Erschüttert verfolgen wir die Magazin-Kolumne „Der Abnehmer“ unseres offenbar übergewichtigen Kollegen Axel Hacke von der Süddeutschen Zeitung. Weshalb, fragen wir uns, muß ein Mann mit so viel Witz und Verstand so schrecklich leiden? Gibt es denn gar keinen Ausweg?

Es gibt ihn, aber er hat mit Dialektik zu tun. Und zwar so: „Die Deutschen waren noch nie so gesund wie heute“, habe Professor Michael Kunze auf der 4. Nationalen Blutdruckkonferenz in Berlin erklärt. Das meldet dpa. Die Lebenserwartung der Männer weise eine steigende Tendenz auf und sei mit 72 Jahren so hoch wie nie. Allerdings hätten die „600 Experten das zunehmend ungesunde Ernährungsverhalten der Deutschen gerügt“. Fettsucht und Cholesterinwerte hätten zugenommen. Also lieber Hacke: Fett bleiben und alt werden!

Das Dialektische daran ist die Aufhebung (Hegel!) des Widerspruchs. So hatte zum Beispiel der als unnachgiebiger Verfechter des Zölibats und einer strengen Sexualmoral bekannte irische Bischof Eamonn Casey (65) erfolgreich Verkehr mit der Amerikanerin Annie Murphy (44) und nunmehr einen Sohn (17). Die Empörung darüber ist groß, aber falsch. Denn: Reichlich essen beschert ein langes Leben, und reichlich das Tier mit den zwei Rücken spielen (Shakespeare!) ist gut für die Moral.

Wenn wir den Photos Glauben schenken dürfen, so läßt der Leibesumfang des (leider zurückgetretenen) Bischofs wenig zu wünschen übrig. Er plant, wie wir hören, für das Irish Times Magazine eine Kolumne mit dem Titel „Der Entsager“. Die Lebenserwartung von Journalisten ist bekanntlich beklagenswert niedrig, und so sei dem Kollegen Hacke in aller Diskretion empfohlen, sich für den nunmehr vakanten Bischofsposten zu bewerben. Doppelt gefehlt hält besser oder: Wie man sich bettet, so schallt es heraus.

Achtung: Dieser Hinweis ist rezeptfrei, aber lesen Sie bitte die Literaturbeilage, und fragen Sie Ihren Arzt oder Papst. Finis