Fast selbstverständlich, als hätte es darüber nicht bis vor kurzem noch heftige Kontroversen gegeben, machen sich in diesen Tagen 140 Sanitätssoldaten der Bundeswehr auf den Weg nach Kambodscha, um dort die Friedensarbeit der Vereinten Nationen zu unterstützen. Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal nehmen deutsche Truppen an „Blauhelm-Aktionen“ teil.

Sie tun dies mit voller Unterstützung nicht nur der Koalition, sondern auch der SPD. Alle Verantwortlichen haben diesmal wohl gespürt, daß die Deutschen die Bitte der UN nicht abschlagen konnten. Behauptungen, das Grundgesetz verbiete einen solchen Einsatz, hätten andere und wir selbst uns in diesem Fall nicht abgenommen.

Aber niemand darf sich vormachen, ein blauer Helm schütze gegen Schüsse aus dem Hinterhalt. Über 700 „Blauhelme“ sind seit der ersten UN-Mission gefallen. „Sie sollen das Gefühl haben, daß alle Deutschen hinter Ihnen stehen“, rief Verteidigungsminister Volker Rühe den Sanitätern zum Abschied zu. Damit hat er völlig recht. Doch alle Deutschen werden auch dankbar sein, wenn sie unversehrt wieder nach Hause zurückkehren. -cb-