Früher einmal konnte in Amerika das Fernsehduell der beiden Kandidaten darüber entscheiden, welcher von ihnen ins Weiße Haus einzog. Aber diesmal fiel es Präsident Bush und seinem Herausforderer Clinton schwer, sich auf die Regeln zu einigen. Die erste der traditionell drei Debatten zwischen den Präsidentschaftsbewerbern ist deshalb schon ausgefallen.

Bill Clinton, der in den Umfragen weit vorn liegt, will den Schlagabtausch im Rampenlicht nur von einem einzigen Moderator überwachen lassen. George Bush dagegen wären drei bis vier Journalisten lieber, die seinen Rivalen durch indiskrete Fragen nach dessen Lebenswandel bloßstellen könnten.

Der Präsident liegt damit voll im TV-Trend: Politische Sendungen, das glauben auch hierzulande immer mehr Fernsehmacher, sollen richten, nicht unterrichten. Aber auch wenn Bush sich am Ende durchsetzt – verrechnen wird er sich dennoch. Verständlicherweise lasten die amerikanischen Wähler die Misere ihres Landes eher der Führungsscheu George Bushs als den Seitensprüngen Bill Clintons an. Selbst dem Fernsehen wird es kaum gelingen, ihnen das Gegenteil einzureden. –cb–