Als fünf Ölländer 1960 die Opec gründeten, wurden sie von den Mächtigen der Ölwelt eher belächelt. Die „sieben Schwestern“, wie die großen internationalen Ölkonzerne genannt werden, hatten damals den Markt fest im Griff. Macht erlangte die Opec erst 1973. Eine weltweite Hysterie ließ die Ölpreise explodieren, nun diktierte die Opec das Marktgeschehen.

Damals wurde ein Land Mitglied des Kartells, das bis heute in der Welt des Öls keine Rolle spielte. Aber Ecuador, von dem hier die Rede ist, versprach sich wohl etwas davon, dieser mächtigen Organisation beizutreten. Das scheint nun nicht mehr so zu sein, denn das südamerikanische Land hat die Opec verlassen – vordergründig deshalb, weil die übrigen Länder dem Wunsch nach einer höheren Förderquote nicht nachkamen. Aber der wahre Grund ist wohl, daß Ecuador von der Opec-Mitgliedschaft nichts mehr hält, weil die Organisation derzeit keine Macht hat. Daß Ecuador trotz hoher Beitragsrückstände assoziiertes Mitglied bleiben darf, soll nach außen eine Geschlossenheit vorgaukeln, die es längst nicht mehr gibt. hgk