ende des Blutvergießens. Die Hilflosigkeit der „Blauhelme“ im kroatischen Kampfgebiet beweist, wie wenig sich die serbischen Kriegstreiber um die Meinung anderer scheren. Dennoch bleibt der zivilisierten Welt gar nichts anderes übrig, als Serbien politische und wirtschaftliche Daumenschrauben anzulegen. Die Rückkehr der Barbarei nach Europa ist ein Fanal des Schreckens. Mit bloßen Gesten ist ihm nicht mehr zu begegnen.

D. B.