Ostmiete wird verdoppelt: Diese Schlagzeile jagte den Mietern in den neuen Bundesländern einen gehörigen Schrecken ein. Ganz so schlimm wird es aber nicht. Anfang 1993 will der Gesetzgeber die Grundmiete im Osten noch einmal drastisch erhöhen. Anstatt durchschnittlich zwei Mark werden die Hausbesitzer dann etwa vier Mark für den Quadratmeter kassieren dürfen. Davon unberührt bleiben die Nebenkosten, die im Osten den größeren Teil der Wohnkosten ausmachen. Daher müssen die Mieter insgesamt nicht hundert, sondern zwischen dreißig und vierzig Prozent mehr berappen.

Das ist immer noch happig, zumal die Einkommen in Ostdeutschland dieses Jahr um kaum mehr als zwanzig Prozent steigen werden. Aber wer die vergammelten Wohnhäuser in der ehemaligen DDR renovieren will, kommt um höhere Mieten nicht herum. Werden den Mietern höhere Belastungen zugemutet, muß auch der Staat ran: Bund und Länder sollten den Wohnungsunternehmen aus der Altschuldenfalle helfen. Sonst fließen die höheren Mieten samt und sonders in den Schuldendienst. he