Das Wohnzimmer: ein schwarzes Loch. Wo Tapete war: nackter Stein, vom Ruß geschwärzt. Der Putz: von der Decke gestürzt. Das Fenster: in tausend Scherben zerplatzt. Die Nachbarin: mit Rauchvergiftung im Krankenhaus. Das Löschwasser: unterwegs in die unteren Stockwerke. Der Schaden: 200 000 Mark. So kann’s kommen, wenn der Fernseher brennt.

Frau Edith M. bemerkte, bevor es losging, auf ihrem Bildschirm „eine farbliche Veränderung der dargestellten Personen“, dann hörte sie „ein Knacken“. Frau Gisela A. (wir zitieren aus Protokollen der Hamburger Feuerwehr) nahm einen „eigenartigen Geruch“ wahr. Frau R. sah „schwarze Rauchwolken“ aus ihrem Apparat aufsteigen, der dreizehn Jahre alt gewesen sei und bis dahin „immer einwandfrei“ funktioniert habe. Hans Jürgen G. erinnert sich an ein „Knistern“, Claudine W. sah das Bild verschwinden, und „gleichzeitig gab es ein Geräusch, als wenn Luft eingesogen wird, und aus der Rückwand sprühten Funken“. Herrn Dr. L. teilte sich „ein Puffen“ mit; bei Frau H. begann die Zimmerbeleuchtung zu flackern.

Von den Splittern einer implodierenden Bildröhre droht seit 1962 keine große Gefahr mehr: Seither werden Glaskolben eingebaut, die selbst den, der bei ARD und ZDF noch in der ersten Reihe sitzt, nicht mit einem Geschoßregen bestrafen. Nach wie vor aber wirkt der Luftsog wie ein riesiger Blasebalg: Ruckzuck entzündet die Elektronik ihr Gehäuse.

Was kann man tun?

Den Stecker rausziehen. Fernseher brennen fast immer deshalb, weil der Strom die ihm vorgezeichneten Bahnen verläßt. Über Jahre hinweg ist Staub zwischen die Platinen gedrungen, der sich, wo es die statische Aufladung will, zu „Wollmäusen“ verdichtet. Steigt die Luftfeuchtigkeit plötzlich an, wie manchmal im Sommer, werden die Wollmäuse leitfähig. – Funken schlagen über, ihre Hitze versengt die Isolation stromführender Teile, es kommt zur Kettenreaktion und zum Großbrand hinter der Rückwand.

Sie haben den Stecker rausgezogen? Zu spät. Längst brodelt es in den Kondensatoren; die Pappen zischen, die Schnüre kokeln. Ein Anruf bei der Feuerwehr ist jetzt kein Zeichen von Schwäche.

Die Praxis lehrt: Ist das Programm auch noch so langweilig, steht der Apparat erst einmal in Flammen, bekommt der Fernsehabend eine ungeheure Dynamik. Meist bleibt keine Zeit, die zum Selbstlöschversuch geeignete Wolldecke (auf das Wollsiegel achten! – um Himmels willen keine Acrylplane nehmen!) mit Wasser zu tränken (wie empfohlen) und sodann über den Sony zu stülpen.