Krupp-Chef Gerhard Cramme stellt sich offenbar darauf ein, daß die Fusion mit der Hoesch ein, nicht schon in den nächsten Wochen in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam wird. Es hatte Einwände von Hoesch-Aktionären gegen die Fusion gegeben. Um zu verhindern, daß Hoesch auf unbestimmte Zeit führungslos dahindümpelt, schickt Cromme nun seine Mannen in den Vorstand des Dortmunder Unternehmens.

Am kommenden Samstag soll der Hoesch-Aufsichtsrat – Vorsitzender ist Gerhard Cromme – die Krupp-Vorstandsmitglieder Gerhard Neipp und Ulrich Middelmann sowie den Hoesch-Generalbevollmächtigten Friedrich Klever in den Hoesch-Vorstand berufen. Neipp, der bei Krupp Crommes Stellvertreter ist, wird in Dortmund den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Wenn die große Fusion wegen der Anfechtungsklagen vorerst nicht zu haben ist, sind zunächst kleinere Schritte denkbar. So könnten die Stahltöchter beider Konzerne verschmolzen werden, was schon mehr als die Hälfte der von der Fusion erhofften Kostenvorteile brächte. Das Liquiditätsproblem, das Krupp nicht, zuletzt deshalb hat, weil ein Teil der Hoesch-Aktien auf Pump gekauft worden ist, läßt sich so kaum lösen.

Lange Zeit hatten sie sich standhaft gezeigt, die harten Männer von Camel, HB und Marlboro. Doch dann gaben „wirtschaftliche Argumente“ den Ausschlag, wie Paul Hendrys, Chef von Philip Morris in München die Aufgabe seines heroischen Kampfes gegen die Steckzigaretten begründete.

Von November an wird die Riege der großen Zigarettenfirmen auf dem deutschen Markt komplett mit eigenen Steckzigaretten – einem Mittelding zwischen selbstgedrehtem und fabrikgefertigtem Glimmstengel – vertreten sein. Vorgeprescht war die Bremer Rothmans, gefolgt von Reemtsma, mit den West-Tabacco-Rolls.

Da die Neuen in Deutschland derzeit nur zum niedrigen Feinschnitt-Tarif besteuert werden, ist eine Steckzigarette im Schnitt um fast fünfzig Prozent billiger als ein industriegefertigter Glimmstengel derselben Marke. Besonders nach der Tabaksteuererhöhung im Frühjahr legten die Rolls deshalb zu – bei schrumpfendem Gesamtmarkt. Philip Morris und BAT, die ihre schönen Erträge bei den Industriemarken schon verdampfen sehen, versuchten es mit Überzeugungsarbeit, wonach „Steckzigaretten aus gesamtwirtschaftlichen, fiskalpolitischen und markenpolitischen Gründen kein sinnvolles Angebot“ darstellten. Doch selbst Finanzminister Theo Waigel konnte der Branche trotz sinkender Einnahmen aus der Tabaksteuer nicht helfen und ihr ein baldiges Ende des Steuervorteils in Aussicht stellen – er konnte sich nicht mit dem Wirtschaftsministerium einigen.

So fiel die Front der Rolls-Gegner: Marktführer Philip Morris (Marlboro), BAT (HB) und Reynolds (Camel) werden mit Rolls-Versionen ins Rennen schicken. Absatzeinbrüche bei ihren Topmarken sind ihnen damit sicher.