Papier ist geduldig. Nicht nur weil es widerspruchslos jede Botschaft transportiert – auch weil es den Konsumenten nach Gebrauch ein Entsorgungsproblem hinterläßt. Dafür ist dann die Öko-Abteilung der Regierung zuständig, und die hat sich nun darangemacht, den Papierberg einzuebnen. Das ist ein dicker Brocken, denn die Deutschen verbrauchen von dem Allerweltsprodukt jährlich nicht weniger als sechzehn Millionen Tonnen.

Mit seiner Verpackungsverordnung hat der Bonner Umweltminister Klaus Töpfer einem Teil des Altpapiers – Kartons, Tüten und Schachteln – bereits den Kampf angesagt. Jetzt folgt Teil zwei der Müllwehr: Zeitungen, Zeitschriften und Büropapiere sollen separat gesammelt und verwertet werden. Doch weil die Deutschen doppelt soviel Papier verbrauchen, wie sie herstellen, hat das Recycling im Inland natürliche Grenzen. Das heißt: Der Altpapierexport wird florieren, doch vermutlich mit Verlusten. So werden die Verbraucher auch noch dafür zahlen müssen, daß ihre Briefkästen mit Werbebroschüren vollgestopft werden. vo