Riskante Biotonne

Das getrennte Sammeln von organischem Material kann für kranke Menschen unangenehme Folgen haben, warnt das Bundesgesundheitsblatt (Mai 1992, S. 21). In der Biomülltonne komme es bisweilen zu kräftigem Pilzwachstum. Die Pilze setzen Sporen frei, die durch die Luft übertragen und stark Abwehrgeschwächten gefährlich werden können. Dies sei kein Argument gegen die Kompostierung, aber die Biotonne solle möglichst wöchentlich geleert und saubergehalten werden.

Solare Müllverbrennung

Bei der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt sollen künftig Materialproben in gebündelter Sonnenhitze schmoren. Der 63 Quadratmeter große Spiegel des Solarofens, der jetzt in Köln-Porz gebaut wird, soll die Strahlen einfangen, die konzentriert und auf einen Probentisch reflektiert werden. Die Forscher wollen unter anderem die Möglichkeiten untersuchen, Giftmüll mit Hilfe der Sonneneinstrahlung zu zerstören. Die Kölner Anlage ist für schnelle Untersuchungen gedacht; langwierige Versuche finden an größeren Ofen in sonnenreichen Ländern statt.

Sterilisation mit der Sonne

Im Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung entwickeln derzeit Ingenieure einen tragbaren, mit Sonnenenergie betriebenen Sterilisator für die Dritte Welt. Ein spezielles Material absorbiert Sonneneinstrahlung, erhitzt Luft und führt sie zu einem Verdampfer. Es kann bis zu einer Stunde dauern, bis der Dampf heiß genug ist. Die anschließende Entkeimung, etwa von medizinischem Gerät, dauert zwanzig Minuten. Fünf Durchgänge sind pro Tag möglich. Das Gerät soll so entwickelt werden, daß es Handwerker und Kleinindustrielle in Lizenz nachbauen können.