Auch das Abschiednehmen hat ein Ende: Am Donnerstag dieser Woche, mit der Amtsübergabe an Klaus Kinkel, ist das mehrwöchige Genscher-Festival, The Long Good-bye, endgültig beendet. Zeit für den Alltag.

Die Normalität beginnt für den Nachfolger, wie sie für den Vorgänger aufgehört hat: in den Jets der Bundeswehr. Gleich nach Überreichung der Urkunde war Kinkel am Montagabend zum inoffiziellen Antrittsbesuch beim Kollegen Roland Dumas in Paris.

Mittwoch Berlin: die erste Rede in der neuen Funktion, Schauplatz der Reichstag. Donnerstag und Freitag: mit Kanzler & Co. bei den deutsch-französischen Konsultationen in La Rochelle.

Übers Wochenende dann die erste eigene Exkursion mit größerem Troß – rund dreißig Journalisten – nach Lissabon, zur Bilanzkonferenz der westlichen Außenminister über die GUS-Hilfe: Kinkels erster Auftritt auf großer Bühne, das erste Treffen mit James Baker.

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Für den FDP-Abgeordneten Hans-Dietrich Genscher beginnt die Normalität im neuen Büro auf dem Abgeordneten- und Presseareal des Bonner Tulpenfelds. Mit nunmehr fünf Mitarbeitern. Eine kleine, neue Weltordnung.

Beim Presseabschied, den er in einem alten Bonner Gasthaus gab, lud er die Journalisten ein, Kontakt zu halten. Eine vertrauensbildende Vorleistung hat er schon getan: Barbara Lulay, seine künftige Sekretärin, war jahrelang Herz und Hirn der Pressestelle im Auswärtigen Amt.