DIE ZEIT

Dollar-Sturz

Märkte mögen übertreiben, dumm sind sie nicht. Jedenfalls entsprach es ökonomischer Logik, als der Dollar zu Beginn dieser Woche erstmals die Grenze von 1,40 Mark unterschritt.

Einmischung

Allein der Gedanke muß George Bush Bauchgrimmen bereiten: daß Saddam Hussein noch immer in seinem Bunker in Bagdad sitzt, während er möglicherweise in Kennebunkport ein Rentnerdasein fristet.

Zeitspiegel

Die Grenzen im Osten Europas sind noch immer wenig durchlässig. Am einzigen Übergang zwischen Polen und Litauen stehen oft kilometerlange Autoschlangen.

Aufgaben gäbe es genug

FRANKFURT. – Ganz Deutschland ist voll von Frauenfreunden. Am modernsten sind die Frauenfreunde, die aus Liebe zu den Frauen die Frauenministerien am liebsten wieder abschaffen wollen.

Bonner Bühne: Feste feiern

Ganz, ganz früher, so die Legende, sollen in Bonn viele Nächte durchgemacht worden sein. Im alten Presseclub, zum Beispiel, hätten Chronistinnen der ersten Stunde im Morgengrauen auf den Tischen getanzt.

Soll man lachen oder weinen?

KIEL. – Oskar Lafontaine ist ein Frauenfeind. Warum? Er hat unlängst das Frauenministerium von der saarländischen Kabinettsliste gestrichen.

Das Kirchengeschäft B

Zwischen 1963 und 1989 hat die Bundesregierung der DDR 31 755 politische Häftlinge abgekauft, um unschuldig Verurteilten ein Leben hinter den Gefängnismauern von Bautzen und Brandenburg zu ersparen.

Würdelos

„Die Modalitäten der Herbeiführung dieser letzten deutschen Vereinigung mögen mit Ach und Krach formalrechtlich einigermaßen hingebogen worden sein, im Kern war das Verfahren undemokratisch und würdelos, der erste Trick in der bisher nicht abreißenden Kette juristischer und politischer Bubenstücke, die uns fast täglich jenes verblüffende Erlebnis vermitteln, das man so charakterisieren kann: Es ist alles eigentlich mit rechten Dingen zugegangen, du hattest ein ganz gutes Gefühl, und doch weißt du nicht, wo auf einmal die Hose hin ist, die du gerade noch anhattest.

BUCH IM GESPRÄCH: Geflügelter Parzival

Wenn Regierungen Geheimpapiere über heikle Affären zu lange vor der Öffentlichkeit verschließen, öffnen sie Tür und Tor für Gerüchte, Legenden und Verschwörungstheorien.

Bonner Kulisse

Einer der besten, den die Bundesregierung hat, scheint auf dem Absprung. Horst Köhler, Staatssekretär im Finanzministerium und Helmut Kohls kompetentester „Sherpa“ – bei Weltwährungs- und Wirtschaftskonferenzen ebenso wie bei den Hilfen für Osteuropa –, ist als Nachfolger für den Mitte 1993 ausscheidenden Sparkassenpräsidenten Helmut Geiger im Gespräch.

Die Bundesregierung versagt in der Abfallpolitik: Luxus im Dreck

Verlogener geht es nicht: „Geregelt und gut organisiert“ sei die Abfallentsorgung in Deutschland, ließ die Bonner Regierung selbstgefällig noch vor wenigen Monaten verlauten; gleichzeitig fanden riesige Mengen Dreck schnurstracks ihren Weg aus deutschen Mülltonnen auf die Kippen der Nachbarländer.

Busse und Bahnen: Riskant

Die Chancen sind gewaltig, die Risiken aber auch: Weil künftig alle Städte und Gemeinden ganz allein – ohne daß ihnen die Bundesregierung hineinredet – darüber entscheiden, welche Busse und Bahnen wie oft und wo im Nahverkehr fahren, kann der Nahverkehr attraktiver werden.

Bush im Wahlkampf: Simpel

Brot und Spiele für das amerikanische Volk: Keiner greift so tief in die Mottenkiste der Wahlversprechen wie George Bush, seines Zeichens noch Präsident der Vereinigten Staaten und derzeit auf einem „neuen Kreuzzug“.

Hilfe für den Osten: Verquer

Keine Frage, die wachsende Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland birgt enormen sozialpolitischen Sprengstoff. Forderungen, der Staat möge potentielle Investoren mit finanziellen Hilfen ermutigen, erscheinen konsequent.

ZEIT/Südprojekt-Prognose: Wende in Tokio

Den plötzlichen Optimismus begründen die Börsenmakler in Tokio nicht nur mit der Korrektur eines übermäßigen Kursverfalls, sondern auch mit der Hoffnung, daß die japanische Zentralbank ihren Diskontsatz senkt und so die Konjunktur stützt.

Markt-Report: Zeit zum Umsteigen

Der dramatische Dollarkursverfall hat fast alle Weltbörsen in Mitleidenschaft gezogen, auch den deutschen Aktienmarkt. Der Deutsche Aktien-Index (Dax) ist parallel zum Dollar gefallen und hat ohne Probleme die Marke von 1500 nach unten durchbrochen.

Manager und Märkte

Bauer Verlag: Schnelles Aus für Quick Wang: Computertüftler am Ende IG-Chemie: Waches Auge auf Konkurrenten

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