Europäisch anerkannt

Ein Konfliktpunkt im Hinblick auf den EG-Binnenmarkt ist jetzt ausgeräumt: Die deutschen Fachhochschulabschlüsse auf dem Gebiet der Architektur werden in allen Mitgliedsstaaten der EG als Hochschulabschluß anerkannt. Eine entsprechende Entscheidung fällte jetzt der Europäische Gerichtshof und reagierte damit auf die Klage eines Architektur-Absolventen der Fachhochschule Konstanz, der seinen Wohnsitz in Belgien hat. Die belgische Architektenkammer hatte die Anerkennung seines Diploms mit der Begründung verweigert, die Praxissemester zählten nicht zur Studienzeit, so daß der Kläger nicht das vorgeschriebene vierjährige, sondern nur ein dreijähriges Hochschulstudium absolviert habe. Der Gerichtshof aber urteilte: Praxissemester, die in das vierjährige Studium integriert sind, gelten als Bestandteil des Studiums und zählen damit uneingeschränkt.

Professor für Bäume

Die erste deutsche Professur für Baumphysiologie wurde jetzt an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität eingerichtet. Inhaber des in der Forstwirtschaftlichen Fakultät angesiedelten Lehrstuhls ist Heinz Rennenberg, der vorher unter anderem am botanischen Institut der Universität Köln und in den Vereinigten Staaten tätig war. Wenn er im kommenden Sommersemester seine Arbeit in Freiburg aufnimmt, will er sich zunächst mit der Streßphysiologie befassen, vor allem mit genetischen Manipulationsmöglichkeiten und der eventuell daraus resultierenden Resistenz der Bäume gegenüber Streßfaktoren wie zum Beispiel Ozon. Neben dieser Arbeit koordiniert Rennenberg verantwortlich das Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Thema „Physiologie der Bäume“, an dem auch zahlreiche Universitäten aus der ganzen Bundesrepublik beteiligt sind.

Ausländerkinder erfolgreicher

Immer mehr ausländische Jugendliche machen in Hessen einen höherqualifizierenden Schulabschluß. Die beliebteste Schulform ist dabei die Realschule. Sie ist inzwischen zu einer Schule des sozialen Aufstiegs für ausländische Jugendliche geworden. Dies belegt der „Ausbildungsreport Hessen“. Von den 601 000 hessischen Schülern an allgemeinbildenden Schulen waren im Schuljahr 1990/91 83 674 (14 Prozent) Ausländer, die sich auf über 100 Nationalitäten verteilen. Trotz dieser positiven Tendenz ist die Situation ausländischer Schüler immer noch weit schlechter als die ihrer deutschen Altersgenossen. Während diese zu 71 Prozent einen mittleren Bildungsabschluß vorweisen können, sind es bei den ausländischen Jugendlichen erst 36 Prozent. Jeder vierte ausländische Jugendliche, der die Schule verläßt, hat auch heute noch keinen Schulabschluß.