Satelliten-Entsorgung

Nicht nur auf der Erde, auch im All gibt es zuviel Müll. Deshalb sollten Satelliten, die ihre Mission erfüllt haben, nicht weiter unkontrolliert auf ihrer Umlaufbahn bleiben. Als erster Satellitenbetreiber beschloß nun die amerikanische Motorola Corporation, ihre künstlichen Himmelskörper zu entsorgen (Science Bd. 257, S. 1471). 1996 will die Firma ein Programm namens Iridium starten. Die etwa siebzig Kommunikationssatelliten dieser Serie sollen am Ende ihrer Nutzungsdauer Richtung Erde geschossen werden, so daß sie verglühen.

Brocken, die aus Explosionen von Satelliten oder Raketenantriebsstufen hervorgingen, rasen wie Geschosse um die Erde und vermehren sich ab einer kritischen Dichte sogar: Kollidieren sie mit ausgedienten Satelliten, entstehen viele neue Bruchstücke. Ein nur ein Gramm schweres Metallteil wirkt beim Aufprall wie die Explosion von zehn Gramm Dynamit. Je elf Satelliten des Projekts Iridium sollen – zeitlich versetzt – auf derselben Umlaufbahn in 765 Kilometern Höhe fliegen. Geriete einer von ihnen außer Kontrolle, würde er die anderen zehn gefährden. Deshalb treibt eigenes Geschäftsinteresse Motorola zu den selbstentsorgenden Satelliten.