Frankfurt, bevor es Mainhattan war: eine geschäftige, aber auch eine behäbige Stadt, in der Zwischenkriegszeit immer unterwegs, gespannt zwischen Gemütlichkeit und Beschleunigung. Die „Roll-Fuhr“ mit Pferden davor und die Horch-Limousinen, die an der Hauptwache auf freie Fahrt lauern; der Äppelwoi-Wirt mit Bembel und Hindenburg, der Zeppelin, am Haltemast vom Flughafen Rhein-Main: Paul Wolff, einer der ersten Photographen, die mit der Leica „Schnappschüsse“ machten, hielt sie alle fest. Der Pionier des Stimmungsbildes knipste ein – untergegangenes – Frankfurt aus Häusern, Denkmälern und friedvollen Menschen – nicht die Straßenschlachten und Pogrome der Zeit. Der ehemalige Dokumentär im Frankfurter Stadtarchiv, Wolfgang Klötzer, hat seine Arbeiten, versehen mit einem freundlich-informativen Kommentar zu Orten und Plätzen, jetzt im Photoband „Frankfurt in Fotografien von Paul Wolff 1927-1943“ (Hugendubel Verlag, München 1991; 216 S., 68,– DM) wieder zugänglich gemacht. Ebenso wie dieser sei ein anderer Band Klötzers mit Stichen und Aufnahmen zur Gastronomiegeschichte der Krönungs- und Säuferstadt, „Zu Gast im alten Frankfurt“ (248 S., gleicher Verlag, gleicher Preis) empfohlen – nicht nur dem Frankfurt-Nostalgiker.