Eng ist es in Barcelona, laut und voll. Fast zwei Millionen Menschen drängeh und stoßen sich zwischen Montjuic, Tibidabo und den Hügeln, die die katalanische Metropole im Norden begrenzen. Wie viele werden noch dazukommen, wenn am 25. Juli die Olympischen Sommerspiele eröffnet werden? Da fällt die Orientierung schwer, hierzu einige Buchempfehlungen.

Olympiastadt, so liest man bei Helmuth Bischoff (Richtig Reisen: Barcelona; DuMont Verlag, 1991; 348 S., 44,– DM), war schon das alte Barcino, dessen Bürger Lucius Natalis 129 n. Chr. ein olympisches Wagenrennen gewann. 1936 richtete Barcelona – als Gegenveranstaltung zum Nazispektakel in Berlin – eine Olimpiada Populär, eine Volksolympiade, aus. Nicht nur in Sportangelegenheiten bietet dieser unverkrampft und genau geschriebene Führer, der auch ansprechend bebildert ist, eine gute Einführung in Geist und heftige Lebenspraxis Barcelonas.

Dem kurz und intensiv Reisenden sei das Barcelona-Bändchen von Polyglott (1992; 64 S., 7,80 DM) empfohlen, das auf engstem Raum eine Menge nützlicher Hinweise und Hintergrundinformationen enthält.

Unter den Reiseführern, die noch als schweres Taschenformat durchgehen können und doch möglichst alles beschreiben wollen, ist der Barcelona-Band von Adriana Campi (Peter Meyer Reiseführer, 1991; 420 S., 29,80 DM) trotz einer gewissen Betulichkeit in Ausstattung und Stil sehr zu empfehlen. Die in Barcelona lebende Autorin ist eine kenntnisreiche Stadtführerin. Der Serviceteil, auf den es in einer chaotischen Stadt besonders ankommt, ist detailliert und genau, ohne mit der Marotte der Insider-Tips angeben zu müssen. Adriana weiß, was los ist: „In der Innenstadt ist es in der zweiten Junihälfte und im August brütend heiß, nur am Hafen mildert die Seebrise etwas den Smog der Autoabgase. Der Hochsommer ist also für einen Barcelona-Besuch denkbar ungeeignet.“ Tobias Gohlis